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Alt 16-09-2005, 10:02
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Sebastian Sebastian ist offline
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Kampfkunst: Standup + Grappling
 
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1. Wissenswertes für JKD-Anfänger
(1.1) Was bedeutet Jeet Kune Do? Mischstil oder Techniksammelsurium?

Zitat:
Zitat von jkdberlin
...
JKD ist eine Kampfkunst, die Mitte der 60er Jahre des letzten Jahunderts von Bruce Lee entwickelt wurde. Die Quellen, aus deren er sich bedient hat (warum das Rad neu erfinden), waren Techniken, Prinzipien und Konzepte aus dem Wing Chun, dem Boxen und dem Fechten.
"Jeet" in Jeet Kune Do heisst "abfangen" oder "stoppen". Das Hauptaugenmerk des JKD Trainings liegt also darauf, den gegnerischen Angriff so früh und so schnell und so stark wie möglich abzufangen. Nicht nur den physikalischen Angriff, sondern die komplette Angriffsmotivation des Gegners. Dazu bedient sich das JKD aus einer festen Struktur heraus verschiedener Techniken, die in diese Struktur passen und den drei wichtigsten JKD Prinzipien entsprechen:
-Einfach: Keine komplizierten, unnatürlichen, schwierigen Bewegungen, die bekommt man im Stress des Kampfes eh nicht hin und sie dauern zu lange.
- Direkt: die benutzte Technik dient direkt dem Ziel der Ausschaltung des Gegners.
- Nicht-klassisch: keine nutzlosen Schnörkel oder traditionelle Bewegungen, die nix mit dem Kampf und den ersten beiden Prinzipien zu tun haben.

Es ist nicht richtig, das jeder im JKD alles machen kann, was er gerade für die beste Technik hält. Eine Technik, die nicht in die JKD Struktur (manifestiert z.B. durch die JKD Kampfhaltung) passt und die nicht den drei obengenannten Prinzipien entspricht, ist kein JKD.
Das heisst nicht, das ein JKD'ler diese Technik in einem Kampf nicht anwenden kann oder soll. Wenn sie passt und ihren Zweck erfüllt, wunderbar. Er macht dann halt nur zu diesem Zeitpunkt kein JKD. Aber wen interessiert das schon, wenn man damit den Kampf entscheiden oder beenden kann.

In der Inosanto Linie bezeichnet man mit Jun Fan Gung Fu (Jun Fan ist Bruce Lees chinesischer Name) das, was Bruce Lee 1958 - 1973 selber trainiert und entwickelt hat, resp. die Techniken, die er selber aufgrund der Konzepte, Strategien und Prinzipien trainiert hat.
Diese Konzepte lassen sich auch auf andere Techniken aus anderen Kampfkünsten übertragen. D.h. Guru Dan Inosanto erklärt diese Konzepte etc. zum Beispiel an Hand verschiedener Techniken aus den filipinischen oder indonesischen Kampfkünsten.

JKD ist ein Weg, ein Problem zu lösen. Nur schein die vorgegebenen Problemlösungen nicht für alle JKD-Trainierenden so zu funktionieren, wei sie für BL funktioniert haben. Daher kann man nach Verstehen des Grundmodels und der Grundstruktur "eigene" Wege finden, Probleme zu lösen und diese abstrakt in "seine" JKD Struktur einbauen.
...
Zitat:
Zitat von jkdberlin
Man lernt im JKD ein gewisses Grundgerüst von Techniken anhand derer Attribute, Prinzipien, Konzepte und Strategien des JKD erklärt werden. Aufgrund dieser gemeinsamen Basis werden dann die unterschiedlichen individuellen Stärken und Schwächen des Übenden trainiert. Ein direktes 1:1 kopieren eines anderen (Bruce Lee, dein Instructor, dein Trainingspartner) macht also tatsächlich keinen Sinn.
(1.2) Welche JKD Bücher sind zu empfehlen?

Zitat:
Zitat von jkdberlin
Mehr historisch und philosophischen Eindruck:

Dan Inosanto JKD Philosophy...
Einige Bücher aus der John Little Reihe

technisch und Training:

Die Bücher von John Little aus der Bruce Lee Library
Hartsell, insbesondere die neuen
Jun Fan JKD Textbook von Kent und Tacket

(1.3) Woran erkenne ich eine gute JKD-Schule?


