Zitat:
|
Ich vertrete eher den Standpunkt das ich viele Techniken können will (irgendwann mal) und nicht nur 2-3 richtig gut beherrschen will. Beim Fußball war das auch nicht dass wahre, weil irgendwann alle wussten "der spielt den Ball immer durch die Beine" oder "der macht immer diesen oder jenen Trick".
|
Wenn es dir ernsthaft um sinnvolle Selbstverteidigung geht, sind einige wenige Techniken, die du bis zum Umfallen übst, aber wesentlich sinnvoller als eine riesengroße Bandbreite an Sachen, die du alle ein bißchen beherrschst. Wenn du mal in den sportlichen Bereich guckst, wo es nur um Funktionalität geht, wirst du sehen, daß die allermeisten Athleten überwiegend mit ihren zwei, drei Spezialtechniken kämpfen, die sie aus dem Effeff beherrschen.
Es geht nicht nur darum, nur den motorischen Ablauf einer Technik zu lernen. Wenn du damit auch wirklich im Ernstfall was anfangen können willst, mußt du dir die Fähigkeit erarbeiten, die Technik auch bei einem sich heftig wehrenden, dich seinerseits angreifenden Gegner vorzubereiten, anzusetzen und durchzubringen. Dazu brauchst du außer dem technischen Verständnis für den Bewegungsablauf auch Kraft, Timing, Distanzgefühl, Reflexe, Schnelligkeit und generelles kämpferisches Bewegungsgefühl, und das ist selbst bei einfachen Techniken eine Herausforderung, die dich durchaus Jahre kosten kann.
Zitat:
|
Aikido ist in meinen Augen defensiv, weil man nicht auf den Gegner drauf geht, selbst dann nicht wenn man wieder und wieder angegriffen wird. Man bleibt immer in abwartender Position und wehrt dann Angriffe ab und setzt nicht laufend nach, so wie ich das verstehe.
|
So ein Verhalten ist im Realfall suizidal und nicht geeignet, zu deiner Sicherheit beizutragen. Kontern, Nachsetzen und das Angriffspotential des Gegners zu neutralisieren (auf welche Art und Weise auch immer) ist etwas, an dem kein Weg vorbeiführt. Du willst den Angriff doch beenden, und zwar so schnell wie möglich.
Im übrigen ist das auch nichts, was ich beim Aikido gesehen habe. Ich gebe zu, daß ich selber aus einer etwas anderen kampfsportlichen Richtung komme und Aikido nur über einen guten Kumpel von mir und ein Probetraining kenne, aber was ich dort vorgefunden habe, waren im Kern eigentlich knallharte Hebel, die im Ernstfall wohl Knochenbrecherpotential hätten, und Würfe, die bei einem Gegner, der nicht fallen kann, auf hartem Boden wahrscheinlich schwere Verletzungen verursachen würden. Aikido mag im Training relativ sanft, entspannt und friedlich aussehen, aber seine Wurzeln liegen - wie die jedes anderen Kampfstils auch - in einer "killing art".