An vielen Körperstellen können Treffer zum k.o. führen: empfindliche Schlagadern am Hals oder in Herznähe, dazu Kehlkopf, Kinn, Leber, Schläfe oder Solarplexus. Am häufigsten gehen Boxer aber durch einen Kopftreffer zu Boden.
„Normale“ Stöße werden von der Hirnflüssigkeit, dem Liquor, abgefangen – nicht jedoch professionelle Boxschläge. Denn die trainierte Faust eines Tyson oder Klitschko hat eine ähnliche Wucht wie ein Auto, das mit 15 Stundenkilometern gegen eine Wand prallt. Die Druckwelle presst ganze Hirnregionen zusammen, zum Beispiel das Gleichgewichtszentrum. Es fällt aus, der Getroffene torkelt. Außerdem verengen sich durch den Druck Blutgefäße: Das Hirn bekommt nicht genügend Sauerstoff, der Boxer fühlt sich benommen – und geht zu Boden. Besonders fatale Schläge können auch Nervengewebe im Mittelhirn erschüttern, das über Schlafen und Wachen entscheidet. Die Folge: sofortige Bewusstlosigkeit.
Jeder k.o. bedeutet für den Körper eine enorme Belastung. Boxer, die mehr als 30 Mal durch einen Schlag auf den Kopf ausgeknockt wurden, müssen mit bleibenden Schäden wie Desorientierung, Sprach- und Koordinationsstörungen rechnen.
Manchmal sehen Boxer bei Kopftreffern sogar die sprichwörtlichen Sterne – dann, wenn die Druckwelle die empfindlichen Sehsensoren der Netzhaut überreizt.
__________________ Das Becken ist leicht nach vorn geneigt, als wolle der After die Sonne erblicken Kodo Sawaki, 1880 - 1965
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