Zitat von RoteListe
Anw.: Therapie, einschl. d. Notfallbehandl. (,,Stand-by") unter den unter ,,Dos." genannten Bedingungen, u. Vorbeugung d. Malaria, insbes. z. Therapie d. gg. and. Malariamittel resist. Plasm.-falciparum-Malaria. Prophylaxe ausschl. b. Reisen in Gebiete m. mehrfach resist. Plasmodium-falciparum-Malaria.
Gegenanz.: Überempfindlichkeit gegen verwandte Substanzen (z. B. Chinin, Chinidin). Prophyl. od. ,,Stand-by" Notfallbehandl. bei Personen m. aktiver Depression od. m. e. Depression i. d. näheren Vorgeschichte, general. Angsterkr., Psychose od. Schizophrenie od. and. schwer. psychiatr. Stör. od. Krampfanfällen i. d. Anamnese. Gleichz. od. anschließende Gabe von Halofantrin.
Anw.-beschränk.: Z 30. Prophylaxe bei Sgl. <3 Mon. od. einem KG von weniger als 5 kg (geringe Erfahrungen). Pat. mit Erregungsleitungsstör. am Herzen. Bei Epileptikern nur zur kurativen Behandl. u. hierbei nur b. zwingend. med. Ind. u. nicht b. d. ,,Stand-by"-Notfallbehandl. Bei beeinträchtigter Leberfunkt. kann die Elimination verlängert sein. Piloten sollten keine Lariam Prophylaxe durchführen.
Schwang.: Strenge Ind.-Stellung i. 1. Trim. Gr 6 (Erfahr. beim Menschen unzureichend). Erfahr. mit einer Anw. im 2. u. 3. Trim. haben keine Fruchtschädigung erkennen lassen.
Stillz.: C 55
Nebenw.: Am häufigsten sind Übelkeit, Erbrechen, weiche Stühle od. Diarrhoe u. Bauchschmerzen, Schwindel, Gleichgewichtsstör., sowie neuropsychische NW wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schlafstör. (Schlaflosigkeit, abnorme Träume). Weniger häufig (geordnet nach Organsystem): Zentrales u. peripheres NS: sensorische u. motorische Neuropathien (einschl. Parästhesien, Tremor, Ataxie), Konvulsionen, Agitiertheit, Unruhe, Aggression, Sehstör., Tinnitus u. vestibuläre Stör., Angstzustände, Depression, Stimmungsschwank., Panikattacken, Vergesslichkeit, Verwirrtheit, Halluzinationen u. psychotische od. paranoide Reakt. Selten können neuropsych. NW länger anhalten. Seltene Fälle von Suizidalität, jedoch Kausalzusammenhang nicht nachgewiesen. Kardiovask. System: Kreislaufstör. (Hypotonie, Hypertonie, Hitzegefühl, Synkope), Thoraxschmerz, Tachykardie od. Herzklopfen, Bradykardie, unregelm. Puls, Extrasystolen u. andere vorübergehende Erregungsleitungsstör. Haut- u. Hautanhangsgebilde: Ausschlag, Exanthem, Erythem, Urtikaria, Juckreiz, Ödem, Haarausfall. Bewegungsapparat: Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen. Allgemeinbeschwerden: Dyspnoe, Asthenie, Unwohlsein, Müdigkeit, Fieber, Schwitzen, Frösteln, Dyspepsie, Appetitlosigkeit. Laborparameter: vorübergehender Anstieg der Transaminasen, Leukopenie od. Leukozytose, Thrombozytopenie. In Einzelf. Erythema multiforme, SJS, AV-Block, Enzephalopathie, Guillain-Barré- Syndrom. Aufgr. der langen HWZ können NW auch noch einige Wo. nach der letzten Dosis anhalten bzw. auftreten. Am häufigsten bei der Prophylaxe: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, im Allg. leichter Art u. können im Verlauf der Anw. abnehmen.
Wechselw.: Lariam darf nicht gleichz. mit verwandten Substanzen (wie z. B. Chinin, Chinidin od. Chloroquin) verabreicht werden, da dies zu Veränd. im EKG führen u. d. Bereitschaft zu Krampfanfällen erhöhen kann. Fälle v. schwerer akuter Malaria können jedoch zunächst über mind. 2-3 Tage i.v. m. Chinin u. anschließend m. Lariam behand. werden. Verstärkte NW können weitgehend vermieden werden, wenn Lariam nicht früher als 12 Std. nach d. letzten Dos. v. Chinin verabreicht wird. WW m. oralen Antidiabetika u. oralen Antikoagulanzien sind nicht auszuschließen: Einstellung vor Abreise kontrollieren. Gleichz. Verabreichung v. Lariam mit AM, die die Erregungsleitung des Herzens beeinflussen, könnte zu einer Verläng. der QTc-Zeit beitragen. Gleichz. Verabreichung v. Antikonvulsiva: Verringerung der antikonvulsiven Wirk. mögl.: ggf. Dosisanpassung des Antikonvulsivums erforderl. Prophylaxe mit Lariam erst 3 Tg. nach Abschluss einer oralen Typhusschutzimpfung bzw. v. Impfungen mit att. Lebendbakterien.
Warnhinw.: Bei Auftreten psychischer Sympt. während der Prophylaxe Lariam absetzen.
Hinw.: Reaktionsvermögen! (V) Beeinträchtigung der Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen, Flugzeugen, zum Bedienen von Maschinen, zum Tiefseetauchen, zum Arbeiten ohne sicheren Halt mögl., bis zu 3 Wo. nach Anw. von Lariam. Kontrazeption während Lariam-Einnahme bis 3 Mon. nach letzter Einnahme.
Dos.: Therapie: unbedingt Fach- od. Gebrauchsinfo. beachten! Prophylaxe: Beginn mind. 1 Wo. vor Ankunft im Endemiegebiet 5 mg/kg KG einmal wöchentl. Dosierungsbeispiele: Erw. u. Kdr. >45 kg: 1 Tbl. pro Wo. (immer am gleichen Wochentag). Kdr. m. KG = 5-10 kg 1/8 Tbl. wöchentl.; 10-20 kg ¼ Tbl. wöchentl.; 20-30 kg ½ Tbl. wöchentl.; 30-45 kg ¾ Tbl. wöchentl. Nach Verlassen des Malariagebietes noch 4 Dosen in wöchentl. Abständen. Einn. unzerkaut mit reichl. Flüssigkeit nach einer Mahlzeit. Falls 1. Einnahme nicht eine Wo. vor Eintreffen im Malariagebiet mögl., sollte in Ausnahmefällen eine Loading-Dose verabreicht werden: Bei Erw. u. Kdrn. >45 kg 1 Tbl. während 3 aufeinanderfolgenden Tagen, danach in wöchentl. Abständen. In best. Fällen, z. B. wenn der Reisende noch andere AM einnimmt, kann es angezeigt sein, mit der Prophylaxe 2-3 Wo. vor Reiseantritt zu beginnen. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob die Komb. der AM gut vertragen wird. Notfallbehandl. (,,Stand by"): B. Verdacht auf Malaria kann Lariam als Notfallmedikation angewendet werden, wenn unverzügliche ärztl. Betreuung innerhalb v. 24 Std. nicht mögl. ist. D. Behandl. sollte mit einer Dosis v. etwa 15 mg Mefloquin/kg KG begonnen werden.