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Ich mache ja auch "nur" JJ, aber ich kann teilweise die Reaktionen hier verstehen. Das was man gerade beim JJ lernt und was man bei einer zünftigen Auseinandersetzung dann benötigt ist nicht der Hüftwurf, das Schulterrad etc., das sind technisch nicht ganz so schön anzusehende, aber dafür effektive Takedowns.
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das kann ich irgendwie nicht so stehen lassen. ich gehe mal davon aus, dass du mit einer "zünftigen auseinandersetzung" einen kampf auf der straße oder eine sv-situation meinst. das letzte, was ich in einer solchen situation aber will, ist, mit meinem gegner in den boden zu gehen. darum ist es für mich auch fragwürdig, ob man dafür jetzt effektive takedowns braucht.
mal ganz davon abgesehen, dass würfe wie hüftwurf, hüftrad oder schulterwurf alles sehr effektive takedowns sind (man sieht sie relativ oft); ich würde draußen jedenfalls keinen double-leg versuchen, weil ich mir nicht mein knie auf dem asphalt aufschlagen und nicht mit meinem gegner zu boden gehen will. außerdem sind die o.g. würfe alle recht einfach auszuführen und sind in ihrer wirkung absolut verheerend, wenn sie voll durchgezogen werden (mein favorit ist hier hüftrad mit mitspringen und auf dem gegner landen. da gehst du zwar auch mit zu boden, du kannst aber davon ausgehen, dass sich das skelett deines gegners erstmal neu sortieren und er keine luft mehr in den lungen haben wird; der rest wird erledigt durch stomps).
in meinen augen ist der größte denkfehler, dass mma- oder grappling-competition gleichgesetzt wird mit sv oder echten kämpfen; sind sie nicht, es ist nach wie vor sport (wenn auch ein sehr brutaler). im mma ist bjj nicht mehr wegzudenken und es hat sich auch zu recht als feste größe etabliert. jetzt aber zu glauben, man könnte einen mma-kampf 1:1 auf die straße übertragen (und ja, das wird oft gemacht, jedenfalls ist das mein eindruck), und zu denken, bjj hätte den gleichen stellenwert auf der straße wie im ring, ist einfach nur falsch.
das ganze ist immer noch ein relikt aus der gracie-dominanz der ersten ufc-kämpfe; und ja, ich bleibe nach wie vor dabei, dass ihre gegner handverlesen waren (das schmälert ihre leistung nicht, aber es macht doch recht deutlich, wie die gracies systematisch ihre eigene legende aufgebaut und vermarktet haben).
und gerade in "real-life"-situationen wird bjj meiner meinung nach einfach nur
maßlos überschätzt; auf der matte oder im octagon wirst du am boden nicht von mehreren getreten, es gibt keinen dreck oder gefährliche objekte und der gegner zieht auch keine waffen (und der gegner ist doch meistens auch gesund und hat nicht irgendwelche durch blut oder speichel übertragbare krankheiten; wird auch oft übersehen).
all das sind für mich genug gründe, mit einem angreifer auf keinen fall in den boden zu wollen. es bedeutet aber jetzt nicht automatisch, dass man nicht wissen sollte, wie man sich am boden verteidigt. leute, die den bodenkampf total ausklammern sind meiner meinung nach ebenso kurzsichtig wie diejenigen, die ihn in den götterstand erheben.
der hype ums bjj ist wie gesagt durch die eigens konstruierte legende der gracies zu erklären, aber vor allem auch damit, dass bjj bzw. grappling eine eigene subkultur darstellt (siehe mma-fightwear usw.). bjj kann man irgendwie mit hiphop oder gangsta-r&b vergleichen: ganz nett und unterhaltsam am anfang, aber irgendwann gehts dem nicht-indoktrinierten oder denjenigen, die mit dem hype und dem lifestyle nix anfangen können, einfach nur auf den sack

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