Ich selbst bezeichne mich als Kampfkunst-Trainer. Meine Schüler nenen mich beim Vornamen oder "Coach". Für die meisten bin ich auch nicht mehr. Ich bin halt der Trainer. Bei mir lernt man Kampfkunst.
Bei einigen wenigen ist das anders. Für sie bin ich der Meister. Sie würden mich im Traum nicht so ansprechen, aber es ist die Art unserer Beziehung. Man ist nicht Meister, weil man irgend etwas kann, dann ist man Trainer oder Lehrer. Zum Meister wird man durch seine Schüler. Es ist der Schüler, der mich zum Meister nimmt. Es geht von ihm, nicht von mir aus. Wenn für ihn meine Kampfkunst und meine Art des Unterrichtens, sein Leben verändert und ihn sich entwickeln lässt (weit über den Rahmen der Kampfkunst hinaus), dann bin ich sein Meister. Nur dann.
Für zwei oder drei meiner Schüler bin ich der Meister. Für all die anderen "nur" der Trainer. Das ist auch gut so, denn wenn ich die Wahl annehme, bedeutet dies sehr viel Verantwortung. Ich will und kann auch nur der Meister für jemanden sein, dem ich auch wirklich helfen kann. Kann ich das nicht, muss ich ihn zurückweisen. |