Einzelnen Beitrag anzeigen
  #26  
Alt 15-02-2007, 11:06
Benutzerbild von Dr. Ralf
Dr. Ralf Dr. Ralf ist offline
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Krav Maga und FAST Defense früher Karate, WT, Thaiboxen, TKD
 
Registrierungsdatum: 18.10.2001
Beiträge: 458
Standard

Zitat:
Da ist es dann schon nicht mehr ganz so "authentisch"
Zitat:
Ansonsten kann man genausogut Gasttrainer aus nicht Krav Maga Derivaten einladen/besuchen und sich ein "Best-of" für einen selbst erstellen. Das "System" geht jedoch verloren...
Wenn ich so etwas lese, komme ich zwangsläufig zu der Überlegung, wie KM entstanden ist. (Ist jetzt nicht gegen die Autoren der beiden Statements gerichtet, sondern eher gegen den Grundgedanken der mit solchen Aussagen verbunden werden kann )

KM war und ist doch genau der Versuch ein Best-of zu erstellen. Die ersten Schüler von Lichtenfeld wurden von ihm angehalten, in allen verfügbaren Systemen mitzutrainieren um daraus Rückschlüsse für die Optimierung von KM zu gewinnen.

Die Manifestierung eines genialen Systems, welches nicht mehr verändert werden darf, entspricht eher einem kommerziellen Kampfkunstgedanken, bei dem das Ego der Protagonisten nicht mehr einsehen will, dass das, was sie selbst vertreten, von anderen noch verbessert werden kann. Wenn ich das im Gedanken weiterführe, dann bin ich sehr schnell bei der „genialsten“ Kampfkunst, die ich früher mal betrieben habe.

Dies hat wenig mit einem System der Sicherheitskräfte zu tun, bei welchem ständig optimiert wird und bei dem jeder angehalten ist, für sich das Optimale zu finden.

Das Gerede vom idealen System, welches durch Fremdkomponenten verwässert wird, ist gerade im Zusammenhang mit KM schlicht und einfach lächerlich. SV relevante „Fremdkomponenten“ sind absolut konstruktiv, solange sie nicht eine Änderung der Basis des Systems erfordern. D.h. wenn SV relevante Fremdkomponenten für den Einzelnen sinnvoll in seine Basis zu integrieren sind, dann ist genau dies Krav Maga, zumindest entspricht es dem Grundgedanken des KM, wie es in den Sicherheitskräften durchgezogen wird. Das oberste Kriterium ist die Effektivität in der Umsetzbarkeit.
Es entspricht allerdings nicht dem Kunstprodukt Krav Maga (vornehmlich im zivilen Bereich anzutreffen) bei dem überspitzt gesagt ein Big Boss Techniken manifestiert (vielleicht auch schon gewinnbringend publiziert) und ihm folglich ein Zacken aus der Krone bricht, wenn es jemand wagt, auch nur einen Hauch daran zu ändern.

Ich denke manche derer, die hier von Authentizität reden, würden aus allen Wolken fallen, wenn sie sehen würden, was das authentische Krav Maga ursprünglich war und wie wenig es mit dem zu tun hat, was heute unter Krav Maga dargeboten wird.
Gruß Ralf
Mit Zitat antworten