ich finde, das mit dem "Hass rauslassen" hat im Kampfsport erstmal nix verloren, aber Du wirst negative Gefühle im Training abbauen. Welcher Kampfsport das genau ist, macht meiner Meinung nach nicht den großen Unterschied.
Ich hab vor nem viertel Jahr mit dem Kickboxen angefangen und werde definitiv in jedem Training schlechte Grooves los, die sich durch die Arbeit, das Privatleben oder einfach so in meinem Kopf angesammelt haben. Gerade der Kontakt mit einem realen Gegenüber hilft mir hierbei. Ich kann freilich nur für mich sprechen: In den ersten Trainings war es ein unglaubliches Gefühl für mich, einen Tritt oder Schlag des Partners auf die Deckung zu bekommen. Nein, ich bin kein Masochist.

Was ich meine ist, die Power zu spüren, die der andere loswird, die Kraft, die so ein Bein entwickelt, und dann die Erkenntnis: is ja gar net schlimm.
Ich kann das ab. Habe seitdem in den Partnerübungen den verteidigenden Part mindestens so gerne wie den angreifenden.
Nach ein paar Wochen hab ich dann mit dem Sparring angefangen (soft) und bei den ersten Treffern hatte ich wieder das gleiche AHA-Erlebnis: "Hoppla, so tut das also, na, war ja gar net so schlimm. Den nächsten kriegt der so aber net ins Ziel..."

Ich bin verdammt froh, dass ich jetzt mal weiß, wie sich das anfühlt. (ja, ich weiß, das ist auch nur soft-sparring, aber immerhin - der Kampf-Charakter ist trotzdem ein stückweit da)
Auch ich habe negative Gedanken, die ich mit mir rumschleppe. Die hat jeder. Aber nach dem Training hab ich immer das Gefühl, die sind kleiner, bedeutungsloser geworden als vorher, und ich bin stärker, gelassener, abgehärtet. Gehe jedesmal mit einem Lächeln heim.
So - das war jetzt mal mein erster Beitrag hier...
ach ja: ich hab mich selber viele Jahre mit Rauschmitteln selbst verars**t. N@tic, wenn Du die Grausamkeit eines
KK-Trainings überlebst, weisst Du, dass Drogen viel zu schwach sind, um Dir das Leben nochmal schwer zu machen.
Gruß