Einzelnen Beitrag anzeigen
  #8  
Alt 10-05-2008, 11:46
Benutzerbild von Luggage
Luggage Luggage ist offline
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: [beliebiges Klischee hier einsetzen]
 
Registrierungsdatum: 20.05.2002
Ort: Bei Mannheim, gerade noch Hessen
Alter: 25
Beiträge: 5.344
Standard

Zitat:
Zitat von Willis Beitrag anzeigen
Warum also nicht einen Thread öffnen (ich weis nicht, wie man die Threads ganz oben im Forum nennt, die immer ganz oben bleiben ), in der einfach einige Stile vorgestellt werden (nur grobe Richtung, sonst wäre das sicherlich zu viel ). Das würde mir persönlich z.B. ersparen, die Frage zu stellen, welcher Stil für mich in Frage käme, wenn ich mich ganz unspektakulär aber effektiv Verteidigen möchte (Verhältnis von Nutzen zu Aufwand).
Von mir aus kann ruhig jemand so einen Thread eröffnen. Ich persönlich habe auch nicht so das Problem mit den "was wäre das richtige für mich"-Threads - wenn die jemanden nicht interessieren, braucht er sie weder zu lesen, noch zu beantworten. Ein paar barmherzige beteiligen sich ja doch immer wieder daran. Allerdings kann man Stilbeschreibungen ohne weiteres ergooglen. Die Beschreibungen auf den Verbands-Webseiten sind auch nicht besser oder schlechter, als die, die man hier bekommen kann. Ansonsten kann man auch hier durch die Foren lesen.

Das Problem mit der einfachen Aufwand-Nutzen-Relation ist, dass diese nicht so einfach ist. Sicher gibt es Systeme, die sich auf die Flaggen geschrieben haben pure, einfache und direkte SV zu unterrichten. Ob sie das aber auch wirklich tun, und ob das überhaupt möglich ist, füllt Terrabytes an Forenbeiträgen. Es gibt da verschiedene Glaubensgruppen, mit jeweils verschiedenen Unterströmungen. Welcher man sich da anschließt, ist Geschmacks- und Erfahrungssache. Also kommt man auch nicht drum herum letztere zu machen. Jede Beschreibung und Empfehlung hier wird den Inhalt der jeweiligen Glaubensgruppe widerspiegeln, desjenigen, der gerade schreibt. Die muss aber nicht die eigene sein und kann auch nicht objektiv "die" Wahrheit darstellen. Die hat man bis heute noch nicht gefunden. Dabei gibt es immer Trends, die dem Wandel der Zeit unterliegen. Als Beispiel, aus "Karate 1" von Albrecht Pflüger, 1982: "Karate gilt als die wirksamste und systematischste Selbstverteidigung der Welt und verdrängte in den letzten Jahren das veraltete Jiu-Jitsu". Kernspechts "Blitzdefence", 2002:"Kernspecht selbst begann Ende der 50er Jahre mit dem Studium der verschiedenen westlichen und fernöstlichen Kampfmethoden wie zB. [...] das Leung Ting System des Wing Tsun (WT), das bei Fachleuten als die praktischste und wirkungsvollste Selbstverteidigung gilt."

Früher galt man mit Karate als unbesiegbar, heute dürfte man sich einen Satz wie den oben zitierten nicht mehr erlauben, ohne in der Luft zerissen zu werden. Es ist also nicht nur ein elementarer Unterschied, wen man nach Effektivität fragt, sondern auch, wann man das tut. Man wird diese Frage so schnell nicht klären können. Die einzige Möglichkeit besteht darin raus zu gehen, so viel zu trainieren, wie es geht, immer wieder neue Impulse aufzunehmen und sich eben eine eigene Meinung zu bilden. Speziell auch deswegen, weil jeder ein ganz eigenes Anwenderprofil hat, mit ganz eigenen Problemstellungen. Da sind einfach keine pauschalen Aussagen möglich. Fest steht jedenfalls: Vom Reden kommt nichts. Der größte Fehler besteht darin, garnicht zu trainieren!
Mit Zitat antworten