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Alt 01-05-2008, 12:05
Benutzerbild von bluemonkey
bluemonkey bluemonkey ist offline
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Kampfkunst: Taijiquan: weder Kampf, noch künstlich
 
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Zitat:
Zitat von tsange Beitrag anzeigen
das verstehen klingt eher nach denken (viel zu langsam), das würde ich hier eher ausklammern bzw. durch "wissen" oder "ahnen" ersetzen. das verstehen passiert im training über die jahre; ich denke, in der interaktion wird es nur noch als bereits vorhandene struktur wirksam.
Genau,

ich meinte Verstehen im Zusammenhang von
"Ting Jin -> Dong Jin -> Hua Jin-> (eventuell) Fa Jin":

"Kraft hören -> Kraft verstehen -> Kraft umleiten -> eigene Kraft hinzufügen"

Also die Signale des anderen nicht nur Bemerken, sondern eben auch Verstehen was daraus wird.
Verstehen unbewußt und in einem Schritt, so wie wenn Du ein Gesicht erkennst und nicht erst zusammensetzen musst, wie Leute mit bestimmten kognitiven Störungen: "Große Nase, Brille, Muttermal auf Wange: Onkel Horst!" fehlt die Brille, wird's schwer .


Zu dem Echolotansatz:
Früher hat man geglaubt, dass man im Sehprozesss die Objekte wie mit Scheinwerfern aktiv beleuchtet ("Augenlicht") und die Reflektionen auswertet.
Heute geht man davon aus, dass Sehen eher ein passiver Prozess Wahrnehmungsprozess ist (zumindest der Teil vom Objekt bis zur Netzhaut, dann wird's ja sehr kreativ).

Das erinnert mich an den Vergleich eines Taijimeisters von Pushhands mit einem Gespräch:
Man muss nicht nur reden, sondern vor allem auch zuhören, was der andere sagt und idealerweise verstehen, was er meint (auch wenn es ihm vielleicht selbst nicht bewußt ist.
Spinnt man dieses Bild weiter, kann man Dein Echolot-Ansatz als geschickte Gesprächsführung mit den richtigen Fragen interpretieren.


Zitat:
Zitat von tsange Beitrag anzeigen
ich finde das eigentlich sehr einleuchtend und vernünftig, dass intention vor dem bewußtsein davon da ist. bewußtsein _ist_ langsam und darf ja langsam sein. ich stell mir das so vor: in der kampfsituation hast du dann, wenn du sehr gut bist, erst die intention und dann, während die bewegung erfolgt, hast du die muße, dir das, was du tust, mit dem bewußtsein anzuschauen. wenn "nur" gut bist, hast du erst nach beendigung des kampfes zeit, mit dem bewußtsein nachzuziehen. und wenn du gar nicht gut bist, wirst du überhaupt von vorneherein überrumpelt, weil du mit allem gleichzeitig dort bist, wo die bewegung ist, und daher grundsätzlich bei jeder aktion hinterher.
IMHO ist das Bewußtsein für das Erlernen neuer Fähigkeiten (Umprogrammierung) nützlich, da fällt die geringe Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit nicht in's Gewicht.
Steht das Programm einmal, dann kann man es laufen lassen ohne jeden Schritt einzeln zu überwachen.

Zitat:
Zitat von tsange Beitrag anzeigen
ich hab mal ein buch über den gelesen, von seinem sohn geschrieben. ich fands erschütternd - sowohl die art von respekt, die der sohn zeigte, als auch die (für mein empfinden fast schwülstige) selbstergriffenheit des meisters.
Das ist noch die alte Schule, er hat ja seinen Meister noch bedienen und u.a. die Haare pflegen müssen.
Es gibt da die Anekdote, dass er aus Versehen die Schuhe eines Schülers angezogen hat. Als dieser ihn vorsichtig auf den Irrtum hinwies, wurde er zusammengeschissen, wie er auf die Idee komme, sich die gleichen Schuhe wie sein Meister zu kaufen...

Ich empfehle das Buch "Unendlicher Friede", sehr amüsant, aber wahrscheinlich ist die Hälfte erfunden und die andere Hälfte nicht wahr


Zitat:
Zitat von tsange Beitrag anzeigen
mein eindruck war, dass da einer, der jede greifbare kampfkunst in seinem lebensradius der reihe nach gelernt hatte, aufgrund seiner diesbezüglichen erfahrung und seiner zufällig vorhandenen guten trancefähigkeit von einigen kampfkunstinteressierten geistern (geister nicht im sinn von toten leuten, sondern von spirits, im schamanischen sinn - er nennt sie götter) als dolmetscher ausgesucht wurde, um deren brillante lehren an die menschheit weiterzugeben (typisch geisterhumor, sowas).
Was ihm wohl nicht besonders gelungen ist. Sein späterer Cheftrainer Koichi Tohei hat wohl sinngemäß gesagt, dass er oft von seltsamen Dingen gesprochen habe, die aber kein Mensch verstanden hat.
Das KK-Training sei aber sehr gut gewesen.
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Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? (Lk 6,40)
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