Hi,
ich bin ja mal gespannt, wen Du hier als "Experten" akzeptieren würdest. Es gibt keinen Kampfkunst-TÜV und am Ende kann man es auf persönliche Meinungen reduzieren und wird nichts Neues herausfinden. Im Grunde hast Du hier nur zwei Gruppen. Die, die bei den Takos trainieren haben wahrscheinlich einen festen Standpunkt, die anderen können nur nehmen, was im Netz und in Zeitschriften ist.
Keine leichte Sache...
Ich sehe mich nicht als Experten, aber da die Entwicklung und Geschichte des japanischen Kampfkünste einer meiner Forschungsschwerpunkte ist, kann ich zumindest sagen, dass die Quellen, die ich bisher gesehen habe, nicht sehr glaubwürdig sind. Achim hat das schon ausreichend zitiert.
Der Punkt am Ende des langen Satzes ist, was kann man daran aussetzen ? Aussetzen kann man daran, dass hier anscheinend absichtlich Leute hinters licht geführt werden und die Tatsache ausgenutzt wird, das die Kôryû und ein gewisses Knowhow sich allmählich auch nach Deutschland durchschlagen. Mit einer tollen Geschichte fängt man Schüler.
Aber andererseits scheint niemand dadurch zu Schaden zu kommen (noch nicht, siehe Obstschneiden auf fremder Leute Körper). Niemand scheint etwas für das Training zu bezahlen und die Mitglieder scheinen sich Mühe zu geben, sich an die in der angeblich so alten Tradition verankerten Maximen zu halten. Sie scheinen also in erster Linie harmlos.
Meiner Meinung nach hat sich hier nur jemand mit einem Hang zur Selbstinszenierung einen Stil ausgedacht/zusammengebaut und konnte anscheinend ohne die an den Haaren herbeigezogene Historie nicht glaubhaft auftreten. Das ist sehr schade, denn wäre er wirklich gut und hätte das was er tut Hand(kante) und Fuß, hätte er das Theater wohl kaum nötig. Ein neuer Stil ist ja eigentlich ersteinmal eine gute Sache, nur riecht hier die Verpackung etwas faul. Das kann aber auch gänzlich unabhängig vom eigentlichen Inhalt des Stils sein. Vielleicht ist er sehr viel Wert und nur "unzureichend" beworben worden.
Meine persönliche Meinung...
Karsten |