Einzelnen Beitrag anzeigen
  #32  
Alt 17-04-2008, 09:43
senz senz ist offline
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: karate- do
 
Registrierungsdatum: 08.04.2008
Beiträge: 250
Standard

Zitat:
Zitat von martin.d Beitrag anzeigen
Hallo Senz,

sehr interessante Ansätze die du mit einbringst.

Die Übung mit dem Stock hab' ich in dieser Form so noch nie gesehen. Letztendlich beruht sie aber auch nur darauf möglichst viele Techniken, sauber, in einem möglichst kurzen Zeitfenster auszuführen.
Natürlich wird es durch den Stock interessanter und man verliert nicht so schnell das Interesse an der Trainingsform.
Was ich daran, wie an anderen Übungen die in diese Gruppe fallen, allerdings problematisch finde, ist, dass die Techniken wohl oft aufgrund der Schnelligkeit unsauber ausgeführt werden. Dies wird vorallem im Anfängerbereich der Fall sein, in welchem die Bewegungsschablonen noch nicht besonders gut hervorgebildet sind. Hierbei wird dann die Technik oft abgewandelt um sie schneller ausführen zu können.
Deshalb würde ich empfehlen diese Übung nicht allzu oft auszuführen, bzw. nicht nur solche und ähnliche Übungen in meinem Trainingsprogramm einzubauen.
Um die verbesserte inter- und intramuskuläre Koordination, welche Grundlage für unser Schnelligkeitstraining ist, zu erreichen bietet sich ja ebenfalls Training über Maximalkraft an. Allerdings gestaltet sich dabei das Training entsprechend schwieriger, da sportartspezifische Bewegungsmuster möglichst ohne allzugroße Umwandlung des Bewegungsablaufes in eine Übung mit veränderbarem Widerstand eingebaut werden muss.
Im Kraftraum gibt es dafür einige Geräte, welche gut passen; im Training bietet sich auch die Möglichkeit die Übungen mit Thera-Bändern o.ä. auszuführen, wobei hier natürlich auf maximale Krafteinsätze geachtet werden muss und auf das erhöhte Verletzungsrisiko.

Du sagst, Angst sei das beste Trainingsmittel. Im folgenden Satz meinst du man solle also nicht vorher abstoppen, halbherzig angreifen, o.ä. Ist das nicht widersprüchlich?
Angriffe mit den von dir beschriebenden Attributen, sind meines Erachtens so, aufgrund der Angst. Wenn ich Angst habe, traue ich mich nicht stark anzugreifen, hart durchzugreifen, etc.
Ich finde es allerdings auch problematisch, da Angst als negativer Verstärker den Lernprozess eher senkt. Wenn ich ständig damit rechnen muss, dass mir mein "Partner" beim Angriff den Kopf weghaut, reagiere ich vielleicht schneller, allerdings haben die meisten dann wohl auch bald keine Lust mehr.

Und: Muss ich wirklich in Extremsituationen trainieren um in diesen auch reagieren zu können?
Natürlich gehört es dazu, mal solche Situationen zu trainieren; wird das Training aber ständig in solchen durchgeführt, entsteht die Gefahr, dass ich mich in einer wirklichen "realen" Situation verletze, weil ich sie nicht ernst genug nehme. Mir fehlt meinetwegen das Adrenalin, ich erkenne die Gefahr nicht mehr, da ich schon oft genug mit ihr im Training konfrontiert war, etc. Aber das geht jetzt dann auch über das Schnelligkeitstraining hinaus.
hallo martin

natürlich hast du recht- diese art von übungen nicht ständig zu machen.
aber sie haben noch einen anderen effekt- der stock lenkt die aufmerksamkeit des schülers auf sich- techniken werden daher vielmehr nebenbei-also unbewusst ausgeführt. diese übungen bringen sich den schüler dazu sich auf nichts zu fixieren und auch unbewusst zu handeln. die grundschule bleibt meist dabei auf der strecke klar. hier muss dann der lehrer einsetzen und zu mehr sauberkeit zu ermahnen,was den schüler anfangs wiederum vom stock ablenken wird. deshalb muss er erkennen, dass es nur sinn macht sich nicht auf den stock und nicht auf die technik zu fixieren. das mit der geschwindigkeit hast du schon richtig erkannt.

kraftraum- wenn meine schüler mich fragten,wie kann man was verbessern? halte ich für die einzig sinnvolle antwort- in dem du genau das übst. wir sollten nicht unsere zeit für andere details verschwenden- eine technik ist ein komplexes system. wenn ich daraus wieder nur einen teil des systems speziell trainiere- heisst das noch lange nicht dass dann das ganze system besser funktioniert. besser ist es doch das system als ganzes zu trainieren. eine stärkere muskulatur kann mich zum beispiel schon wieder im bewegungsablauf stören. warum übst du nicht was du lernen willst?

ausserdem sollten auch im training genügend übungen gemacht werden um den körper dahinzubringen effektive techniken zu machen. in der zeit wo du im kraftraum bist- könntest du schon wieder deine kampfkunst üben.

angst- nicht stark anzugreifen rührt nicht aus der angst- unsere hemmungen,jemanden womöglich zu verletzen sind wohl eher dafür verantwortlich. aber auch hemmungen sind nur anerzogen. wenn man dir in aussicht stellt,selbst mit kumade volle kanne eins auf den rücken zu bekommen,wenn du den gegner nicht getroffen hast, dann sind deine hemmungen sehr viel kleinlicher- probier es aus.

als angegriffener- kommt der faktor angst dazu,ganz klar.erst recht wenn man weiss- es könnte aua machen. aber das ist das was trainiert werden sollte. deine natürliche reflexe- normal schlägst du aus angst doch auch ganz schnell die hände überm kopf zusammen um dich zuschützen. und du bist dabei erstaunlich schnell. sinn des trainings ist nur diese bewegung in eine saubere technik umzuwandeln -also umprogrammieren.
glaub mir wenn du die angst einmal kennengelernt hast-wird sie dich nicht loslassen. du kannst sie nicht wegtrainieren,weil sie ein teil von dir ist und dich zu schützen hat. nur wenn du nie gelernt hast, deinen gegenüber ernst zu nehmen, woher soll dann die angst kommen. du kennst doch die folgen gar nicht. du weisst nicht wie es ist, eine geballert zu bekommen.
die routine kannst du besiegen,indem du dir jeden gegner als größer, stärker, schneller, und fieser vorstellst. trau ihm einfach mehr zu als dir. dann wirst du automatisch aufmerksamer und konsequenter.
Mit Zitat antworten