ist schon verrückt, diese permanente frage nach
wc-defiziten im
jkd, wird man halt - historisch - nie (ganz) lösen können; der "wahre kern" dieser frage könnte aber die frage nach dem stellenwert von "technik", als technischem ablauf einer kampfbewegung ohne weitere attribute sein.
man es allg. versuchen zu beantworten, und man kann von leung ting im wingtsunkuen - um mal ein
wc derivat zu nehmen - lesen, dass auch er es für notwendig hält, über die harmonie des chisao bzw. der kooperativen patrtnerübungen hinauszugehen, um im freien kampf andere attribute wie kampfgeist, timing usw. einzustudieren, womit man schon bei attributen angelangt ist, die das wingchun im engeren sinn überschreiten - und lt sagt auch, dass viele diese stufe gar nicht erreichen wollen, heißt, auf dem weg zum ziel hängen bleiben... weil´s einfach schöner und bequemer ist.
ich denke ein realistischer stil wird sich die kampfentscheidenden attribute herausgreifen und alle trainieren - "technik" ist aber nur ein element des ganzen, von daher hätte lee immer schon die grenzen des wingchun überschreiten müssen, heißt hätten ihm auch einige wingchun techniken "gefehlt", entscheidender war in jedem fall, dass er es für notwendig hielt, die anderen - im zusammenhang viel wichtigeren elemente (Timing, distanz usw.)miteinbezogen zu haben.
beispiel: sollte das sog. "wt-latsao" tatsächlich aus elementen des "nonclassical-gungfu" (des von bruce lee modifizierten wingchuns ua. weitergegeben an J. Glover) bestehen, dann würde das nie und nimmer funktionieren, weil das "wt-latsao" völlig ohne die attribute trainiert wird, die es gerade bei glover so beeindruckend gemacht haben: bei glover waren die "nonclassical-gungfu"-wc-techniken nämlich sehr reflexartig (durch die drills), ohne bindung trainiert (also mit "distanzgefühl") und mit enorm viel "speed & power", dazu extrem abgestellt auf die besonderen merkmale des einzelnen (heißt sehr individualisiert)... und die chisaosparrings waren zunehmend nicht-kooperativ (heißt recht realistisches kämpfen)
im
jkd-textbook heißt es denn auch so treffend: viele
kk-literatur handelt vom "wie" (= technik) , dieses buch aber handelt vom "warum" und vom "wenn" (zb timing)...
das ist die große illusion des wingchun: alles kämpfen geht in "technik" (gemeint ist "programm") auf. die höhere technik schlägt die niedere...usw.
wer schonmal realistisch gekämpft hat, weiß das oft einfach die schnelligkeit - weniger die gewählte technik - entscheidend ist, mal abgesehen von psychischen attributen wie mut usw...
na, und wenn ich das grade von wsl über bruce lee lese, dann kann ich noch ergänzen, dass er von der natur seiner person einfach so gestrickt war, sich über die grenzen von "technik" - und sei es nur durch seine umwerfende geschwindigkeit - zu erheben ... und das können andere eben nur nachmachen..
grüße