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Alt 17-04-2008, 13:26
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martin.d martin.d ist offline
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hallo martin

natürlich hast du recht- diese art von übungen nicht ständig zu machen.
aber sie haben noch einen anderen effekt- der stock lenkt die aufmerksamkeit des schülers auf sich- techniken werden daher vielmehr nebenbei-also unbewusst ausgeführt. diese übungen bringen sich den schüler dazu sich auf nichts zu fixieren und auch unbewusst zu handeln. die grundschule bleibt meist dabei auf der strecke klar. hier muss dann der lehrer einsetzen und zu mehr sauberkeit zu ermahnen,was den schüler anfangs wiederum vom stock ablenken wird. deshalb muss er erkennen, dass es nur sinn macht sich nicht auf den stock und nicht auf die technik zu fixieren. das mit der geschwindigkeit hast du schon richtig erkannt.

kraftraum- wenn meine schüler mich fragten,wie kann man was verbessern? halte ich für die einzig sinnvolle antwort- in dem du genau das übst. wir sollten nicht unsere zeit für andere details verschwenden- eine technik ist ein komplexes system. wenn ich daraus wieder nur einen teil des systems speziell trainiere- heisst das noch lange nicht dass dann das ganze system besser funktioniert. besser ist es doch das system als ganzes zu trainieren. eine stärkere muskulatur kann mich zum beispiel schon wieder im bewegungsablauf stören. warum übst du nicht was du lernen willst?

ausserdem sollten auch im training genügend übungen gemacht werden um den körper dahinzubringen effektive techniken zu machen. in der zeit wo du im kraftraum bist- könntest du schon wieder deine kampfkunst üben.

angst- nicht stark anzugreifen rührt nicht aus der angst- unsere hemmungen,jemanden womöglich zu verletzen sind wohl eher dafür verantwortlich. aber auch hemmungen sind nur anerzogen. wenn man dir in aussicht stellt,selbst mit kumade volle kanne eins auf den rücken zu bekommen,wenn du den gegner nicht getroffen hast, dann sind deine hemmungen sehr viel kleinlicher- probier es aus.

als angegriffener- kommt der faktor angst dazu,ganz klar.erst recht wenn man weiss- es könnte aua machen. aber das ist das was trainiert werden sollte. deine natürliche reflexe- normal schlägst du aus angst doch auch ganz schnell die hände überm kopf zusammen um dich zuschützen. und du bist dabei erstaunlich schnell. sinn des trainings ist nur diese bewegung in eine saubere technik umzuwandeln -also umprogrammieren.
glaub mir wenn du die angst einmal kennengelernt hast-wird sie dich nicht loslassen. du kannst sie nicht wegtrainieren,weil sie ein teil von dir ist und dich zu schützen hat. nur wenn du nie gelernt hast, deinen gegenüber ernst zu nehmen, woher soll dann die angst kommen. du kennst doch die folgen gar nicht. du weisst nicht wie es ist, eine geballert zu bekommen.
die routine kannst du besiegen,indem du dir jeden gegner als größer, stärker, schneller, und fieser vorstellst. trau ihm einfach mehr zu als dir. dann wirst du automatisch aufmerksamer und konsequenter.

Zum Thema Kraftraum: Ich denke es kommt ganz darauf an, von welchem Ausgangsniveau wir sprechen. Gehen wir von einem Anfänger aus, bei dem die Techniken noch nicht besonders gut sitzen und viele technische Fehler vorhanden sind, wäre Kraftraum wohl eher kontraproduktiv.
Haben wir allerdings bereits einen erfahrenen Athleten, der schon lange Zeit seinen Sport betreibt, ist eine Verbesserung der Schnelligkeit durch das Ausfeilen der Technik nur noch schwer möglich, da diese bereits auf einem sehr hohen Niveau ist.
Sich dann von den noch stark technikbezogenen, frequenzschnellen Übungen zu lösen, halte ich durchaus für angebracht, da durch die "neuen", ungewohnten Trainingsreize und -methoden bessere Ergebnisse erreicht werden. Natürlich muss dies stehts in Kombination mit dem eigentlichen Training geschehen.
Auch habe ich nicht von Muskelhypertrophie, sondern durch Verbesserung der intra- und intermuskulären Koordination gesprochen.
Ich halte eine Kombination aus den verschiedenen Trainingsmethoden für am effektivsten.

Das Problem mit der Definition Hemmung / Angst beim Angreifen liegt wohl auch darin, dass wenn ich meinen Partner im Training angreife, ich dann später auch mit seinen Angriffen rechnen muss.
Er ist also keine Übungspuppe, auf die ich hemmungslos einschlagen kann, sondern ein Mensch der genauso hart zurückschlagen wird.

Ich sprach auch nicht unbedingt von Angst in Extremsituation, sondern von einer durch das oftmalige Training dieser aufkommenden "Sicherheit", welche einen die Situationen nicht mehr als ganz so gefährlich wahrnehmen lassen kann und einen zu Fehlern verleiten kann.
Wenn ich beispielsweise sehr oft irgendwelche Übungen zur Abwehr von Messerangriffen o.ä. übe, werde ich in einer solchen Situation vielleicht eher mich dem Angreifer stellen, als wie ich "normalerweise" (ohne Training) weggereannt wäre.
Aber eben nicht nur das Vermeiden von solchen Situationen sondern auch Fehler innerhalb des Kampfes, da ich die Gefahr nicht mehr als ganz so gefährliche wahrnehme.
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