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Alt 25-01-2006, 21:11
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Richard Richard ist offline
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Kampfkunst: 11 Jahre Kampfsambo/Jiu-Jitsu/Messerkampf/Zen-Do Karate/G36-Jutsu
 
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Standard Katana kaufen...

Wer sich ein Katana kaufen möchte sollte (aus meiner Sicht) auf folgende Kriterien achten:

=>Nicht kürzer als 1 Meter, nicht länger als 110 cm (Katana): Bei zu kurzen Schwerten wird vor allem die Tsuka(Griff) verkürzt, längere dagegen sind oft nicht ausbalanciert, liegen schlecht in den Händen und sind für Anfänger absolut ungeeignet.

=>Dekorativsets (Katana, Wakizashi, Tanto) sind bereits für ca. 30 € erhältlich, taugen jedoch höchstens für Iaido Techniken.

=>Geschmiedete Katanas sind in der Regel für nicht unter 200€ zu bekommen. Nicht-geschmiedete Katanas überstehen gar kaum leichte Hiebe.

=>Dass ein Katana geschmiedet ist, bedeutet längst nicht, dass er zu einem realen Schwertkampf taugt. Grundsätzlich sollte der Zusammenstoß zweier Klingen vermieden werden.

=>Geschmiedete Katanas werden meist aus 1095er oder 1050er Kohlenstoffstahl hergestellt, besitzen eine Rockwellhärtung von Schneide 60/Rücken 40.
Nicht-geschmiedete Katanas werden fast immer aus 440A oder 420 rostfreien Stahl geschmiedet.
Fazit: Nicht-geschmiedete Katanas rosten in der Regel nicht, während geschmiedete rosten.

=>Sowohl geschmiedete als auch nicht-geschmiedete Katanas sollten in Abstand von etwa 3 Monaten mit Pflegeöl behandelt werden, um das Rosten zu verhindern, wobei die Überreste des alten Fetts jedes mal mit Reispapier oder mit einem Uchiko entfernt werden müssen. Ein Pflegeset kostet ca. 20 €.

=>Bei nicht geschmiedeten Katanas bzw. bei billigen geschmiedeten (<200€) wird die Hamon mit Säuren aufgeätzt und ist somit nicht echt.

=>Tsuka sollte nicht kürzer als 25 cm sein. Dadurch wird der Griff von den Händen zu nahe aneinander umschlossen, wodurch einiges an Hebelwirkung verlorengeht, zudem ist es einfach unbequem. Einige Fechtschulen bevorzugen Griffe mit über 35 cm Länge, um die Klinge beim einarmigen Einsatz im Gleichgewicht zu halten. Eine Grifflänge von 30 cm ist optimal.

=>Wer mit Kenjutsu vertraut ist, weiß, dass es sich mit dem Kashira(Griffende) bequem zuschlagen lässt. Davon ist jedoch abzuraten, da die meisten modernen Klingen dafür einfach nicht ausgelegt sind.

=>Schliff: Unter "scharf angeschliffen" verstehen die meisten Schmiede einen Schärfewinkel von 20-25 Grad. Als "scharf" gilt ein Katana jedoch ab einem Winkel von 8-12 Grad. Beim Herausziehen der Klinge aus der Saya sollte extreme Vorsicht herrschen, da man im Kampfrausch Finger oder gar die gesamte Hand(!) verlieren kann ohne es sofort zu bemerken. Hierzu kostet ein echter Handschliff eines professionellen Schwertschleifers Tausende Euro.
Duelle mit scharfen Schwertern sind in Deutschland ohnehin verboten.

=>Politur: Eine Hochglanzpolitur ist an der Klinge unnötig, da sie durch den Lack kompensiert wird.

=>Dass eine Tsuba sich von der Seppa nicht immer abtrennen lässt, ist leider traurige Wirklichkeit. Vor allem billige Produkte sind davon betroffen.

=>Sayas werden überwiegend aus Holz hergestellt, neigen daher dazu mit der Zeit zu zerbröseln. Scheiden aus lackiertem Blech dagegen sind da weit weniger anfällig.

=>Das selbstständige Entbinden des Sageo ist nicht vom Vorteil, wenn der Besitzer des Schwertes die Knotentechnik nicht beherrscht.

=>Die Tsukamaki erneut zusammenzuflechten ist anstrengende Arbeit, die vermieden werden sollte. Wenn das Flechtband reißt, kann es durch handelsübliche Bänder (Breite 6-7mm) aus Baumwolle oder Polyesther ersetzt werden.

=>Erfahrungsgemäß neigen Katanas beim Auftreffen auf harte Oberflächen (z.B. eine Eisenstange ) an der Habaki abzubrechen.

=>Katana sollte nicht mit einem Tachi verwechselt werden. Tachis sind länger und krümmer zur Mitte hin.

=>Der Griffüberzug, der im Normalfall aus Same-gawa (Rochenhaut) gefertigt werden sollte, wird manchmal durch billiges Noppengummi ersetzt.

=>Der Damaszenerstahl darf nicht mit dem Katana-Schmiedeverfahren verwechselt werden. Die Araber verwendeten eine völlig andere SchmiedeTECHNIK(ich betone: nicht ein anderes Verfahren!) als die Japaner. Ein echter Damaszener hat echte "Damaszener-Flecken" (vgl. Hamon) und nicht etwa eine Säureätzung. Zudem gilt das Geheimnis der antiken arabischen Schmiedekunst ohnehin als verloren. Echte Damaszener werden heutzutage auf Auktionen für riesige Summen verkauft, während die Messerläden mit "Damaszener-Nachbau" vollgestopft sind.

Geändert von Richard (25-01-2006 um 23:59 Uhr).
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