[quote=tensho;1113764]@ tadi:
...danke erstmal, dass du dir die zeit genommen hast so ausführlich zu antworten!
allerdings kommt mir die ausführung der "3 tages prüfung" bei schwarzgurt a bissl seltsam vor:
* 1 ganzer tag theorie?! und das nach schulnoten sys. - was wird denn da verlangt?
* 10
km laufen in 1 stunde - ganz ehrlich: eine sonderliche leistung ist das aber nicht?! oder werden da davor oder danach auch noch sachen verlangt? (so wie du geschrieben hast ja nicht...)
Hallo Tensho,
also ich habe 2004 meinen Schwarzgurt in Kadgamala Karate abgelegt. Die theoretische Prüfung lief Abends und war ein schriftlicher Test, über die Geschichte des Karate und natürlich auch über die Geschichte des Kadgamala Karate, dann karatespezifischer Teil mit Fragen zu Techniken (auch japanische Begriffe) und zu guter letzt noch sportliche Aspekte. Im Anschluss mußte einige einen großen Meister/wichtige Persönlichkeit der Vergangenheit bei einer 15 minütigen Präsentation vorstellen. Alle Schwarzgurtanwärter mussten vorher eine 12 seitige Arbeit über eine Person abgegeben.
Der Samstag begann dann mit Kihon und Kata. An verschiedenen Prüfertischen wurde unterschiedliche Aspekte abgeprüft. Über Los bekam man Techniken, Kombinationen, Kata und Bunkai Aufgaben und musste diese an den einzelnen Tischen zeigen.
Am Nachmittag war dann Kumite. Zum Teil Yakusoku -Kumite (Lemmens hat an dieser Stelle eine Art Form entwickelt heisst Nage no Kata - nicht zu verwechseln mit den Nage No Kata aus dem Judo) und zum Teil Jiyû-kumite.
Jiuyû-kumite fand bei mir ohne Schützer statt, aber wer Lemmens kennt mit kontrollierten Kontakt. Die kickboxerischen Aspekte fanden ihren Anspruch in einer Art Bôgu-Kumite (Ausrüstungskampf) seinen Anspruch.
Das Jiyû-Kumite wurde immer im Wechsel mit Boden-Randori/Tatami-kumite durchgeführt. Die zum zweiten Dan mussten das Jiyû - Kumite immer am Boden zuende führen.
Der dritte Tag begann dann mit einem 10 Kilometer Lauf auf dem Sportplatz. Danach hatten wir eine Stunde Mittag und in der Zeit wurde ein 18. Stationen Zirkel aufgebaut. An jeder Station verbrachte man 2 Minuten. Liegestützen soviele wie man schafft in zwei Miunten, 2 Minuten Ergometer, 2 Minuten Seilspringen, 2 Minuten Steps an einem Kasten, Liegestützen mit Langhantel, 2 Minuten über einen Bock und unten wieder hindurch usw.
Ich kenne leider keine anderen Schwarzgurtprüfungen, aber ich fand es damals anstrengend. Kadgamala Karate bietet einen eine schöne Abwechslung und geht vom dem Gedanken weg, dass Karate nur Form ist.
Wichtig für mich ist Kadgamala Karate hat meinen Grundstein gelegt, was man in seiner Entwicklung weiter daraus macht sei dahin gestellt.
Lemmens ist Geschäftstüchtig und hat auch eine nach amerikanischen Vorbild (wo es die Vereinsstrukturen in der Form wie in Deutschland nicht gibt) organisierte kleine Dojo Kette, die trotzdem wirklich modern, spannend und geschickt vermarktet ist.
Aus diesem Grund ist Kadgamala Karate auch nicht für jeden trainierbar, weil rechtlich geschützt.
Lemmens ist ein großer Karateka, da er das erste Karate Dojo in Hamburg lange Zeit erfolgreich als Wettkampftrainier leitete:
http://www.karate-hamburg.de/chronik_rechts.html ; seine Söhne folgen diesem Beispiel. Er hat schon Karate unterrichtet, da haben meine Eltern über mich noch nicht nachgedacht. Wie sich das Kadgamala auch entwickelt, ob ins Kickboxerische oder ein Überbegriff für Material Arts. Ich weiß es nicht.
Kadgamala Karate, Wadoryu, Shotokanryu, sie geben einem alle die Form, ein System eine Richtung, aber was wir daraus machen und wie sich jeder einzelnde entwickelt ist ja sowieso von der Persönlichkeit abhängig.
Achja ich hatte auch mal einen Lehrgang bei Lemmens mit Sigi Wolf (2002) und auch Günther Mohr war mal da (ich leider nicht

), also reine Shotokaner...
Schade ist natürlich nur, dass man eben nicht den hohen Grad der Perfektion eines visierten Shotokaners erreicht, der über Jahre sehr intensiv Formen übt, trotzdem versucht doch jeder gerade an diesen Schwachpunkten dann selbst zu arbeiten, der Sensei hilft einen nur dabei... ich suche gerade einen neuen der mir diesen Weg zeigt. Ein Schwarzgurt macht es doch aus, dass er erkennt, das er trotzdem und immer wieder am Anfang steht!
Ich bin Lemmens Kaicho (glaub ist er nun? ;-) ) dankbar für sein System. Es hat mir meinen Grundstein gelegt.
Ich selbst habe nur das letzte Jahr meiner Ausbildung zum Schwarzgurt bei Lemmens selbst trainiert und vorher bei einem Schwarzgurt von ihm selbst. Trotzdem auch im Karate ist er ein Guter und ich glaube seinen Uchi-deshis wird er auch diese Dinge zeigen.
Danke Euch für Eure Geduld und ich hoffe ich konnte bezüglich diesen Exoten-Stils etwas Licht in die Runde bringen. Viele Grüße!