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Alt 19-03-2005, 08:12
S.R.ausW. S.R.ausW. ist offline
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Kampfkunst: weng chun
 
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hallo eljefe,

nun, deine fragen sind schriftlich, über ein forum auch schwierig zu beantworten.

zu den foremen: welche es gibt hast du ja schon auf der hp von gm andreas hoffmann gesehen. dir jetzt die bedeutung jeder einzelnen form zu beschreiben ist kaum möglich, ohne sich die finger blutig zu tippen. jede form enthält das gesamte system, allerdings aus einer jeweils spezifischen perspektive und mit jeweils anderen schwerpunkten.
philpp hackert wird dir sicherlich gerne mal was zeigen und auch erklären. das ist dann einfacher in reallife.

zur philosophie: der chan buddhismus drückt sich in erster linie körperlich aus und in der art, wie mit einer kampfsituation umgegangewn wird. auch dies ist sehr schwer zu vermitteln, ohne dass ich dir jetzt einige bewegungen und prinzipien in ihrer anwendung zeige.
die ersten 5 der 10 weisheiten des weng chun beziehen sich ganz klar auf den chan buddhistischen hintergrund und darauf, wie dieser praktisch in unsere kampfkunst einfließt. ( ich beschäftige mich schon recht lange mit buddhismus und habe gerade zu diesem punkt viel "untersucht" - es ist verblüffend, wie kompakt hier chan buddhistische perspektiven, denkweisen und "weltsicht" weitergegeben und vor allem im kampf umgesetzt wird)

eins ist hier jedoch sehr wichtig:
es ist für einen schüler nicht nötig, sich intensiv mit dem buddhismus auseinander zu setzen um weng chun zu lernen ( lehrer müssen die grundlagen kennen und verstehen). das ist eine persönliche entscheidung. ich und einige meiner kollegen "sitzen" auch, aber nicht alle- ist auch nicht nötig.
es wird im unterricht nicht "herumphilosophiert", philosophisch " rumgeredet" oder ähnliches: es wird kung fu praktiziert.
wer einen persönlichen zugang hat kann - wer nicht möchte muss nicht - auf der kämpferischen ebene tun es aber alle.
ich habe auf meiner hp mal zwei einfache beispiele hierfür gegeben ( www.chun-wi.de/wengchun -> unter "wengchu7nkungfu")

weng chun schwer zu erlernen?
ja und nein.
es ist nicht schwerer zu erlernen, als andere kampfkünste.
man bekommt sogar einblicke und wissen ( - das man natürlich auch umsetzen muss ;-) ), die man in vielen anderen kk´s erst sehr sehr spät bekommt ( wenn überhaupt) schon relativ früh vermittelt ( was es natürlich nicht unbedingt einfacher macht)

weng chun versucht aber nicht eine künstliche illusion von einfachheit aufzubauen. weng chun versucht nicht, den schüler in einem traum von schneller erlernbarkeit und umgehender sicherheit zu bestärken.
weng chun ist realisische selbstverteidigung und nicht wolkenkuckuckseierei.

ich kann aber aus meiner erfahrung als lehrer sagen, dass auch solche schüler gute fortschritte machen können, die nicht überdurchschnittlich "begabt" sind und denen die dinge nicht von selbst zufliegen. kung fu heißt aber auch fleißige arbeit. und phasenweise muss man auch bitter essen können , um weiter zu kommen.

kompliziert?

nein.
weng chun basiert auf klaren prinzipien und konzepten. es gibt relativ ( zu anderen kk´s die ich kenne) wenig einzeltechniken. weng chun ist komplex und insofern schwer zu erlernen, weil es nicht um das "abspuhlen" von techniken geht, sondern sehr ganzheitlich ( ich hasse dieses wort. mir fällt aber gerade kein besseres ein ) schult.

nochmal der standart tip:
geh zu philipp und lass dir von ihm alles zeigen, was dich interessiert.
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