Zitat:
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Zitat von aw5k Bitte?
Ähm, da gibts wohl grundsätzliche Differenzen.
Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du ausführen könntest, warum
=> Funakoshi seinen Stil _nicht_ Shotokan genannt hat
=> das Shotokan von Funakoshi Yoshitaka stark verändert wurde
=> du bei meiner Auflistung zweier ausgezeichneter Quellen du den Kopf schüttelst |
Funakoshi wollte Karate nur als Karate bezeichnet wissen, dies geht aus seinen EIGENEN Schriften hervor. Von seinem Buchtitel Karte Dô Nyûmon haben LEIDER viele darauf geschloßen er hätte seinen Stil Karate Dô genannt. Der Buchtitel läßt sich aber einfacher übersetzen

"die Tore des KarateWEGES durchschreiten" oder neuzeitlicher "Eine Einführung in die Welt des Karate". Leider haben aber auch die Übersetzer diesen Irrtum mit zu verantworten, dies aber hauptsächlich deshalb, weil die Folgeinstitutionen - die Erben - bereits Namensänderungen durchgeführt haben.
Eines seiner ersten Werke hieß Karate Jutsu ... nun haben wiederum schlaue Menschen gedacht, Funakoshi Sensei hätte seinen Stil Karate Jutsu genannt. Auch dies ist falsch, denn übersetzt heißt der Buchtitel nicht anderes als "die Kunst des Karate".
Die größten und einschneidensten Veränderungen hat nicht Funakoshi Yoshitaka, bezogen auf das Shotokan, bewirkt, sondern sein eigentlicher Gründer Masatoshi Nakayama. Wie sehr Funakoshi Sensei begeistert war laß ich mal dahingestellt.
Richtig ist, dass Funakoshi Sensei bereits wenig begeistert über die Änderungen, die sich während der relativ kurzen "Führerschaft" seines Sohnes Yoshitaka vollzogen haben, war. Leider ist sehr wenig über die Kindheit Yoshitakas bekannt. Es wird erzählt, er habe bereits auf Okinawa Karate gelernt - sprich, noch bevor er zu seinem Vater nach Tôkyô kam. Fakt ist aber, dies geht auch aus dokumentierten Gesprächen mit Funakoshi Sensei hervor, dass er auch unter seinem Vater desesn Karate Interpretation gelernt hat. Es wird von Yoshitaka erzählt, dass er später seine eigene instinktive Weise die Techniken auszuführen bzw. einzusetzen entwickelte. Yoshitaka war zwischen den Jahren 1938 und 1945 Chefausbilder Hombu-Dôjô und wie wir aus Dokumentationen wissen, war er noch nicht einmal seinem Vater Rechenschaft schuldig. Sprich, er lenkte völlig Autonom die Geschicke.
Aus überlieferten Berichten wissen wir heute, dass Funakoshi Sensei mit der
kämpferisch aufbereiten Karate-Version seines Sohnes keineswegs einverstanden war. Die Karate-Interpretation, wie sie von Yoshitaka zwischen 1938 und 1945 entwickelt wurde, hatte sich von dem shuri-te lastigen Karate seines Vaters bereits zu entfernen begonnen.
Dazu paßt auch das folgende Zitat
"Mehr als zwanzig Jahre sind vergangen, seit ich Karate nach Tôkyô gebracht habe. Heute haben nicht nur diejenigen, die sich mit Sport und den Kriegskünsten beschäftigen, sondern auch ganz gewöhnliche Menschen zumindest schon einmal von Karate gehört. Trotz allem ist die Zahl derer, die die wahre Natur des Karate wirklich verstehen, sehr klein. Da Karate sich zudem ständig weiterentwickelt, ist es nicht mehr möglich, in einem Atemzug vom heutigen Karate und dem Karate von vor zehn Jahren zu sprechen. Folglich versteht eine noch weit geringere Anzahl, dass sich das Karate, das heute in Tôkyô praktiziert wird, sehr von dem früher auf Okinawa geübten unterscheidet."
Zitat - Funakoshi Sensei im Dez. 1943 ...
Heute sind weitere 62 Jahre vergangen ... das historische Karate wird, davon gehe ich heute aus, nicht mehr existent sein!