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Alt 21-04-2008, 04:57
senz senz ist offline
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Kampfkunst: karate- do
 
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[quote=tsange;1326562]_erlebte_ realität ist immer der moment, wo sich dein bewusstsein befindet. außenrealität ist das, was unabhängig deiner wahrnehmung vorhanden ist und geschieht. wie immer man sprachlich zwischen diesen beiden realitäten differenziert: es ist sinnvoll, sowohl deren gemeinsamen nenner als auch deren unterschiedliche qualitäten zu berücksichtigen, um nicht aufgrund der gemeinsamen benennung als realität falsche umkehrschlüsse von einer realitätsform auf die andere zu ziehen.


praktische realität besteht immer aus einer mischung von beiden formen. das macht es umso notwendiger, überschlagsmäßig die jeweiligen anteile realistisch (!) einzuschätzen und im auge zu behalten.

ad wirkung: in dem weiter oben von bluemonkey geposteten clip mit dem kampfkünstler, der seine schüler ganz real zum einknicken bringt, obwohl sie sehr glaubwürdig versichern, nicht absichtlich mitzuspielen, hast du so ein beispiel von subjektiver realität, die sehr massive wirkungen hat. ich glaube ohne weiteres, dass diese wirkungen real erlebt werden. trotzdem finden dieselben wirkungen bei leuten, die nicht diesbezüglich geschult sind, einfach nicht statt. was ist also die wirkung? das einknicken ist real, aber es ist eine leistung der empfänger, also eine wirkung von deren einbildungsfähigkeit, nicht von außenrealität. als außenrealität (unabhängig von einbildung) funktioniert der angriff nicht, ist also in einer real-life-anwendung zu verteidigungszwecken nicht brauchbar. deshalb ist die gleichsetzung aller formen von erlebter realität nicht sinnvoll zur erklärung von vorahnungen zu angriffen laut topic.



ich glaube alles, aber ich verlass mich nicht drauf, solange es nicht bewiesen oder überzeugend erklärt ist.

anekdotische subjektive erlebnisse sind nunmal kein beweis für irgendwas. ausreichend gut und objektiv dokumentierte anekdotische erlebnisse reichen zwar, um behauptete gesetzmäßigkeiten zu widerlegen, aber nicht, um gesetzmäßigkeiten zu belegen.

es spricht selbstverständlich nichts dagegen, erfahrungswerte zu nutzen, ohne dass sie wissenschaftlich bewiesen sind, und ich bin durchaus der meinung, dass die subjektiv gelebte realität zu einem großteil aus - nennen wirs mal "interpretation" - besteht. aber die interpretation muss mit der außenrealität soweit vereinbar sein, dass man sich nicht unnötig schadet (wie z.b. der herr aus dem anderen clip im posting von bluemonkey). wenn du also wasser in wein verwandelst, staubtrockene gesundheitskekse in herrlichen kuchen und kantinenfraß in ein luxusmenü: gratulation. wenn du dasselbe mit salzsäure, steinen und verdorbener wurst tust, bist du allerdings irre und spielst mit deinem leben.

ebenso: wenn du mit telepathie und vorahnungen gut fährst, ist nichts dagegen einzuwenden, was immer daran realität oder einbildung ist. wenn du dich allerdings dafür schrecklichen angsterlebnissen aussetzt, ohne dass ein praktischer nutzen erkennbar wird, solltest du einsehen, dass andere leute wenig geneigt sind, deinem beispiel blindlings folgen zu wollen. um kleine beträge kann man versuchsweise hie und da auch draufloszocken, nach dem motto "wenn es nichts nutzt, ist jedenfalls nicht viel verloren". aber erst groß in panik und harte übung investieren, nur für den extrem hypothetischen fall, dass man einen aktiv aggressionswellen aussendenden killer, der ansonsten seine absichten durch absolute geräuschlosigkeit oder harmloses benehmen perfekt tarnen kann, rechtzeitig zu erkennen? abgesehen von der geringen wahrscheinlichkeit, überhaupt - und dann noch so geschickt - nach einem solchen szenario angegriffen zu werden, müsste ein so geschickter angreifer sehr geübt sein und wäre vermutlich gar nicht von starken emotionen getragen, sondern ein sehr kalt strategisch vorgehender angreifer, der demnach ein miserabler sender wäre.

