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Alt 31-01-2006, 16:55
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Wu Wei Wu Wei ist offline
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Kampfkunst: Wing Tsung u. Kickboxen
 
Registrierungsdatum: 02.11.2005
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Smile Vollkontakt als Selbstverteidigungstraining

Möchte hier mal eine Diskussion über Trainingsmethoden zur realistischen Selbstverteidigung eröffnen ...

Habe kürzlich mal mit einem Freefighter im Ring gestanden und mit diesem eine Runde lang nach Kickboxregeln gekämpft. Dazu muss ich sagen, dass ich bisher noch nie wirklich Vollkontakt gegangen bin. Als Schutzausrüstung hatte ich einen Kopfschutz, Ellbogen- und Schienbeinschützer sowie natürlich Boxhandschuhe.

Im Nachhinein empfehle ich auch jedem im Ring einen Zahnschutz anzuziehen (ist nicht´s passiert).

Nun denn, ich muss sagen, dass Vollkontakt eben schon was ganz anderes ist, als Techniken immer nur mit einem Partner kontrolliert und nicht in realer Geschwindigkeit auszuführen.

Ich komme aus dem Wing Tsung-Bereich, trainiere aber parallel auch Kickboxen. Möchte jetzt hier kein Pro-WT- oder Contra-WT-Thread eröffnen, aber habe mir im Nachhinein einige Gedanken gemacht, ob mein WT-Keil auch gegen die schnellen Boxerkombinationen standhalten würde.

Alles in allem halte ich das Vollkontakttraining für eine sehr realistische Trainingsmöglichkeit, die jeder, unabhängig seines Stils, zusätzlich zum üblichen Training betreiben sollte, sofern ihm wirkliche Selbstverteidigung am Herzen liegt.

Gut man kann sagen, im Ring darf ich ja einige Sachen nicht, die ich auf der Straße darf, aber darum geht es weniger, sondern eher das man eben im Ring seine Defensivarbeit und auch seine Offensivqualitäten sehr verbessern kann, da eben bei Fehlern schonmal der eine oder andere Punch durchkommt, der auf der Straße das "Aus" bedeuten würde.

Die "verbotenen" Techniken wie Kehlkopfangriffe, Kopfhebel, Augenstiche, Beißen usw. kann man dann immer noch extern in "slow-motion" trainieren (bzw. andeuten) und dann auch der Straße auch richtig durchziehen, wenn´s sein muss.

Boxen, Thai- und Kickboxen usw. sind zwar Sportarten, sie haben aber eben das realistische Vollkontakttraining, welches nicht zu unterschätzen ist.

Deshalb implementieren auch Kampfkünste auf SV-Basis wie z.B. Ju Jutsu, Krav Maga oder auch Wing Tsun in den besseren Schulen das Vollkontakttraining mit Schutzausrüstung.

Sandsäcke und Schlagpratzen sind gut für Genauigkeit und Schlagkraft, aber nur mit einem Partner im Ring, der auch mal mit realer Geschwindigkeit angreift, kann man auch gutes Timing zur Verteidigung (Konter- und Stoppschläge, Ausweichen, Meiden, Parieren, Blocken) erlernen.

Dafür gibt es ja sog. Drills, die den Übenden dann langsam mit vorgebenenen Kombinationen unter echter Geschwindigkeit an das freie Sparring heranführen sollten.

Ich werde daher meine Wing Tsun-Techniken, insbesondere den Keil und Stopptritt auch mal im Ring an entsprechenden Personen versuchen.
Für die Selbstverteidigung ist es denke ich auch wichtig, dass man, egal welchen Stil man ausübt, das Gefühl hat, dass die Technik auch unter einer Druck- und Stress-Situation funktioniert. Dies erreicht man aber eben nur durch realitätsnahes Üben.

Bsp. Wing Tsun:
Übe ich den WT-Keil immer nur gegen leichte und langsame Angriffe, die vorher genau vorgeben wurden, erreiche ich nicht die Qualität, als wenn ich mit jemandem im Ring stehe und ihm sage, "greif mich mit geraden Schlägen an, Jab oder Cross, rechts oder links ist egal, mit antäuschen usw.", dann übe ich den WT-Keil realistisch und mit entsprechender "Bissigkeit". Darüberhinaus lerne ich auf korrekte Deckungspositionen viel mehr zu achten.

Bsp. Ju Jutsu:
Übe ich einen Hebelgriff immer nur gegen kooperative Personen, dann werde ich überrascht sein, wenn er in der Selbstverteidigung nicht funktioniert.
Übe ich ihn aber aus dem Sparring und Grappling heraus, dann bekomme ich eine gewisse Sensibilität dafür, wann welche Technik funktioniert bzw. welche Technik ich als nächstes anwenden kann, falls sich der Gegner so gut sperrt, dass meine erste Technik nicht anschlagen sollte.

Welche Übungsmethoden wendet Ihr für das realistische SV-Training an ??
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