Zitat:
Original geschrieben von martin.schloeter Tja, das läuft doch wieder auf so eine nichtlösbare "Was ist besser als was?"-Frage hinaus.
Aus meiner Sicht (EBMAS-WT) kann man in der Historie des Wing Chun verfolgen, dass die Stärke dieses Stil - totale Konzentration auf das "Wesentliche", Infight, kurze Distanz, max. Effizienz, auch gleichzeitig wieder die Schwäche war mit Problemen der Überwindung der langen Distanz und konzeptionelles Ignorieren des Bodenkampf.
Moderne WT-Stile sind daher wieder ein Stück erweitert, legen Wert darauf alle 5 Distanzen abzudecken, was Traditionalisten teilweise etwas gegen den Strich geht.
Praxisnahes Wing Chun hat sich da m.E. den anderne Kung-Fu-Linien wieder angenähert.
Andererseits kommen viele Kung-Fu-Stile für Wing-Chun-ler kaum in Frage, weil z.B. die Fähigkeit zu hohen Kicks doch stark veranlagungsbedingt ist. Besondere Voraussetzungen an die Körperstruktur sollen mit Wing Chun ja gerade eben nicht notwendig sein.
Allgemeines Problem: Wing Chun - insbesondere WT als Derivat - ist Massenprodukt geworden, welches häufig wegen der Jedermann-Kompatibilität nicht mehr mit dem "notwendigen Ernst", eine soliden Härte gegen sich selbst trainiert wird. Da hängt die praktische Leistungsfähigkeit dann stark von Verbandsstil und der jeweiligen Schule ab.
My 5 cent
Martin |
Ich finde das einen ausgesprochen guten und ausgewogenen Beitrag.
Ich möchte nur gerne folgendes hinzufügen:
Im Weng Chun Kung Fu wurden schon immer die 5 Distanzen trainiert, und auch Hebel, Würfe, Würgetechniken. Dass die modernen Stile diese Dinge jetzt (vor allem in Deutschland) hinzufügen, spricht für das ernste Bemühen ihrer Lehrer, einen kompletteren Stil zu kreieren und somit ihre Schüler selbstverteidigungstauglich zu machen.
Philipp