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Alt 21-11-2001, 09:57
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Dr. Ralf Dr. Ralf ist offline
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Krav Maga und FAST Defense früher Karate, WT, Thaiboxen, TKD
 
Registrierungsdatum: 18.10.2001
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Standard Re: Mal anders gefragt......

Zitat:
Original geschrieben von MisterDevil

Früher gab es eine eigene selektive Evolution in den Kampfkünsten.

Alles was sich im Kampf bewährt hat kam weiter und alles andere ging über Bord.

So wurde die Spreu vom Weizen getrennt.


Hallo MD,
das was du schreibst ist aber auch nur Spekulation. Man verlässt sich dabei auf Geschichten über Heldentaten im Bereich der Kampfkunst in der Vergangenheit und ist damit aber auch schnell verlassen. Wer sagt denn, dass die besten KK überlebt haben. Vielleicht sind die wirklich guten Systeme ja untergegangen weil, sie sich die Protagonisten häufig einander stellten und dabei auch wesentlich häufiger drauf gingen. Vielleicht hat der schlechtere Stil überlebt weil es die entsprechenden Meister verstanden haben Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Zugegeben das sind auch nur Spekulationen, aber ich habe halt die Erfahrung gemacht, dass man sich bei Erzählungen „großer Taten“ im KK Umfeld sehr schnell im Bereich von Mythen und Märchen befindet.

Meiner Meinung nach kann und soll jeder, der sich für fähig hält seine eigene Sache machen. Solange seine Schüler das Gefühl haben etwas zu lernen und ihnen das Training Spaß macht ist nichts dagegen einzuwenden. Meiner Erfahrung nach handelt es sich bei Leuten, die sich in diesem Sinne selbständig machen häufig um sehr engagierte und kreative Leute, was man von einigen auch hochdekorierten Leuten, die immer nur nachmachen was Meister XY vormacht, nicht unbedingt sagen kann. (OK zugegeben dies ist eine unzulässige Verallgemeinerung) Fakt ist aber, dass die wirklich guten Leute in den KK alle irgendwann angefangen haben die KK auf sich zu zuschneidern. D.h. sie haben quasi ihren eigenen Stil entwickelt. Jemand der nur einen anderen imitiert ist i.d.R. nichts anderes als eine schlechte Kopie des Originals.
Ich habe häufig das Gefühl, dass mit diesen Aussagen wie :“ du musst mindestens 20 Jahre die Sache machen bevor du sie verstehst“ nur versucht wird Leute zu binden und Kreativität zu verhindern. In meiner Karatezeit, hatte ich mal einen Lehrer, der in meinem Beisein zu seinem höchsten Schüler gesagt hat: „Eigentlich kannst du von mir nicht mehr viel lernen. Du solltest mal verschiedene andere Schulen aufsuchen um dort dein Wissen zu erweitern.“ Ich war und bin immer noch beeindruckt von dieser Ehrlichkeit, die ich in all den KK/KS/SV Systemen die ich gemacht habe, nie wieder so vorgefunden habe. Solch ein Verhalten ist für mich meisterlich. Wäre dieses Gang und Gebe dann müssten wir nicht diskutieren ob Leute neue Stile entwickeln sollen oder nicht, weil dann die Lernzeiten in den einzelnen Systemen plötzlich deutlich nach unten gehen würden und es selbstverständlich wäre, dass KK ihre persönlichen Systeme kreieren.
Gruß Ralf
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