Ich sehe grundsätzlich drei Probleme, um Ju Jutsu wirklich voranzubringen.
1. Ju Jutsu ist sehr verbreitet und wird oft in Turnvereinen unterrichtet.
Dementsprechend viele machen dann Ju Jutsu auch nur " um sich ein bisschen zu bewegen".
Dies sind keine Kampfkünstler ,die sich wirklich einen Kopf machen.
Die gehen vielmehr ein oder zweimal in der Woche ins Training, wollen sich ein bissel bewegen ( am besten 1 Stunde aufwärmen ala Tae Bo) und ab und zu mal eine Gürtelprüfung machen.
Diese Leute wollen sich gar nicht über die
KK allgemein informieren und sich als
KK weiterentwickeln.
Und zum Thema Allkampf, wie will man mit denen Allkampf machen.
2. Die Entwicklung des Ju Jutsu 2000 ist anscheinend an einem Grossteil der Betreibenden vorbeigegangen.
Es gibt engagierte Ju Jutsuka, die sich fortbilden ,die das Neue, was ja hauptsächlich aus dem
FMA-Umfeld kommt, auch ausserhalb des Vereins kennenlernen wollen. Andere, vor allem Scharzgurte, die sich zu gut sind, nochmal Anfänger zu sein, ruhen sich auf ihrem Erlernten aus und bringen ihren Schülern auch nur denselben Mist bei, den sie seit Jahrzehnten machen.
Das Schwierige beim Übernehmen von Techniken oder Inhalten anderer Systeme ist ja, zu verstehen, welcher Geist, welches Prinzip diese Dinge ausmacht.
Ich möchte nicht wissen, wieviele jetzt fleissig "Dreierkontakt" üben, ohne zu wissen, woher der kommt, geschweigedenn wozu der überhaupt gut ist.
Ohne das man diese Prinzipien und die Strukturen erkennt, wird das nichts mit einem modernen Kampfsystem, das nicht nur Techniken aufsammelt, sondern auch eine Philosophie hat.
3. Machtkämpfe
Traditionalisten gegen Modernisierer, unterschiedliche Auffassungen, in welche Richtung das Neue geht und Bürokratie lähmen Ju Jutsu und zwingen viele dazu, sich was Neues zu suchen.
Meine frühere "Hauptschule" hat sich schon aufgespalten und ich befürchte, dass da noch mehr kommen werden. Leider, denn Ju Jutsu ist eigentlich wirklich nicht so schlecht um es dazu kommen zu lassen.