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Alt 21-03-2008, 13:29
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taokriegerin taokriegerin ist offline
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Da hab ich ja in ein Wespennest getreten

Ok, ich werde mal versuchen eure Einwände und Fragen zusammen zu beantworten, da sie sich ja doch teilweise sehr ähneln. Wenn ihr irgendeine eurer Fragen dabei übergagen fühlt, sagt einfach Bescheid, ok

Also zuerst: Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit Ego-Loslassen dasselbe meine wie ihr. Wenn es lediglich darum geht, sich selbst nicht wichtig zu nehmen und sich jederzeit aus einem Standpunkt außerhalb seiner selbst betrachten zu können/ zu betrachten, habe ich damit kein Problem. Dann kann man das aber auch genau so formulieren anstatt da von einem diffusen „Ego-Loslassen“ zu reden. Woran ich bei diesem Begriff denke ist eher das worüber man, so wie ich das verstehe, im Taoismus redet. Ich nenne es jetzt einfach mal die Bewußtwerdung der Einheit mit allem.

Zitat:
Naja schon Bruce Lee sagte (frei gesagt) "Werfe Weg was Nutzlos ist " Und das ist in dem Fall halt irgendwann das Ego.
Das Problem ist warum sich soviele davor scheuen das sie nicht wissen was danach ist, oder ja noch nichtmal was ist wenn sie auf der hälfte der Reise sind.
Nein. Das ist nicht das Problem, das ich meine. Wenn ich etwas wegwerfe ist das ja eine Aktion. D.h. sie kann nur von einem Akteur durchgeführt werden. Um so mehr ich agiere, um so mehr mache ich den Akteur aber stark, oder? Kannst du dich erinnern, dass im KKF darüber diskutiert (Daten des KKF ergänzen) wurde, ob der Begriff „mit dem Geist ARBEITEN“ Sinn macht? Meiner Meinung nach ist das das gleiche Problem. Wenn man mit dem Geist ARBEITET, macht man dann nicht dasjenige stark, was arbeitet und nicht den Geist selber?

Also nehmen wir mal an, du würdest an der Bushaltestelle stehen, es regnet und auf einmal ist dein Bewusstsein in jedem einzelnen Regentropfen genauso präsent wie in dir. Aber danach weisst du, dass du in dem Moment, wo du versuchst, das BEWUSST HERBEIZUFÜHREN, dich immer weiter davon entfernst. Weil du dir vielleicht etwas in der Richtung einbilden könntest, aber es wäre eben nicht das. Im Grunde ist es sogar in dem Moment, wo du darüber erzählst oder dich daran erinnerst schon zur Lüge geworden. Aber umso mehr die Erfahrung verblasst, umso mehr vergisst du, dass dein Bestreben, das zu erreichen, dich nur immer weiter wegführt... Das ist im Grunde mein Hauptgrund. Etwas AKTIV erreichen wollen, lässt einen das, wonach man sucht nur immer weiter verlieren. Es wird doch nicht umsonst im TTK immer wieder das Nicht-Handeln betont oder dass der Berufene sein Wissen immer mehr verringert anstatt es anzuhäufen...

Zitat:
"kontraproduktiv" würde voraussetzen, dass es ein vorgegebenes ziel des geredes gäbe, das durch das reden weiter weg gerückt wird.
Wie oben aufgeführt glaube ich im Augenblick eben, dass das so ist.

Aber nach dem, was ihr geschrieben habt, muss ich doch, dass was ich gesagt habe wohl einschränken. Es ist wohl richtig, dass es auf den Menschen ankommt und es gibt wohl auch viele deren Interesse gerade durch solche Worte geweckt wurde. OK. Muss also sagen, ich bin halt von meinen Erfahrungen ausgegangen, aber es wäre dumm, die jetzt als allgemeingültig oder auch nur ausgereift hinzustellen.

Zitat:
und ein diskussionsforum, wo jede/r selbst in aller ruhe entscheiden kann, was er/sie zu welchem zeitpunkt liest und wofür er/sie sich die zeit nehmen möchte, beiträge zu lesen und zu beantworten - wo ich also nicht das problem habe, dass ich jemanden mit meiner fragerei an den rand des wahnsinns treibe oder ihn über gebühr aufhalte - sehe ich als eine wunderbare gelegenheit gerade für ein solches thema.
Da hast du Recht. Das ist ein guter Punkt.

Zitat:
Was ist denn dein Ego ?
So wie ich das im Zusammenhang dieser Diskussion verstehe eben das Bild, dass ich mir von mir selber gemacht habe inklusive der Ängste, Wünsche und Hoffnungen, die ich nähren muss, um dieses Bild aufrecht zu erhalten. Das geht aber letztendlich viel tiefer, als es auf den ersten Blick scheint.

Zitat:
Mir ist hier nicht ganz klar, was Du damit meinst. Versteh' ich Dich richtig - warnst Du vor "Verführern" oder "falschen Propheten", die ihren Mitmenschen einen Floh ins Ohr setzen? Nun, ich fürchte, diese gab es, gibt es und wird es vermutlich leider auch in Zukunft geben; genauso, wie sich bedauerlicherweise auch immer wieder Menschen finden werden, die auf diese leeren Versprechungen hereinfallen. Doch finde ich, wir sollten uns hier auf die seriösen Praktiker oder meinethalben "Suchenden" beschränken, sonst verlieren wir in diesem Thread den Kurs.
Hm, nein. Ich denke einfach, dass man problemloser „gehen“ kann, wenn man sich keine großen Gedanken über Erleuchtung, etc. gemacht hat. Vielleicht sogar noch nie darüber gehört hat. Weil man dann einfach die Erfahrung, die man macht unverfälscht annehmen kann, wie sie sind. Und ich denke, dass es nicht wirklich absolute „Wahrheiten“ oder „Erkenntnisse“ gibt, sondern dass das wie eine Spirale ist. Wenn man etwas „neues“ erkennt, verwirft man wieder das, was man bisher für „wahr“ gehalten hat. Nicht weil man es als für absolut „falsch“ erkennt, sondern weil man es von dem Standpunkt den man jetzt hat als „unvollständig“ und „falsch“ erkennt. Deswegen helfen Informationen meiner Meinung nach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort weiter. Zu früh gegeben können sie genauso verwirren und stören wie sie zu spät gegeben keinen Nutzen mehr haben. Das setzt aber das Ideal einer individuellen Schüler-Lehrer-Bindung voraus, wo der Lehrer dem Schüler die Infos geben kann, die er gerade braucht. Schwierig.

Zitat:
Ich glaube das solltest du genauer Ausführen. Denn es gibt mal Stark überspitzt so ne Type aus Hongkong die auch meint über nichts zu reden okay außer für Geld in so nem weißen Kittel
Netter Versuch Auch wenn ich den Zusammenhang nicht ganz verstehe. Ich denke, du weisst, dass ich nicht meinte, dass man nur gegen Geld was sagt Haben nicht sehr viele, die sehr weit waren relativ wenig Worte verloren? Nun, ich denke, dass es bei vielen Dingen erst Sinn macht, darüber zu reden, wenn derjenige die Erfahrung selbst gemacht hat, weil er erst dann die Worte wirklich verstehen wird. Redet man nicht auch von „Belehrung ohne Worte“? Und heißt es nicht auch „Aber viele Worte erschöpfen sich daran. Besser ist es, das Innere zu bewahren“?

Naja, ich hoffe, es ist ein bisschen klarer geworden, was ich meine...
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