Ich muss Richards Ausführungen teilweise ein paar Zusätze anfügen:
"=>Nicht kürzer als 1 Meter, nicht länger als 110 cm (Katana): Bei zu kurzen Schwerten wird vor allem die Tsuka(Griff) verkürzt, längere dagegen sind oft nicht ausbalanciert, liegen schlecht in den Händen und sind für Anfänger absolut ungeeignet."
Die Länge des katana sowie des tsuka sollte sich vor allem nach dem Träger richten. Wer antike Klingen gesehen hat, der weiß, dass es ziemlich lange wakizashi gibt ebenso wie recht kleine katana, je nach Periode, Körpergröße des Beistzers etc.
"=>Dekorativsets (Katana, Wakizashi, Tanto) sind bereits für ca. 30 € erhältlich, taugen jedoch höchstens für Iaido Techniken."
Aufgrund dessen, dass diese Dekorativ-Klingen meistens in saya aus Blech stecken, eignen sie sich nicht mal für iaido, da die saya in diesem Fall nur eine Art Blechhülle ist und sich kaum zum ordentlichen Zug des katana eignet.
"=>Dass ein Katana geschmiedet ist, bedeutet längst nicht, dass er zu einem realen Schwertkampf taugt. Grundsätzlich sollte der Zusammenstoß zweier Klingen vermieden werden."
Die Techniken des kenjutsu vermeiden ohnehin einen direkten Schneiden-Kontakt, sondern sind eher auf Ableiten der gegnerischen Klinge ausgelegt, nicht auf direkte Blocks, das ist Film-Unsinn.
"=>Sowohl geschmiedete als auch nicht-geschmiedete Katanas sollten in Abstand von etwa 3 Monaten mit Pflegeöl behandelt werden, um das Rosten zu verhindern, wobei die Überreste des alten Fetts jedes mal mit Reispapier oder mit einem Uchiko entfernt werden müssen. Ein Pflegeset kostet ca. 20 €."
Aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit in Deutschland reich erfahrungsgemäß eine Säuberung/Ölung pro Jahr, je nach Nutzung der Klinge. Die Überreste des alten Ö
ls entfernt man aber nur mit Papier, das Uchiko enthält Polierpulver und halt vornehmlich die Funktion die Oberfläche der Klinge, die Polietur in Schuss zu halten. Zum Ölen eignet sich das traditionelle Nelkenöl, einfaches Kameilienöl reicht aber ebenfalls völlig aus und ist weniger teuer.
=>Tsuka sollte nicht kürzer als 25 cm sein. Dadurch wird der Griff von den Händen zu nahe aneinander umschlossen, wodurch einiges an Hebelwirkung verlorengeht, zudem ist es einfach unbequem. Einige Fechtschulen bevorzugen Griffe mit über 35 cm Länge, um die Klinge beim einarmigen Einsatz im Gleichgewicht zu halten. Eine Grifflänge von 30 cm ist optimal.
Wie schon weiter oben gesagt, die Grifflänge und Dicke richtet sich immer nach dem Träger, wenn man es genau nimmt. Der traditionell durchschnittlich kleine Japaner des Mittelalters hatte ziemlich winzige Hände, was man besonders an alten Tanto-Griffen sehen kann, die beim durchschnittlichen Mitteleuropäer in der Hand verschwinden. Es gab auch Schwerter mit enorm langer tsuka, aber diese richteten sich wie gesagt immer nahc den körerplichen Ausmaßen und auch dem Geschmack des Trägers einer Waffe.
=>Wer mit Kenjutsu vertraut ist, weiß, dass es sich mit dem Kashira(Griffende) bequem zuschlagen lässt. Davon ist jedoch abzuraten, da die meisten modernen Klingen dafür einfach nicht ausgelegt sind.
Wenn man am Griffende billige Messing-Guss- oder Aluminium-Repliken hat, dann sicherlich nicht, gusseiserne Repliken eignen sich schon eher.
=>Schliff: Unter "scharf angeschliffen" verstehen die meisten Schmiede einen Schärfewinkel von 20-25 Grad. Als "scharf" gilt ein Katana jedoch ab einem Winkel von 8-12 Grad. Beim Herausziehen der Klinge aus der Saya sollte extreme Vorsicht herrschen, da man im Kampfrausch Finger oder gar die gesamte Hand(!) verlieren kann ohne es sofort zu bemerken.
So rasiermesserscharf, wie man im Mythos die katana glaubt, müssen sie gar nicht sein. Bei bevorstehenden Duellen gab es viele Samurai, die ihre Klinge in Poliersteinen "erblinden" ließen, sprich sie machten die Klinge damit etwas stumpfer, da eine zu scharfe und damit zu feine Schneide im Kampf viel schneller Scharten davonträgt.
=>Politur: Eine Hochglanzpolitur ist an der Klinge unnötig, da sie durch den Lack kompensiert wird.

