Und da ging es plötzlich um beides. Zum einen wurde als Technik, die bei einer Ferse erschwert würde, das Greifen der eigenen Klinge erwähnt. Denkbar wären hier Griffe um das Stochern in den Rüstungsspalten des Gegners zu unterstützen. Hierfür würde auch der Bereich bis 20 cm vor der Tsuba ausreichen, meine ich. Das andere ist der Wert der Klinge für Aktionen mit der Rückenschneide / Ferse und der Wert zur Verhinderung von Griffen des Gegners zu meiner Klinge (weil dieses Thema halt aufkam!) Ich schreibe immer noch von Sinn und Unsinn einer mehr oder weniger ausgeprägten Fersenschneide
(Die Traumschmiede von Arno Eckard bietet einen Schweizer Säbel mit einer solchen Ferse mit Wort und Bild an. Lutel auch und besonder schön der Herr JT unter
JT Pälikkö . Für ein nihon - to habe ich weiter oben ja schon die Kleine Krähe verlinkt. Ich glaube Cold Steel bietet einen Kavallerie - Säbel mit Ferse an und hat auch einen eindrucksvollen Schnitttest dabei. )
Genauer gesagt versuche ich mehrere Dinge zu erfahren: Gab es wirklich nur eine kurze Periode japanischer Waffen mit Ferse? Warum ist diese Invention verschwunden? Gab es auch Langwaffen (Naginata?) mit Ferse? Wo liegen Sinn und Unsinn der Klingenform? Das hier ist schließlich ein Diskussionsforum. Und wie üblich komme ich vom 1. in das 1000enste.
So! Ich glaube, das Greifen ist gar nicht so relevant. Der eventuell schwierigere Herstellungsprozess ist eher ein Argument gegen die diese Klinge. Allerdings gibt es eine ganze Palette an Möglichkeiten eine Klinge des nihon - to zu montieren. Die Möglichkeiten reichen von einer Monoklinge mit partieller Härtung bis zum Verschweißen von mehr als 5 Einzelbauteilen. Dazu kommen vielfältige Gestaltungen der Spitze, der Klingengeometrie (Querschnitt) und speziell der Härtelinie, etc. pp.. Von der Verzierung und Endmontage ganz zu schweigen. Mehraufwand ist also etwas relatives. Ich vermute ja noch einen soziokulturellen Hintergrund. Aber genug der Vermutungen. Ihr seit dran.
Gruß und Pferdekuss
Christian Carolus
P.S.: Danke für die Bilder. Ähnliches durfte ich schon trainieren. Verzeiflungstaten! Aber richtig, trainieren muss man es. Ansonsten würde man auch nicht zugreifen, wenn es soweit käme. Ist halt eine Idee mehr.
Noch eine Idee zur Klinge. Eventuell verdrängte die Tendenz zu immer höheren Härtegraden diese Klingenform. Immerhin wird der Bereich der schneidenden Spitze sehr spröde und daher durch zwei Schneiden noch anfälliger. Wie kam es eigentlich zu der Entwicklung dieser Härten (größer 62 Rockwell an der Schärfe)? In Europa scheint der Schnitt der Klingenhärten (Schärfe) bei 55 - 59 Rc zu liegen.