Einzelnen Beitrag anzeigen
  #37  
Alt 18-05-2008, 17:16
Benutzerbild von pilgrim
pilgrim pilgrim ist offline
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Aikido (AFD)
 
Registrierungsdatum: 24.11.2005
Ort: Hildesheim
Alter: 42
Beiträge: 438
Standard

Zitat:
Zitat von marthes Beitrag anzeigen
SV ist wohl in den meisten Aikido-Dojos nicht der zentrale Aspekt des Trainings.
Es gibt in Deutschland unterschiedliche Aikido Verbände. Einige sind sind deutlicher SV-orientiert als andere.

Zitat:
Dennoch erschliesst sich mir nicht ganz, warum es so lange dauern muss, bis ein Aikidoka seine Techniken auch im SV-Fall anwenden kann.

Ist dies wirklich eine Frage der langjährigen Perfektionierung der Techniken und Bewegungsmuster oder nicht doch eher eine des Fokus bzw. der Trainingsmethodik (wie in anderen KK auch)?
Es liegt daran daß die Aikido-Techniken ein verändertes Körpergefühl voraussetzen. Um dieses Körpergefühl zu entwickeln braucht man viele Jahre intensives und regelmäßiges Training.

Die äußere Form der Techniken, bzw. der Grundformen der Techniken, sind nach einem halben bis ganzen Jahr erlernt. Man weiß dann, in welche Richtung man ein Handgelenk bei einer bestimmten Technik verbiegen muß, wie man dabei stehen sollte etc.

Sehr viele der Techniken gibt es ja rein äußerlich auch in anderen KK. In fast jeder wird es z.B. irgendwelche Handgelenkhebel geben, oder?
In vielen KK geht es dabei darum, mit meinen Händen daß Handgelenk des Angreifers so zu manipulieren, daß er Schmerz empfindet und diesem Schmerz nachgibt.

Im Aikido werden die Hebel immer in den natürlichen Bewegungsrichtungen der Gelenke geführt. Nie dagegen!
Und geht es darum, die Beine / Hüfte so zu bewegen, daß meine völlig entspannten Arme / Hände ganz ohne Krafteinsatz so auf das Handgelenk des Anggreifers wirken, daß dadurch dessen Hüfte / Beine sich bewegen müssen, d.h. er fällt.
Bei einem im Aikido-Sinn gut ausgeführten Handgelenkhebel benötige ich keinerlei Kraft, 0, in Armen oder Händen. Der Angreifer spürt keinen / nur geringen Schmerz an dem gehebelten Handgelenk und sein gesamter Körper wird bewegt- ob er das will oder nicht.
Und: Das soll mit jemand funktionieren, der noch nie Aikido gemacht hat, selber Kraft einsetzt, größer ist als ich ...

Ach, ist schwer zu erklären.

Die Techniken sind schnell gelernt. Das Aikdo-Gefühl dauert sehr lange.

Was die Angriffe angeht: Sie decken ein großes Spektrum der eher realistischen Szenarien ab. Dabei sind sie z.T. schwieriger zu handeln, als diese. Nach einer Weile dehnt sich das Können automatisch und mühelos auf die "realistischeren" Formen aus.

Grüße,
Carsten
Mit Zitat antworten