Hallo Freunde,
im Buddhismus geht es wie in der alten Kampfkunst um das TÖTEN. Eine Hauptfigur buddhistischer Mythologie ist Manjushri. Dieser Buddha hält ein flammendes Schwert in der Hand, mit dem er die Dämonen der Dunkelheit (Täuschungen des Geistes) BEKÄMPFT.
Wenn Kung Fu Bewegungen und -Positionen in einem Kloster wie Shaolin auf Fresken zu sehen sind, dann kann man davon ausgehen, daß die Übung dieser Kunst für die buddhistischen Mönche von besonderer religiöser Bedeutung war.
(Zen-) Buddhisten haben stets nach Analogien gesucht. In der Kunst des Kampfes auf Leben und Tod fanden sie ein perfektes Gleichnis für elementare Aspekte des buddhistischen Lehrweges:
- lebenslange Übung im Zustand der Unerschütterlichkeit
- Überwindung des Egos (um fehlerlos zu kämpfen)
- strengste Schulung
- höchste Konzentration
- Konfrontation mit dem eigenen Tod
- absolute Kontrolle des Geistes durch Nicht-Kontrolle etc.
Heute kann man die Kampfkunst erlernen, ohne sich in Todesgefahr zu begeben. Doch nach wie vor spielen sehr archaische Aspekte eine Rolle: Angst, Willenskraft, Konzentration, Hingabe, Sensibilität, Präzision des Handelns etc. Alle diese psychischen Momente können genutzt werden, um eine innere, spirituelle Entwicklung in Gang zu setzen.
Die Härten der traditionellen Zen-Ausbildung übersteigen bei weitem das normale Maß der Kampfkunst-Schulung. Aus der Perspektive eines Zen-Schülers ist das durchschnittliche Kampfkunst-Training wie Urlaub. Das führt leider zu elitärem Denken, besonders, wenn Leute, die mal ein bißchen am Sandsack rumhampeln sich für harte Jungs halten.
Eine ursprüngliche Ähnlichkeit zwischen Buddha-Weg und Kampfkunst-Weg war mal die, daß es den Leuten absolut ernst damit war, das heißt, sie haben es als das Wichtigste in ihrem Leben angesehen. Das können hier einige nicht verstehen, die in ihrer Freizeit ein wenig in bunten Klamotten rumspringen. Müssen sie auch nicht. Aber vielleicht etwas zurückhaltener in Dingen sein, von denen sie noch nicht einmal die Umrisse ahnen.
Beste Grüße
Thorre