Moin moin
Zitat:
Zitat von pflo Mein Lehrer hat die erste Stunde mit "vergesst Kämpfen" angefangen. Das sagt eigentlich alles  . Es gibt sicherlich ein paar Unterschiede von Dojo zu Dojo aber der einzige richtige Kampf den man im Aikido führt ist der gegen sich selbst, auf dem Weg seine Technik zu verbessern. Es gibt auch kein Ziel sondern man begibt sich auf eine Reise.
Wär schön wenn ein paar die Aikido schon länger machen als ich, noch was dazu sagen könnten. Hoffe aber, dass ich es im Wesentlichen richtig dargestellt habe
Wenn es euch aber um echte SV für realistische Szenarien geht, macht besser was anderes. |
Es gibt Unterschiede von Dojo zu Dojo, aber auch zwischen den einzelnen Aikido Stilen.
Bei uns (d.h. Aikikai Tokyo nach Tissier und Endo) wird Aikido durchaus mit dem Anspruch geübt, es auch in "realistischen Szenarien" einsetzen zu können. Es dauert aber etliche Jahre, bis man an diesem Aspekt einigermaßen sinnvoll arbeiten kann.
Ich benutze in einer Fortbildung, die ich regelmäßig gebe, Basiselemente des Aikido, um Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit körperlichen Angriffen zu schulen. Nur sehr sehr sparsam und unspektakulär ist das und nur zwei Tage. Abwehr von Griffen und von Schlägen vor allem. Aber ich würde das nicht tun, wenn ich nicht sicher wäre, daß Aikido auch im Alltag "funktioniert".
Es ist das alles nicht ganz verkehrt, was du schreibst, aber mir ist nicht klar, was es für einen Grund gibt eine Kampfkunst zu üben, wenn man der Meinung ist, sie in körperlichen Auseinandersetzungen letztich gar nicht einsetzen zu können?
Die Effektivität ist bei uns schlicht das Kriterium für die Verbesserung der Technik.
Daß man nicht kämpft im Sinne von Kraft gegen Kraft und Aggression gegen Aggression; daß der Kampf gegen sich selbst ein wichtiger Aspekt ist; daß Aikido ein Weg ist und eine beständige Suche nach der perfekten Technik bleibt dennoch alles richtig.
@ andieymi
1. Erste Resultate kannst du bereits nach dem ersten Training erwarten: Wenn du gute Lehrer hast und dich auf dem Weg nach Hause bewußt bewegst, wirst du eine andere Haltung haben und den Abstand zu anderen Personen bewußter wahrnehmen als vorher.
Andere Resultat wirst du nach anderen Zeiträumen erleben: Bewegungsfähigkeit, ausweichen können - solche Sachen.
Arbeit an realistischer Effektivität - und erkennen, was warum nicht wirklich funkitionieren kann, beginnt nach meinen Erfahrungen nach ca. 5-7 Jahren. Deutlich früher nur äußerst selten.
2. Was verstehst du unter fit: Aikido bildet Muskulatur aus, besonderes auch innere Muskulatur, die im Alter entscheidend sein wird. Gleichgewichtssinn, Beweglichkeit, Körperbeherrschung entstehen.
So wie bei uns trainiert wird, kann man hervorragend damit abnehmen, Fett verbrennen, schwitzen. Wenn man das denn möchte und mit seinen Partnern entsprechend übt. (anaerober Bereich, wenig Unterbrechung ...)Da dabei gleichzeitig der ganze Körper beansprucht wird, ziehe ich es dem Laufen vor.
Aufgrund der andersartigen Belastung hilft Laufen, Radfahren, Schwimmen nicht um beim Aikido nicht aus der Puste zu kommen.
3. Das Verletzungsrisiko scheint groß. Aber Verletzungen sind sehr selten. Blaue Flecken, blutige Nasen / Lippen kommmen vor. Andere Sachen deutlich weniger als in anderen Sportarten.
Verletzungen speziell durch Bokken oder Jo gibt es fast nie. Andere Risiken wie auf Hakama treten oder beim Fallen falsch aufkommen sind eher die Ursachen.
4. Ich persönlich finde 3x/Woche sind das Minimum. Aikido ist nicht Techniken, sondern es ist ein bestimmtes Gefühl. Wenn man das immer erst wieder neu suchen muß und nicht einfach darauf zurückgreifen kann, gibt es kaum Fortschritt.
Viele Grüße,
Carsten