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Alt 19-01-2007, 07:43
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Mäks Mäks ist offline
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Kampfkunst: WingTsun [EWTO]
 
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Guten Morgen Liebe Inxbumsler,

wie bereits angekündigt erstatte ich mal meinen Bericht:


19.30 Uhr, wir treffen die äußerst freundliche 6- Mann VT-Truppe und unterhalten uns kurz mit ihnen, danach wir betreten den Trainingsraum. Die beiden Holzpuppen an der Wand stechen sofort ins Auge und eine nähere Betrachtung zeigt, dass mit diesen auch wirklich gearbeitet wird. Wir sehen uns weiter um. Ein stark beanspruchter Boxsack hängt in der Halle und an der Wand hängen mehrere Langstöcke, die ebenfalls stark gebraucht aussehen.

Das Training beginnt, alle üben die Siu Nim Tao und die Cham Kiu. Alle, außer mir; denn meine Formen kenne ich ja, ich hab mich also darauf beschränkt, die VTler dabei zu beobachten. Dann folgt der erste Schock. Warum so breit stehen? Warum so tief?
Danach holen die fortgeschrittenen ihre Langstöcke und beginnen mit der Langstockform. Ein Anfänger, der seit 2 Monaten mit dabei sei, geht an die Holzpuppe und klopft einige BongSao rein, während wir weiter mit dem Trainer sprechen.
Der Trainer beginnt mit dem neuen Schüler zu drehen. Aha....ChiSao nach 2 Monaten. Gedreht wird wesentlich enger und auf Impulse. Das erste konnten wir sehen, das zweite denken. Macht aber nichts...wir sehen zu.
Das Training geht weiter, jetzt wird eine Art LatSao gemacht, aber ohne Pak, sondern gleichzeitiges diagonales Schlagen mit beiden Armen. Geübt wird u.A. ein Pak- und ein Bong Angriff. Im Gegensatz zum WingTsun wird im Ving Tsun das Bong rein dazu verwendet, die gegnerischen Arme wegzuräumen. Bei uns knallt erstmal der Ellbogen auf die Brust des Gegners. Dies sei laut den VTlern schlecht, da ich mich dann ja wegrehe und mit dem Schlag dann einen weiteren Weg habe. Auch das bei uns gerne angewendete "Fesseln" lassen sie sein. Angemerkt sei, dass während ich große Augen bekam mein Kollege das Gesicht bereits schmerzhaft verzog. Wenn ich mit meinem Kollegen trainiere, landen wir nach einiger Zeit immer wieder im Chat Chuen. Damit konnte der VT Trainer gar nichts anfangen, weshalb er jetzt mit ihm Lat Sao machte. Jetzt wurde es endlich ein Wenig spannender für uns beide. Die Meinungen über die Sinnhaftigkeit solcher halb-Freikämpfe sei dahingestellt und jeder weiß, dass keiner der beiden die Schläge, welche zu einem k.o. führen, mit voller Wucht platzieren kann; denn schließlich handelt es sich um Training und keine Echte Kampfsituation. Und jeder weiß, dass ein Kampf normalerweise nicht länger als ein paar Sekunden dauern sollte.

In einem Punkt schließe ich mich Master Wong voll und ganz an: Zu meinen, in einem Kampf nie getroffen zu werden, ist schlicht und einfach falsch. Das Ergebnis dieses "Kampfes": Zwei schwitzende und an den Lippen blutende Inxbumsler, von denen während des Kampfes einmal der WTler an die Wand gedrückt wurde und der VTler an die Holzpuppe.
Kicks konnten beide nicht wirklich wirksam platzieren. Auf der Heimfahrt betonte mein Kollege, er hätte natürlich die meisten Schläge voll durchziehen können, was den Kampf beendet hätte. Dass der VTler nach unserer Abfahrt das selbe gesagt hat, ist anzunehmen.

Kommen wir nun endlich zum Fazit:
Dass sich die Ideen hinter den Formen grundlegend von unseren entscheiden, wurde mehrfach betont und liegt auch auf der Hand. Die Trainingsmethoden beim Ving Tsun scheinen schneller, knackiger und spassbringender als beim WingTsun zu sein. Wäre ich vollkommen unbelastet hin gegangen, hätte uns das Ving Tsun wahrscheinlich vom Hocker gerissen. Nachdem Wir aber bereits mehrjährige Erfahrung im WingTsun hatten, kamen fast schon zwangsläufig Zweifel an den VT-Ideen auf. Zweifel, die so groß sind, dass für uns beide ein Wechsel zum Ving Tsun nicht in Frage kommt.

Auch wenn ich in diesem Thread schrieb, ich opfere gern Effektivität für mehr Trainingsspaß, so ist es mir jedoch nicht möglich, mich mit dem Ving Tsun an sich anzufreunden.

In eigener Sache:
Ich bin sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, da in mir ja in letzter Zeit einige Zweifel am eigenen System aufkamen, die mich zwangen, mal nach links und rechts zu blicken.
Ich hoffe nun, die VTler hier im Forum werden mich nicht als verbohrten Kernspecht-Sektengänger abstempeln, da das nicht wahr ist.
Ich bin so gut es ging unvoreingenommen zum Ving Tsun gegangen, hab mir alles sehr genau angesehen und meine Konsequenzen gezogen.

Um Fragen wie "wieso weißt du das bereits nach einem Training?" gleich entgegen zu wirken: Die Entscheidung, welche ich als erstes fälle, ist bei mir immer die richtige.

Ich möchte mich bei allen hier bedanken, die mich bei der Suche unterstützt haben und mir wichtige Inputs gaben.

Grüße,
Mäx
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»Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, er habe genug davon.«
(René Descartes, frz. Philosoph, 1596 - 1650)