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Alt 08-05-2008, 10:19
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Zitat von GuanYu Beitrag anzeigen
@bluemonkey

Keine Frage, man kann auch Einzelübungen in hohem Detail lehren und üben. Tatsächlich ist das auch in Chen Zhaokuis Taijiquan ein großer Aspekt - allerdings wird dort zumeist erst die Form unterrichtet, dann werden einzelne Bewegungen herausgenommen, korrigiert und geübt. Das nennt sich dann danshi, und stellt zusammen mit Form und Tuishou einen der großen Blöcke der Übungsmethodik dar.

Probleme habe ich eigentlich nur mit zwei PUnkten. Zum einen damit, dass zwar die Solo-übungen systematisiert und standardisiert werden, die Partnerübung aber weit hinterher hinkt. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die meisten Übenden eben doch "nur" nach einer etwas abwechslungsreicheren Variante des Qigong suchen.
Das ist auch teilweise meine Meinung. Chen Xiaowang hat auch das Pushhands systematisiert und es wird auch sehr detailliert unterrichtet.
Leider wird die Übung teilweise (Hängt von dem Unterrichtsangebot der entsprechenden Schule ab) vernachlässigt, bzw. sie geht etwas unter (eventuell auch aufgrund mangelnden Interesses der Schüler).
Ich versuche daher hier seit ca. 1,5 Jahren eine Art Pushands-Workshop (Stiloffen!) zu etablieren, dessen Hauptzielsetzung darin liegt, zumindest bei einer kleinen Gruppe von Praktizierenden die Pushhandsroutinen so weit zu erlernen/einzuschleifen, dass damit auch richtig gearbeitet werden kann. Die Begeisterung hält sich leider (außer bei den üblichen Verdächtigen) in Grenzen

Zitat:
Zitat von GuanYu Beitrag anzeigen
Vielmehr wird es nicht selten als der einzig wahre Weg dargestellt, mit der Argumentation, dass z.B. der Weg über den Formunterricht "viiiiiiiiiiieeeeeeeel zu schwer" wäre, als dass man dadurch Taijiquan lernen könnte. Genau das stelle ich in Frage; wie auch in anderen Betätigungen lernt man meiner Erfahrung nach mehr, wenn man sich auch mehr fordert. Die Gefahr ist also nicht, dass man auf einem schwierigeren Weg langsamer lernt, sondern dass man sich überfordert und die Motivation verliert. Daher mein Kommentar im vorigen Beitrag bezüglich überforderter Schüler.
Das kenne ich bei uns so nicht, das Hauptwerkzeug ist offiziell die Laojia Yilu (Lange Form alter Rahmen).
Die Xinjia (neuer Rahmen), die ihr wahrscheinlich sofort lernt, denn Chen Yu kennt keinen “neuen Rahmen“, wird bei uns allerdings eher Fortgeschrittenen empfohlen (nach meiner persönlichen Erfahrung zu recht), und darf auch erst ab Ausbilder unterrichtet werden (es wird aber auch niemand dran gehindert, nicht auf seinen Lehrer zu hören ).
Bis dahin (Lehrerprogramm) gibt es aber die 19-Form, die 75-Form, die Kanonenfaust alter Rahmen, die Schwert-, Säbel-, Stock-/Speer-, Hellebarden- und die 38-Form, die viel neuen Rahmen enthält.
Das ist schon mehr, als die meisten korrekt erlernen und dann regelmäßig üben können.
Später (Ausbilderprogramm) kommen dann noch die zwei Formen neuer Rahmen und Doppelschwert, Doppelsäbel-, Ballform,
Dagan- und neuerdings wohl die Doppeleisenstangenform dazu.

Die Reihenfolge ist nicht zwingend und jeder kann sich das nehmen, was er meint lernen zu wollen. Bei uns hat auch mal jemand Säbel vor der Langform gelernt (der kommt allerdings inzwischen auch nicht mehr ins Training).

Die Empfehlung von CXW ist, am Anfang mehr Basisübungen zu machen, und die dann später zugunsten der Form zu reduzieren.
Das ist sinnvoll, denn dann kann man von Anfang an schon an den inneren Prinzipien arbeiten, auch wenn man die Form noch nicht äußerlich beherrscht.
Kann man die Form soweit, dass man mit ihr auch innerlich arbeiten kann, reduziert sich das Basistraining (oder der Gesamtumfang steigt)

Geändert von bluemonkey (08-05-2008 um 10:27 Uhr).
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