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Alt 08-02-2006, 13:48
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itto_ryu itto_ryu ist offline
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Was die Römer wirklich davor abhielt ganz Germanien bis zur Elbe zu erobern wie geplant, war der Umstand, dass nach der Schlacht im Teutoburger Wald Rom kein Interesse mehr daran hatte diese für Rom unwirtliche, uninteressante und damals fast nur aus undurchdringlichem Wald, matschigen Marschen und feuchter Heide bestehende Land zu erobern... jedenfalls nicht zu diesem Preis. Also zog man flott den Limes, teilte das Ganze auf der Karte und Ober- und Untergermanien ein und faktisch sah es so aus, als hätten die Römer alles befriedet, was wichtig sei, ähnlich wie man es in Britannien mit dem Hadrianswall machte... man sah alles was "hinter der Mauer lag" einfach als für zu wertlos an, um die Mühen einer Eroberung auf sich zu nehmen. Also jetzt mal salopp dahingehuddelt.

Die Gladiatoren konnten durchaus kämpfen, der Aufstand unter Spartacus scheiterte nicht, weil die Gladiatoren weniger guet Kämpfer als Legionäre waren. Spartacus entfloh ja nach einer Rebellion mit anderen Gladiatoren im Jahr 73 v. Chr. aus der Gladiatorenschule in Capua und vermochte zahlreiche weitere Sklaven um sich zu sammeln. Zudem erhielt er auch aus den Reihen der verarmten, landlosen Freien nicht unerheblichen Zulauf. Als Anführer der aufständischen Sklaven erzielte er zwischen 73–71 v. Chr. mit seinem Heer zahlreiche militärische Erfolge gegen die römischen Legionen auf seinem Zug von Süd- nach Oberitalien. Und das, obwohl sich mehrmals einzelne Abteilungen von seinem Heer abspalteten und daraufhin vernichtet wurden.
Für den größeren Teil seiner Truppen war nun der Weg über die Alpen frei, aber das Sklavenheer wandte wieder nach Süden, um über Sizilien und später Brundisium per Schiff zu fliehen (die Gründe für diese Änderung sind in der Forschung noch immer umstritten). Diese möglicherweise falsche Entscheidung und der Umstand, dass die Römer die Piraten bestachen, die bei der Überfahrt helfen sollten, ließen Spartacus scheitern, der dann auch noch in die Falle der Römer tappte, die sein Heer mehr oder minder einkreisten.

Ich denke, die Gladiatoren konnten durchaus kämpfen, sie stellten aber auch nur einen kleineren Teil des Sklavenheeres dar. Spartacus selbst muss schon einige Feldherren-Qualitäten besessen haben, sonst hätte er sich nicht so wacker geschlagen. Zwar setzten die Römer den Sklaven das bessere taktische Wissen entgegen, aber erstens kam das Ausmaß dieser Rebellion für die Römmer völlig überraschend, zweitens kämpften die Sklaven für etwas persönlich wichtiges für sie: Ihre Freiheit. Und ich denke das ist ein Umstand (um mal hier aus einem Film zu ztitieren), der im Kampf hilfreich ist, denn ein Mann, der für sein Leben und seine freiheit kämpft, ist stärker als drei bezahlte Söldner oder eben Soldaten.

Abgesehen davon kämpft ein Gladiator, der täglich in der Arena um sein Leben ficht bestimmt besser, als Einzelkämpfer gesehen, als ein vornehmlich im taktischen Truppenverband agierender Legionär... und von denen haben so manche ihr Leben lang irgendeinen Hügel bewacht und nie eine echte Schlacht gesehen. Die Römer führten zwar viele Kriege, aber auch nicht ständig und überall.

Geändert von itto_ryu (08-02-2006 um 13:52 Uhr).
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