Ich glaube daß viele Leute falsche Vorstellungen von "Rooting" haben. Das sind keine festen Positionen in gelernten, unheimlich tieeeefen Stellungen. Sondern das ist wie man Kräfte im Körper irgendwohin lenkt, in Verbindung damit wo man sich hinbewegt. Sowas geht auch in der Luft oder auf einem Bein, ich zum Beispiel benutze "Rooting" um beim Handball wenn ich in der Luft angegriffen werde nicht mit dem Kopf zuerst runterzukommen, sondern mich so um den Arm der schiebt zu legen daß ich aufrecht bleibe. Sowas hat mit einer komplexen Anordnung von Gewichtsverlagerung und kleinen Bewegungen aller Körperteile zu tun, und deren Richtung, und instinktiver Reaktion auf jegliche Veränderung. Dabei kann man sowohl fest bleiben, sprich, man wird nicht bewegt, oder man bewegt sich und agiert in irgendeiner Form (gewichtslos, schwer, je nach Gusto und Instinkt). Hohe Kunst in zum Beispiel Bagua ist, obwohl man sich bewegt, in jeder Position jeglichen Kräften (bis zu einem gewissen Grad) zu widerstehen ohne daß sich die eigentlich gewollte Bewegung in irgendeine Richtung verschiebt, und je nach Notwendigkeit oder Möglichkeit dabei völlig leicht, oder sehr energetisch zu werden, und das dynamisch, unwillentlich. Das ist eine ganz normale Laufbewegung, aber jemand der von der Seite, von vorne, oder hinten, versucht sich dagegen zu lehnen prallt ab oder wird mitgezogen als wiege er nichts.
Fajin ist eigentlich auch nur ein Extremfall. Sowas passiert für kurze Momente, aber der Grundaufbau sind Bewegungstechniken um irgendwelche Reaktionen zu nutzen, um die Struktur eines Angreifers gegen sich selbst zu richten und zu nutzen, zu verändern um instabil und angreifbar zu machen. Es gibt vermutlich hierzulande wirklich kaum Leute die grössere Mengen Jin in ihren "Fajins" haben. Jemand der durch herkömmliches Training seine 10-15 Kilo zugenommen hat, müsste aber theoretisch dazu in der Lage sein. |