ich habe nie etwas gegenteiliges behauptet. man liest nur meine beiträge nicht so wie sie geschrieben sind, sondern in eben subjektiver realität.
dennoch brauchen wir nicht differenzieren zwischen, einbildung, äusserer und erlebter realität. die äussere realität nimmst du nicht wahr, solange dein bewusstsein eine andere realität erlebt. also existiert sie in dem moment nicht. oder nimmst du im traum wahr, dass du ja eigentlich schläfst? die sogenannte äussere realität,wie du sie bezeichnest ist der sogenannte physische bereich in der zen lehre. und ich habe mehrmals schon erwähnt, dass natürlich vorwiegend die physischen informationen wahrgenommen werden. sprich unser bewusstsein auch da verankert ist. d er gemeinsame nenner den du meinst ist das bewusstsein. es ist in der lage sowohl physische als auch mentale informationen wahrzunehmen. wenn es jedoch um mentale informationen geht, ist dieser zeitraum auch begrenzt, da wir zuviel energie dafür verbrauchen. also kommst du ganz automatisch wieder zurück in den physischen bereich sprich die äussere realität. nur wenn dein bewusstsein gerade im mentalen bereich ist,kannst du die äussere realität nicht wahrnehmen- also existiert sie nicht. erst wenn eine starke physische information in der lage ist, eine mentale information zu überlagern, kommt das bewusstsein wieder zurück in den physischen bereich. wenn du in der schule richtig geträumt hast, hast du erst den lehrer wieder wahrgenommen, als er deinen namen geschrien hat oder die kreide geflogen kam,richtig.
natürlich solltest du lernen, wann du es dir leisten kannst, in den mentalen bereich abzudriften oder wann es besser ist, lieber im physischen bereich zu bleiben. das hat dann einfach was mit vernunft zu tun mehr nicht.

zum thema mit dem taichi

ich freue mich dass auch du erkennst, welche macht die einbildung oder sagen wir salopp die vorstellung hat. allerdings verstehe ich nicht, warum du dann den bezug zum topic nicht herstellen kannst. im training ist es sehr wohl nützlich für den anfänger eine gesteigerte gefahr sich aufzubauen in seiner vorstellung. nehmen wir doch einfach das beispiel du übst die abwehr eines messerangriffs. dann probier es doch einfach mal aus, den unterschied ohne einbildung und einmal mit einbildung. stell dir vor es ist ein reales scharfes messer und der gegner ist bereit, auf dich einzustechen ohne rücksicht und verluste. und dann beobachte dich selber wie du reagierst. wenn ich dir das jetzt wieder erkläre ist es ja nur wieder eine subjektive erfahrung.
diese vorstellung wird deiner mentalebene die information einer echten gefahr suggerieren. die mentalebene kann das jedoch nicht unterscheiden,ob es echt ist oder nicht, solange diese information als solche von deinem bewusstsein kommt und deine mentalebene es gewohnt ist, informationen aus deinem bewusstsein als real anzuerkennen. damit wird sie sich auf diese informationen einstellen und diese als störfaktor oder als bedrohung ansehen und daher eingreifen, falls eine ähnliche information von irgendwo her kommt. daher ist sie auch in der lage bedrohliche aggressive informationen von anderen als gefahr zu erkennen und wird eher reagieren als dein bewusstsein es wahrnimmt. das nennen wir dann eine mentale information mit direkter rückwirkung im physischen bereich. wir handeln also unbewusst. auch wird dieser vorgang als aktive meditation bezeichnet, was in alten kampfkünsten durchaus bekannt war. da wir uns hier in einem kampfkunstforum aufhalten, dachte ich mir dieses thema wäre nicht so unangebracht. ich habe leider die äussere realität nicht erkannt, dass sich hier keiner befindet, der sich wirklich für kampfkunst interessiert. aber was solls- ist interessant, wie so der ein oder andere reagiert.

natürlich ist auch das obengeschriebene wieder eine hokuspokus-theorie.
und es wird auch so sein wie du es geschrieben hast- wer wird hier von den grossen kämpfern noch bereit sein, sich solchen strapazen auszusetzen, nur um so ein überflüssiges zeug zu erlernen. aber glaub mir, ich hab das nicht erlernt, um nen angriff frühzeitig erkennen zu können. da gibts durchaus noch andere anwendungsmöglichkeiten, die weit sinnvoller sind, aber das hat dann wieder nichts im kampfkunstforum zu suchen.
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