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Alt 20-04-2004, 17:23
Benutzerbild von Michael Kann
Michael Kann Michael Kann ist offline
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Zitat:
Zitat von Mandrake
Naja, die Geschichte wird von den siegern geschrieben, unser vorteil ist jedoch das einige der Leute ja noch leben. Klar, das gesagte ist genauso geduldig wie das papier, aber eine authentischeres Geschichtsdokuemt als eine person wirst du wohl nicht finden...
Diese Person wird es aber eben auch nur aus ihrer jeweiligen, meist der subjektiven, Sicht erzählen, erklären, beschreiben.

Mit der Zeit entwickelt sich alles weiter, dass Kickboxen vor 20 Jahren sah anders aus als das Kickboxen von heute. Das Karate Jutsu Funakoshis (soweit ich Bilddokumente aus der Zeit gesehen habe) unterscheidet sich meilenweit von dem heutigen (angeblichen Erbe) Shotokan. Das Juido (oder Kano Judo oder Kano Jiu-Jitsu) der Gründertage unterscheidet sich elementar vom Judo das heute ausgeübt wird. Das Ju-Jutsu der Gründerjahre in Deutschland kann, dass ist meine feste Überzeugung, mit dem heutigen an sich überhaupt nicht mehr verglichen werden. Dies sind nur einige Beispiele und sie stehen nur stellvertretend für, nach meiner Meinung, alle KKs.

Alles unterliegt einer gewissen Progression ... so ist die Menschheit! Ob es sich zum guten oder schlechten hin entwickelt ist letztich meist Empindungs- bzw. Ansichtssache und somit INDIVIDUELL.

Leider spielen heute falsch verstandene Ehre, vorgebliches Traditionsbewußtsein (meist von Menschen, die eben gar nicht wissen wie die Tradition noch vor 50, 100 oder 150 Jahren aussah), Machtstreben, finanzielle Nöte oder auch das streben nach Reichtum in den KKs genauso eine große Rolle wie in allen Bereichen. Im Regelfall sind es aber fast ausschließlich wirtschaftliche Interessen die mit einem Deckmantel versehen werden!

Dabei treten Menschlichkeit, miteinander und voneinander lernen, moralische Werte, Rücksichtnahme, Verständnis, Gerechtigkeit in den Hintergrund oder werden gar gänzlich über den Haufen geworfen.

Ich denke, es wird, ebenso wie in den anderen KKs auch im Capoeira keine Einheit geben. Dies zeigt ja auch die Momentane Situation, dies auch ohne das umstrittene Freestyle Capoeira - wobei ich den Antritt der Kritiker verstehe und respektiere. Schon heute gibt es so viele verschiedene Ausrichtungen, Lehren wie zum Beginn eigentlich jeder aufstrebenden KK.

Letztlich ist auch Mestre Bimba ein Visionär (wie letztlich wir alle) gewesen, und so wie ich es sehe, ist nur ein geringer Teil der Capoeirista seinem visionären Weg gefolgt. In der Zwischenzeit haben sich andere, um ihre Form der Capoeira und deren Verbreitung (die Interessen laßen wir mal außen vor), machmal mit mehr und manchmal mit weniger Erfolg, bemüht.

Der Streit untereinander steht einer Progression meist mehr im Weg und ohne Progression wird keine KK sich am Markt halten bzw. etablieren.
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