Zitat:
Zitat von Tao-te-king @tsange:
Kennst du den Namen dieses Beziehungsmusters oder irgend einen hinweis wo ich nachschlagen/mehr finden kann? |
ich glaube nicht, dass es einen eigenen namen dafür gibt. unter "destruktive beziehungen" wirst du eher realsadistische beziehungsmuster finden (auch nicht uninteressant in diesem zusammenhang) als den abhängigkeits-und-gewalt teufelskreis, den ich im sinn hatte. vielleicht findest du was unter "gewaltbeziehung".
kurzgefasst geht es dabei darum, dass ein mann, der eine schwache persönlichkeit hat, sich eine frau mit mütterlichen, beschützenden persönlichkeitskomponenten sucht, die ihrerseits ein kontrollbedürfnis hat (gebrauchtwerden, die beziehung "erzeugen" müssen). das ergänzt sich anfangs wunderbar, jeder wertet den anderen auf und sonnt sich seinerseits in der bewunderung des anderen. aber dann nutzt sich der effekt ab, er fängt an, sich zunehmend (realistischerweise) klein und abhängig zu fühlen und kompensiert das durch kontrollversuche ihr gegenüber. das können demonstrative wutausbrüche (verbal) oder vorwürfe / betont mürrisches gehabe / herumkommandieren usw. sein (eventuell mit der ausrede alkohol, wodurch das "schau, ich bin so hilflos" noch verschärft wird), hauptsache, sie wird dabei in die position gebracht, als beziehungsverantwortliche ins unrecht gesetzt zu werden (sie hat das klassenziel nicht erreicht und soll sich mehr mühe geben, dass er glücklich und mit sich zufrieden ist). sie reagiert vermutlich teils gekränkt, aber vor allem schuldbewußt (er hat eine schlechte phase, sie muss ihn besser aufbauen und unterstützen, er braucht gerade jetzt besonderes verständnis, blablabla). damit belohnt sie ihn und er lernt, die methode immer mehr zu steigern. wenn er das nicht zu rasch macht, passt sie sich in vielen fällen entsprechend an, indem sie nachzieht, sich dafür schä
mt, die beziehung nicht gut genug zu schaukeln und schwach zu sein (was sie ja nicht darf - kontrollbedürfnis).
daher ist es so wichtig, dass sie den kreis unterbricht, indem sie sich dezidiert _nicht_ für seine aggression zuständig fühlt, sondern direkt dagegengeht.