Hi Thorre,
danke für den schönen Beitrag.
Im Prinzip sehe ich das folgendermaßen, so jemand eine der asiatischen Kampfkünste verstehen möchte, muß er auch das zugrunde liegende Denkmodell verstehen und anwenden können (er muss es nicht mögen).
So jemand nur an effektiver
SV interessiert ist, benötigt er das wohl kaum, dann "reichen" Grundkenntnisse in Physik, Anatomie & Strategie, gewürzt mit hartem und häufigem Training.
Für 'nen Kampfsportler reicht es sich auf seinen Trainer zu verlassen und den entsprechenden Workouts mit viel Engagment zu folgen.
Persönlich würde ich nicht soweit gehen den Philosophen die Kampffähigkeit abzusprechen, dennoch wird häufig ein Mangel an hartem Training mit Philosophie, unschlagbarem System u.ä. weggeredet.
Als Beispiel mag hier vielleicht das Tai Chi gelten. Eigentlich ein extrem effektives Kampfsystem (sorry Kampfkunst), heute zumeist eine philosophisch verbrämte Gesundheitsgymnastik.
Hey, stop nicht alle. - Aber doch zu häufig.
Und zum Thema der Realität (oder Wahrheit) sei angemerkt, daß diese immer subjektiv ist.
Und jedwede Philosophie (Liebe zur Wahrheit) ist nur ein Denkmodell.
Also ist die pro & contra Diskussion über den Nutzen der Philosphie nicht entscheidbar.
Pai Lee hat meiner Ansicht nach schon recht, wenn er (sinngemäß) sagt: "Klappe halten und hart trainieren !"
Du allerdings auch.
Subjektive Realitäten eben !
Und was den Begriff Kunst anbetrifft ... ? - Na, was denkst Du ?
So, letzte Anmerkung.
Die philosophischen und künstlerischen Aspekte der asiatischen Kampfkünste haben immer in Zeiten des Friedens einen Aufschwung erlebt. - Teilweise hat das solche Blüten getrieben:
"Wenn Du zwischen Leben und Tod wählen kannst, wähle immer den Tod". - Sinngemäßes Zitat aus dem Hagakure. - Sowohl Musashi Miyamoto, als auch SunTzi, würden da wohl in ihren Gräbern rotieren (im Übrigen fallen mir immer die beiden ein, wenn ich an Pai-Lee und die anderen "Nichtphilosophen" denke.
Übrigens kann man ja nicht nicht-kommunizieren, ich denke ein denkendes Wesen kann ´nicht nicht-philosophieren.
So, genug geschwallt.
Schöne Grüße an alle von
Calimero, der lieber nach dem Training philosophiert.
PS.: Pflegt eure Meinungen, wenigstens habt ihr welche.