Nein, nein - ich meine nicht den gesamten Rücken, sondern wie oben beschrieben und auf dem Bild des Links zu erkennen einen Bereich vom Klingenort (Kissaki) bis max. 20 cm in Richtung Tsuba (die Kleine Krähe hat eine etwas längere ist aber insgesamt eine recht kleine Klinge). Der Rest ist stumpf. Halt eine Fersenschneide und keine komplette scharfe 2. Schneide. Und wenn es um schöne Techniken (meist für den Rüstungskampf, denke ich --> Halbschwertgriffe) geht: Eine Ferse lässt andere, ebenso feine Arbeit zu, erleichtert zum Beispiel das Arbeiten gegen mehrere Gegner und macht scheinbar nichtige Ausweichbewegungen noch gefährlicher für den Opponenten. Jetzt trifft, z.B. nicht mehr "nur" ein stumpfer Klingenrücken die Schwerthand, sondern die Wucht konzentriert sich auf dem schmalen Grad einer ortnahen Fersenschneide. Gut, oder? Im übrigen kennen die europäischen Kampfkünste das Greifen der eigenen scharfen Klinge. Die Fechtbücher legen nahe, mit bloßer Hand zu greifen, da das Gefühl für den Griff dann optimal sei. Bevor es jemand anders ausspricht: Die meisten europäischen Klingen waren/sind sehr, sehr scharf (Politurschärfe) und im Falle eines Säbels oder einer Dussake auch gekurvt.
Das Noto möchte ich als Technik verwerfen. Das Wegstecken einer Klinge kann vielleicht gut aussehen und auch einen taktischen Zweck erfüllen / sinnvoller Teil einer Form sein. Aber den Nutzen für den Krieg kann ich nicht erkennen (außer Poserei). Tatsächlich ist für einen Krieger wohl eher das Ziehen entscheident. Zumal auf historischen Abbildungen alle mit gezogenen Schwerteren in die Schlacht ziehen, resp. einen Bogen oder eine Lanze benutzen. Auch im zivilen Bereich ist es wohl eher eine Frage der Schönheit als des Zweckes, ein Schwert mit einem choreographisch eindrucksvollen Noto zu bergen.
Ich weiß um den Hinkefuß solcher Vergleiche, aber lass mich abschließend noch anmerken, das manch europäischer Fechter ebenfalls sehr schnell ziehen und bergen kann - wenn auch nicht sooo schnell einstecken wie ein modernes Katana! Es ist demnach möglich, auch mit zwei Schneiden eine schöne Show zu liefern. Sehr entscheident hierfür ist auch das Schwertgehänge.
Danke und Gruß,
Christian Carolus
Geändert von Christian Carolus (08-04-2008 um 11:15 Uhr).
|