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Alt 23-10-2005, 20:32
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nagual nagual ist offline
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Kampfkunst: Yin Stil Baguazhang
 
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Zitat:
ich will und kann nicht beurteilen, was ihr sagt, aber was wenn man in torstens innerem boxen diese "skills" nicht im hohen alter lernt bzw. abruft, sondern schon eher, dafür aber auf andere dinge zu lernen verzichtet ?
auch dachte ich immer, dass peng oder pengjin eine kraft des haltens ist, ich verstehe es als eine art den körper aufzubauen um kraft umzuleiten und sich stabil zu organisieren, also eine der vier grundkräfte des taichi, die man am anfang lernen sollte, warum sollte man die erst im alter nutzen und vorher mit kraft üben ?
Das ist ein Missverständnis. Pengjin ist ja die Kraft, die aufgebaut wird. Jin ist eben die Kraft, die durch besondere Formen der Muskelstärkung bei innerem KK-Training aufgebaut wird, vergleichbar mit den Muskibudenmuskeln beim Muckibudentraining, nur eben mit dem äußerst wichtigen Unterschied, dass sie halt absolut geschmeidig und anpassungsfähig ist. Dadurch kann man die dann für Fajins und peng beim Pushen etc. einsetzen. Und deswegen dürfte sie auch Torstens Skills nicht im Wege stehen. Die Aufbaumethoden für Jin schulen aber nach Torstens Angaben ganz andere Bewegungsfähigkeiten und andere Kontaktfähigkeiten zum Gegner/Partner als Torstens Übungspraktiken, und außerdem sagt Torsten, dass für seine Sachen kein Jin erforderlich sei.

Ich bin da etwas skeptisch, weil meine Erfahrung eben ist, dass man kraftlose bzw. kraftvermeidende Sachen halt deutlich besser kann, wenn man viel Kraft (in diesem Fall Jin) im Hintergrund hat, auch wenn man sie für die Techniken oder Prinzipien nicht aktiv nutzt, sondern sich stets bemüht, immer nur ein Minimum davon zu benutzen.

Ein "Strongman", der bei diesen Strongman-Wettbewerben ständig Motorblöcke umherschleppt und Autos auf die Seite legt, mekrt vielleicht kaum noch, ob er gerade eine volle oder leere Bierkiste schleppt, während unsereiner dies eben wesentlich deutlicher merkt, mal als übertriebenes Beispiel.

Die (inneren) Künste, die halt wirklich auf absolute Kraftvermeidung oder jegliche besondere Kraftmethodik (Jin) ausgerichtet sind, sind einfach eine besondere Art von Künsten, und für die traditionellen Neijia-Stile (für manche Leute eben überraschenderweise) doch eher untypisch, weil in den chin. Neijia-Stilen eben in erster Linie Jin aufgebaut wird, und darauf aufbauend dann Skills entwickelt werden.

Weil im Alter aber auch diese Kraft ein wenig (nicht so stark wie Muckibudenmuskeln) nachläßt, bemühen sich die Praktiker auch hier, Skills zu entwickeln, die von Jin mit der Zeit immer unabhänger werden. Und dieses direkte Überspringen dieser Jin-Trainingsphase wird häufig als Verwässerung oder als unseriös (kein GongFu) betrachtet, wenn man die chinesischen Neijia-Künste mit solchen Skills repräsentieren will.

Darum ging die ganze Diskussion.
Torsten macht halt andere Sachen und ist auch kein Scharlatan (für mich), es ist halt nur schwierig, die Sachen ins angemessene Licht zu rücken.
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Jin=motorisches Kraftpotenzial. Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Blödsinn.
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