Das schlimme daran ist, daß die Medien überhaupt nicht objektiv über Computerspiele berichten, sondern nur Stimmung machen und ihre Auflagen erhöhen wollen und daß gewisse Politiker das Thema mit markigen Sprüchen wie "Gewalt in Computerspielen verbieten" zum Wahlkampf ausnützen wollen. Das finde ich nur noch eklig. Vor allem in der Politik wird jetzt Tatkraft geheuchelt, dabei tritt das furchtbare Verbrechen in den Hintergrund, es wird schamlos zum Wahlkampf ausgeschlachtet.
Viele Berichte sind nicht einmal ordentlich recherchiert: wenn ich lese, bei Counterstrike "soll man auf vom Passanten bis zum Schulmädchen" auf alles schießen muß ich annehmen, der Redakteur hat noch nie CS gesehen, geschweige denn gespielt.
Hier eine Aufzählung, was ich bis jetzt gelesen habe:
- CS sei das "brutalste Killerspiel"
- "Am begehrtesten sind Pumpguns, denn die bringen die meisten Punkte - Steinhäuser hatte bei seinem Amoklauf auch eine solche Waffe dabei"
- Kopfschüsse würden durch Extrapunkte belohnt
- "Das Mädchen trägt einen karierten Rock und eine weiße Bluse. Sie ist überrascht, als sich die Türe öffnet. Das letzte, was die Schülerin in ihrem Leben wahrnimmt, ist das Mündungsfeuer der Automatikwaffe, die der Eindringling auf sie richtet. Ihre Bluse färbt sich rot - Ziel eliminiert. Der Mord findet Online statt. Tatort ist ein Computerspiel. "Counterstrike", heißt das Programm, in dem ein Entführungsszenario nachgestellt wird. Ein Trainingsgelände für Massenmörder. ..."
- "Haßindustrie"
- ein Screenshot zeigte eine brutale Szene aus dem hierzulande indizierten "Soldier of Fortune" und wurde mit "Counterstrike" beschriftet
- "Eines seiner Lieblingsspiele war "Counterstrike", ein Killerspiel, bei dem zwei feindliche Terroristen-Einheiten sich bekriegen. Maskierte jagen da andere Maskierte durch Wüstenlandschaften und dunkelgraue Betonwelten, nehmen Dunkelmänner ins Fadenkreuz ihrer virtuellen Maschinenpistolen und feuern weiße Blitze - bis der gesamte Bildschirm rot zuckt: Das Opfer verblutet, das Ziel ist erreicht, der Spieler gewinnt."
- Counterstrike sei indiziert
und schließlich, mein Favorit
- "Er soll ein begeisterter "Counterstrike"-Spieler gewesen sein, ein indiziertes Spiel, das Terrorangriffe und -bekämpfung simuliert. Tatsächlich kommt die subjektive Sicht der Computerspiele dem Amoklauf bedenklich nahe: Der Schütze läuft durch Gänge und schießt auf eklige Tiere oder eben Terroristen. Man nennt die Gattung Ego-Shooter: Ich-Findung mit Hilfe von Gewaltfantasien im virtuellen Raum. Der Spieler wird durch immer bessere Waffen belohnt, und oben auf der Skala steht die Pumpgun. Diese Waffe bedient die Fantasien von pubertierenden Jugendlichen besonders, das Nachladen imitiert die Masturbationshandlung. Das klackende Geräusch der Waffe, die offene, Furchtlosigkeit signalisierende Haltung vor dem Bauch ist im Kino tradiert worden; ebenso die erschreckende Wirkung der Schrotgeschosse."
Eure Meinungen dazu? Ich finde diese populistische Art der Stimmungsmache einfach besch**en!
Sorry, ist 'n bißchen länger geworden
