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Alt 07-02-2004, 18:30
Fa-yong Fa-yong ist offline
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Ihnen schlägt, wie Sie selbst schreiben, in diversen Zuschriften schwere Kritik entgegen. Möglicherweise beruht diese Kritik, die sich gegen die kommerziellen Praktiken des Shaolin Tempels richtet, auf Mißverständnissen. Und möglicherweise räumt ein ehrlich geführter Disput tatsächlich einige solcher Mißverständnisse aus dem Weg. Ich würde mich darüber sehr freuen.

Vermarktung ist ein Begriff, der nicht recht mit ethischen und spirituellen Ansprüchen harmonieren will. Meint man es ernst mit einem Ideal, dann vermarktet man es normalerweise nicht. Etwas zu vermarkten bedeutet, es den Interessen und Notwendigkeiten des Marktes zu unterwerfen. Und man muß kein Buddhist sein, um zu sehen, wie diese Notwendigkeiten der ursprünglichen Idee schaden.

Vermarktung bedeutet im Falle einer spirituellen Tradition die Verflachung der ursprünglichen Inhalte auf eine Dimension, die massenwirksam vermarktbar ist. Chan ist aber in seiner Tiefe gerade überhaupt nicht marktgerecht und kann nur dann kommerziell ausgebeutet werden, wenn man es auf ein äußeres, exotisches Erscheinungsbild (Kutten, Mönche, Meister) abflacht.

Und eben dieser Kritik müssen Sie sich stellen. Ich beobachte seit ca. 10 Jahren, wie der Ruf Shaolins Schaden nimmt. In Kampfkunstkreisen ist er bereits denkbar angegriffen und in Chan – Kreisen katastrophal. Das ist meine persönliche Beobachtung. Sie mag subjektiv und fehlerhaft sein. Ich denke jedoch, dass sie der Realität der allgemeinen Meinung sehr nahe kommt. Das öffentliche Bild hat auch deshalb so gelitten, weil sich der Anspruch des Chan nicht mit den lauten, bunten Shows verträgt. Chan ist keine Show und hat dort nichts zu suchen. Sie sehen das offenbar anders, und genau das wird man Ihnen gerade von der Chan-Seite immer wieder zum Vorwurf erheben.
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