Zitat:
Zitat von bluemonkey sicherlich, aber ich glaube eben nicht, dass das in diesem Zusammenhang gemeint ist: "Der Gegner bewegt sich nicht-
Ich bewege mich nicht.
Der Gegner bewegt sich, ich bin schon da"
Das heißt ich tue nichts, das einzige was ich auf meinen Gegner richte ist meine offene Aufmerksamkeit.
Wenn der Gegner dann irgendetwas tut, verstehe ich besser, was daraus werden kann, oder nicht, weil ich aufgrund meines Formtrainings weiß, wie mein und damit auch sein Körper funktioniert. Das ist dann schon Mustererkennung, aber eben auf einer tieferen Ebene, an einem früheren Moment und natürlich auf einer vorbewußten Ebene.
Es passiert etwas und hinterher merkt man "ach, ich habe gerade das und das gemacht". Und auch die Emotionen kommen hinterher.
Das geht natürlich um so besser, je bewußter der Gegner arbeitet. |
das verstehen klingt eher nach denken (viel zu langsam), das würde ich hier eher ausklammern bzw. durch "wissen" oder "ahnen" ersetzen. das verstehen passiert im training über die jahre; ich denke, in der interaktion wird es nur noch als bereits vorhandene struktur wirksam.
was du mit tieferer ebene beschreibst kommt dem ziemlich nahe, was ich mit reinem impuls bezeichnet hatte und das durch taiji sehr systematisch trainiert wird - dass man sich nicht mit bildern, gedanken oder gefühlen aufhält, sondern nur das gegenseitige spiel der intentionen (als reine kräfte oder energien, also als das, was tatsächlich wirkt) prozessiert und steuert, und im übrigen alles dem autopiloten überlässt.
aber ich denke, dass das zitat
"Der Gegner bewegt sich nicht-
Ich bewege mich nicht.
Der Gegner bewegt sich, ich bin schon da"
darüber hinaus noch auf die eigenheit anspielt, dass man die (blitzschnelle) intention vorausschickt, und dass die (langsamere) körperaktion folgt. das wird auch angedeutet in der anmerkung zur angst (die noch da ist, aber man selbst sich nicht mehr da befindet, wo die angst ist). also idealerweise: in dem augenblick, wo sich die unbewusste intention im gegner formt, bin ich mit meiner intention (nicht wirklich ich, natürlich, ich kann das vermutlich die nächsten 10 jahre noch nicht) zeitgleich dort, wo ich hingehöre, um darauf zu antworten, und daher mit meiner bewegung (die automatisch der intention nachfolgt) genau dann dort, wenn der gegner mit seiner bewegung ankommt. und ich hatte dabei jede zeit der welt, ohne mich beeilen zu müssen, eben weil die intention als reiner impuls ohne verzögerung funktioniert und der rest sowieso von selbst läuft.
Zitat:
>Interessant sind in diesem Zusammenhang vielleicht die Libet-Experimente, die darauf hinweisen, dass das Aktionspotential für eine Aktion vor der bewußten Entscheidung existiert. Damit ist eine Bewegung im Ansatz schon irgendwo vor der Entscheidung zur Bewegung vorhanden. Allerdings ist in diese Versuche schon ziemlich viel hineininterpretiert worden und ich würde mich auf ähnlich dünnem Eis bewegen, wie die Quantentelepathen < |
ich finde das eigentlich sehr einleuchtend und vernünftig, dass intention vor dem bewußtsein davon da ist. bewußtsein _ist_ langsam und darf ja langsam sein. ich stell mir das so vor: in der kampfsituation hast du dann, wenn du
sehr gut bist, erst die intention und dann, während die bewegung erfolgt, hast du die muße, dir das, was du tust, mit dem bewußtsein anzuschauen. wenn "nur" gut bist, hast du erst nach beendigung des kampfes zeit, mit dem bewußtsein nachzuziehen. und wenn du gar nicht gut bist, wirst du überhaupt von vorneherein überrumpelt, weil du mit allem gleichzeitig dort bist, wo die bewegung ist, und daher grundsätzlich bei jeder aktion hinterher.
Zitat:
Ich bin aber grundsätzlich aufgeschlossen und mache gerade ein Qigong-Ausbildung, in der ich schon unangenehm als Ketzer aufgefallen bin .
Wenn ich Auren sehe, oder Wasseradern spüre, werde ich Dir gerne davon berichten. (Das war jetzt kein Scherz, ich hab's irgendwie im Urin, dass in der Energiegeschichte noch was passiert )
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dass du nicht vernagelt bist, brauchst du nicht extra dazuschreiben, das merkt man auch so :-)
wie man mustererkennungen letztlich für sich übersetzt - reines ahnen/wissen oder energie, bilder, gerüche, taktile oder klangliche wahrnehmung - ist im grunde einerlei. tatsche ist, dass gute qigong-leute erstaunlich viel information kriegen und verwerten. daher nehme ich stark an, dass du da tatsächlich noch einiges berichtenswertes erleben wirst.
Zitat:
So erkläre ich mir auch die Lichtblitze, von denen Ueshiba berichtete, dass sie im die Angriffe Gegners gezeigt haben.
Oder er konnte tatsächlich die Energie wahrnehmen
Wahrscheinlich war er nicht nur ein begnadeter Kampfkünstler, sondern auch
ziemlich durchgeknallt |
ich hab mal ein buch über den gelesen, von seinem sohn geschrieben. ich fands erschütternd - sowohl die art von respekt, die der sohn zeigte, als auch die (für mein empfinden fast schwülstige) selbstergriffenheit des meisters. mein eindruck war, dass da einer, der jede greifbare kampfkunst in seinem lebensradius der reihe nach gelernt hatte, aufgrund seiner diesbezüglichen erfahrung und seiner zufällig vorhandenen guten trancefähigkeit von einigen kampfkunstinteressierten geistern (geister nicht im sinn von toten leuten, sondern von spirits, im schamanischen sinn - er nennt sie götter) als dolmetscher ausgesucht wurde, um deren brillante lehren an die menschheit weiterzugeben (typisch geisterhumor, sowas).
Zitat:
nö, ich hab gedacht, das sieht irgendwie schöner aus |
jajajaja, mach dich nur lustig über meine mentale fehlleistungen :-)