Bitte was wird an der Klinge lackiert???
=>Dass eine Tsuba sich von der Seppa nicht immer abtrennen lässt, ist leider traurige Wirklichkeit. Vor allem billige Produkte sind davon betroffen.
Die seppas (Unterlegscheiben) sollten sich immer von der tusba trennen lassen, auch wenn sie festsitzen. Im Regelfall ist es richtig, dass billige Produkte sich nur schwer ausienanderbauen lassen, da sie machinell gefertigt wurden. Normalerweise sollte der geübte Kenner ein katana aber mit einigen Handgriffen auseinandernehmen können. Das macht ja die Kunstfertigtkeit der japanischen Montierungen aus, dass sie augenscheinlich leicht gefertigt wurden, sich auch leicht auseinandernehmen lassen, aufgrund der präzisen Verarbeitung aber bombenfest sitzen und den Belastungen stand halten.
=>Sayas werden überwiegend aus Holz hergestellt, neigen daher dazu mit der Zeit zu zerbröseln. Scheiden aus lackiertem Blech dagegen sind da weit weniger anfällig.
Scheiden aus lackiertem Blech sind billiger Nonsens. Nur im 2. Weltkrieg steckten die Klingen in einer shin-gunto-Montierung mit einer Blechsaya, die dem europäischen Vorbild sowie der alten tachi-Montierung nachempfunden war. Diese hatten noch einige Qualität, was heutzutage bei billigen Deko-Schwertern als Blechsaya angeboten wird, entbehrt jeglichem Kommentar und ist historischer Unsinn. Die Japaner stellen ihre saya vornehmlich aus wiederstandsfähigem Magnolienholz her, da zerbröselt nichts so leicht, schon gar nicht nach nur einiger Zeit. Selbst bei antiken Klingen ist die Montierung der saya meist noch tauglich wiederverwendet zu werden. Erst nach zig Jahren des regelmäßigen rein und wieder herausziehens der Klinge nutzte sich die Innenseite der saya durch die Klinge ab. Die saya wurde so filligran gearbeitet, dass die Klinge perfekt hineinpasste, es durfte weder zu fest sitzen und schbaen, noch durfte sie darin locker herumschlackern. Auch diesen aspekt erfüllen Blechsaya nicht und sind daher ungeeignet.
=>Die Tsukamaki erneut zusammenzuflechten ist anstrengende Arbeit, die vermieden werden sollte. Wenn das Flechtband reißt, kann es durch handelsübliche Bänder (Breite 6-7mm) aus Baumwolle oder Polyesther ersetzt werden.
Baumwolle und Polyester mögen die kostengünstige Variante sein, Seide ist immer noch die traditionelle, edlere und langlebigere Möglichkeit der Wahl des tsuka-ito.
=>Erfahrungsgemäß

neigen Katanas beim Auftreffen auf harte Oberflächen (z.B. eine Eisenstange

) an der Habaki abzubrechen.
Erfahrungsgemäß sollte niemand mit einem katana auf eine Eisenstange schlagen oder ähnliches versuchen.

Man sollte Schnitttest (tameshigiri) nur durchführen mit entsprechender Erfahrung und Übung und sich langsam an stärkere Objekte heranwagen. Dazu gehört allerdings weder ein Eichenbalken von 50cm Durchmesser, noch eine Metallstange o.ä. Im Regelfall sollte man Schnitttests nur unter Anleitung eines Könners durchführen, angefangen beim Durchshcneiden eine Zeitungsseite, über eine gerollte Tageszeitung bis hin zu gerollten Reisstrohmatten und ähnlich Übungsmitteln.