Zitat:
Zitat von jkdberlin
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Ich würde als erstes auf die Lineage achten, woher kann der Instructor sein JKD. Dann würde ich ein paar Probetrainings mitmachen, um in die Atmoshäre der Schule, den Unterrichtstil des Lehrers und das Verhältnis zu den Schülern zu erkunden. Wenn es mir gefällt und das ist, was ich erwarte, würde ich da bleiben. Ein guter Instructor lässt dich auch in anderen Schulen und mit anderen Lehrern trainieren, um zu vergleichen bzw. deine Fähigkeiten zu erweitern oder neue Einflüsse mit ins Training zu bringen. So wächst meiner Meinung nach die Trainingsgemeinschaft und der einzelne Trainierende.
Der Zeitpunkt ist allerdings hierfür entscheidend. So sollte man meiner Meinung nach schon eine gute Basis haben, um überhaupt vergleichen zu können, bzw. um zu erkennen, dass ich etwas wirklich wichtiges mit dazu nehme, ohne meine eigentliche Struktur zu zerstören.
...
(1.4) Inwiefern spielt beim JKD das Alter ein Rolle? Ist auch in höherem Alter noch ein JKD Training möglich?

Zitat:
Zitat von jkdberlin
JKD ist kein Wettkampfsport, bei dem man ab einem bestimmten Alter den Vergleichskampf meiden muss. Alles weitere kommt darauf an, wie oft, wie lange und wie intensiv man gewillt ist, zu trainieren. Ich kenne JKD'ler, die weit über 60 Jahre alt sind und trotzdem noch sehr gut austeilen können. Bei mir trainieren Leute, die um die 42 - 45 sind.
...
(1.5) Sind Bruce Lees Filme repräsentativ für das JKD?

Zitat:
Zitat von jkdberlin
Ich persönlich denke, dass das "Film JKD" kaum etwas mit dem "JKD" zu tun hat, dass Bruce Lee und seine Assistenten in den Schulen unterrichtet haben.
Für den Film ist JKD zu unspektakulär, einfach und direkt. Da kommt keine Dramaturgie rüber. Trotzdem lassen sich, selbst in der Kampfszene mit Chuck Norris, aber mehr noch in der Szene mit Bob Wall aus "Enter the dragon" und in eingen Kampfszenen aus "Game of death" Einzelheiten, Konzepte, Techniken und Prinzipien des JKDs finden.
(1.6) Was bedeutet PFS?

Progressive Fighting System

(1.7) In welcher Auslage wird im JKD trainiert, gekämpft?

Zitat:
Zitat von jkdberlin
Im JKD habe ich generell die Rechte Seite vorn. Beim Boxen wechsel ich ab, ab und zu rechts und ab und zu links vorn.

Guro Dan erklärte mir mal, das viele seiner Schüler schon jahrelanges Training in anderen Kampfkünsten hatten und somit die linke Seite sehr stark entwickelt ist: Er hält es dafür für kontraproduktiv, diese Kampfkünstler wieder umzutrainieren.

(1.8) Ist JKD auch für kleine, weniger durchtrainierte, zierliche Menschen geeignet? Wie wichtig ist der Kraftaufwand und ist es auch für Frauen geeignet?

Zitat:
Zitat von jkdberlin
Ja, es ist auch für kleine, weniger durchtrainierte und zierliche Menschen geeignet, auch für Frauen. Kraft etc. sind durchaus notwendig Eigenschaften zum Ausführen von Techniken. Diese Eigenschaften sollte man aber beim Training erlangen.
Zitat:
Zitat von Ralf Engwer
Du kannst Dein JKD so entwickeln das Du nicht unbdingt auf die kraftvollen Techniken zurückgreifen mußt.

Hauptsächlich solltest Du den Kampf in Trapping Range finishen, da das die einzigste/beste Distanz ist bei der kleinerer/schwächerer eine realistische Chance gegen einen größeren/stärkeren hat.
(1.9) Ist JKD vergleichbar mit ATK(Anti-Terror-Kampf)?

Nein.

(1.10) Werden beim JKD Safeties (Schützer) verwendet?

Zitat:
Zitat von sumbrada
Wenn du Wettkämpfe meinst, die gibt es im JKD nicht.
Im Sparring kannst bzw. solltest du klar welche benutzen.
Kommt ganz darauf an, was das Sparring erreichen soll, oder wie hart es ausgeführt wird.
(1.11) Gibt es eine zentrale Webseite auf der Workshops, Veranstaltungen usw. stehen, die JKD und Jun Fan Gung Fu betreffen?

Ja, hier, hier oder direkt hier.

(1.12) Auf welche Distanz im JKD sollte man am meisten Wert legen?

Zitat:
Zitat von jkdberlin
Jeder entwickelt seine eigene Lieblingsdistanz über kurz oder lang, aber alle Distanzen sollten immer ausreichend trainiet werden.
(1.13) Kann man JKD ohne Lehrer lernen?
Zitat:
Zitat von jkdberlin
Ich glaube nicht, dass du ohne Lehrer die Prinzipien, die die Grundlage des JKDs bilden, verstehen kannst.
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Have a break, have a ...discussion.