Hallo Andreas,
hier die restlichen Antworten auf Deine Fragen.
Q: Kannst Du mir die Beziehung einer Technik und einem dahinter liegenden Prinzip/Konzept anhand eines konkreten Beispiels näher erläutern?
A: Gerne. Die Reihenfolge ist im
JKD umgekehrt. Die Technik folgt stets dem Prinzip oder Form folgt der Funktion sagen wir gerne dazu. Eines der Prinzipien des
JKD ist die Wirtschaftlichkeit der Bewegung (Economy of Motion oder Bruce nannte es manchmal auch Economy of Form). Die Trainingsreihenfolge um wirtschaftlicher in allem zu werden (Fußarbeit, Schläge, Kicks, Trapping usw.) lautet:
1) synchron mit sich selbst
2) synchron mit seinem Trainingspartner
3) synchron mit jeder Art Gegner zu werden.
Dies wäre dann die Trainingsprogression alle möglichen Techniken (z. B. den Biu Jee) zu verbessern. Vieles im
JKD Training sind kleine, unspektakuläre Dinge wie zu lernen seinen Bewegungsapperat auf ein bewegliches Ziel auszurichten, um schneller, trügerischer und direkter zu werden.
Q: Welche Eigenschaften sollte ein guter Kämpfer haben, und wen würdest Du als sehr guten
JKD-Kämpfer der 1., 2. oder dritten Generation, bezeichnen?
A: Der
JKD Mann sollte die selben Eigenschaften besitzen wie jeder andere hervorragende Athlet. Timing, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Distanzgefühl usw. Die guten „Kämpfer“ meiner Generation mit denen ich persönlich trainieren durfte sind keine bekannten Namen, sie stehen nicht in den Zeitungen und viele sind auch keine Instruktoren sondern einfach nur fortgeschrittene Mitschüler die sehr gut sind. Ohne deren Hilfe wäre ich sicherlich nicht heute wo ich bin, da diese Jungs ihre Zeit und Energie mit mir zusammen verbracht haben. Was die 1. oder 2. Generation angeht. Nun, ich habe mit den wenigsten von denen wirklich gespart wie mit meinen Mitschülern, nur rumgespielt. Ted Wong ist unheimlich. Weil er mit seinen 50+ Jahren schneller auf den Beinen ist als jeder junge Tiger bei uns in der Schule. Zudem bewegt er sich wie Bruce Lee und hat das selbe Timing. Mir ist gesagt worden, dass Bob Bremer und Dan Lee mit die besten im Sparring in der Chinatown Schule und Inosantos Backyard waren. Harte Jungs wie Paul Vunak, Alfonso Tamez, Moses Torres oder Del Pollard waren respektierte fighter später in der Kali Academy.
Q: Falls das im Rahmen eines Postings kurz zu erläutern ist: Was macht für Dich Definition und Sinn des
JKD aus, was ist für Dich das Besondere daran?
A: Für mich ist der Sinn und das Besondere im
JKD einfach im tun und es zu genießen. Ich meine ich kann lauter technisches Zeug oder BL seine Ideen dazu aufzählen, aber ich denke viele von euch haben so was schon mal gelesen und ich will niemanden langweilen, noch denke ich das es hilft wirklich zu verstehen.
Es ist ganz einfach: Sucht euch ein Seminar, Schule, Trainingsmöglichkeit und tut es einfach, habt Spaß dabei und ihr werdet sehen wie glasklar der Sinn und das Besondere für euch sichtbar wird. Ohne das Training bleibt es nämlich immer jemanden anderen seine Erfahrung, Bewegungen, Theorien usw. Die Einstellung sollte aber sein: YOU are
JKD.
Wünsche viel Spaß beim Trainieren.
Bob Dubljanin
„
JKD is simple, direct and non-classical“
Bruce Lee