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Alt 08-04-2008, 21:24
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Wilf Wilf ist offline
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Hallo,

meines Wissens nach gibt es gerade mal 3 erhaltene Exemplare dieser Klingenform,
was schon einmal für eine recht geringe Verbreitung dieses Schwerttyps spricht
- vor allem da es von wesentlich älteren Klingen deutlich mehr Exemplare gibt.

Demzufolge wird mitunter gemutmaßt, dass diese Schwertform einfach
eine sehr spezielle Form war, eine Ausnahmeerscheinung schon damals.

Die Anghabe mit den 20cm kann ich nicht nachvollziehen, da die 2. Schneide
wohl so gut wie immer in etwa die Hälfte der Klinge auszumachen scheint.
Selbst wenn nicht, so sind auch bei nur 20cm gewisse Blocktechniken
kaum noch möglich, denn es ist egal, ob man sich die ganze 2. Hand
oder auch nur die halbe 2. Hand aufschneidet beim Blockversuch.

Ein weiterer interessanter Punkt ist die japanische Art der Schwertherstellung
mit mehreren Lagen verschiedener Metalle resultierend in der harten Schneide
und dem flexiblen Klingenrücken. Diese Schwerter waren wohl sehr aufwendig
in der Herstellung und boten demgegenüber wohl kaum Vorteile bzw. gingen
mit diesen Vorteilen auch durchaus Nachteile einher (wie erwähnt Blocken).



Zitat:
Zitat von Christian Carolus
Im übrigen kennen die europäischen Kampfkünste das Greifen
der eigenen scharfen Klinge. Die Fechtbücher legen nahe, mit
bloßer Hand zu greifen, da das Gefühl für den Griff dann optimal sei.
Hier wäre zu klären, zu welcher Zeit dies so war, welche Rüstungen getragen wurden
etc. und pipapo, denn man muss die Werkzeuge in ihrem jeweiligen Kontext sehen.
Meiner Ansicht nach hatten europ. Krieger teilweise Panzerhandschuhe
(ich meine kettenhemdähnlich aufgebaute) und mit diesen konnte
man dann wohl auch in die Klinge greifen. Meines Wissens nach
waren solche Handschuhe in Japan ünüblich ("unmöglich"?).


Zuletzt ein kleiner Schönheitsfehler:
Das Kogarasu-maru bezeichnet nicht den Schwerttyp sondern ein
ganz bestimmtes Schwert, welches die gemeinte Form aufweist.
Ich zitiere mich diesbezüglich mal selbst:
Zitat:
Zitat von Wilf
Die zwei jüngeren Klingenformen sind Moroha-zukuri (in etwa= 2 Klingen/Schneiden) / Tsurugi
und Kissaki-moroha-zukuri, bei der die Klinge mindestens im Bereich der Schwertspitze (=Kissaki)
eine Doppelschneide aufweist.
Link (tot): Tanto, Kissaki-moroha-zukuri
Die 2. Schneide kann allerdings auch über die halbe Klingenlänge gehen, wie etwa beim berühmten
Kogarasu-maru (kleine Krähe?) des Heike-/Tairaclans, welches eines von lediglich drei bis heute
erhaltenen Schwertern dieser ungewöhnlichen Art sein soll.
Die Formenbezeichnung Kogarasu-maru-zukuri geht auf genau dieses eine Schwert zurück.
Die Klinge weist bereits eine leichtere Krümmung auf, welche man in späterer Zeit
in noch ausgeprägterer Form dann auch beim Tachi vorfinden wird.
Dennoch war auch das Kogarasu-maru noch eher zum Stoßen als zum Schneiden gedacht
Ich hoffe, ich konnte ein klein wenig weiterhelfen.

Gruß aus Berlin,

Wilf Mücke
Kubushi-Tengu Dojo
Kubushi-Ryu Sogo-Bugei
-Bujinkan Budo Taijutsu-
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