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Alt 04-04-2003, 13:37
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Dr. Ralf Dr. Ralf ist offline
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Kampfkunst: Krav Maga und FAST Defense früher Karate, WT, Thaiboxen, TKD
 
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Standard Re: ....

Nun die Frage ist doch vielmehr wie es wirklich abgelaufen ist. Hat er die Frau wirklich verprügelt oder ist sie in die Aktion hineingesprungen um ihrem Bruder zu helfen. Hat er bewusst eine Frau geschlagen oder hat er sich einfach gegen eine zweite Person gewehrt die plötzlich da war und in die dynamische Aktion hineingesprungen ist? Hatte er es vielleicht tatsächlich auf einmal mit drei Leuten zu tun die gleichzeitig auf ihn einwirkten.
Wenn sich eine Frau auf mich stürzt während ihr Freund versucht mich zu schlagen glaube ich nicht, dass ich in der Lage wäre hier sehr differenziert vorzugehen, wenn ich das Gefühl habe, dass meine Gesundheit bedroht ist.
Natürlich ist dies Spekulation, aber es ist genauso Spekulation von vornherein den prügelnden Kickboxer anzunehmen, der mit brachialer Gewalt alles niedermäht was ihm in die Quere kommt.
Vor allem wenn man bedenkt dass Kampfsportler vor Gericht generell schon vorverurteilt sind und zwar auf der Basis haarsträubender Annahmen. Hier wird dann genau von dieser Kontrolle geredet, als wäre es tatsächlich möglich Schläge in dynamischen Stresssituationen so abzuschätzen dass sie genau das richtige Maß an Wirkung erzielen. Fakt ist dass dies unmöglich ist und somit ein Kampfsportler, der in einer Notwehrsituation einen anderen verletzt quasi schon verurteilt ist. Die Umsetzung des ausgeübten Rechtes bedeutet für den Kampfsportler, dass aufgrund dessen, dass er sich wehren kann er genau dieses eben nicht darf. Wenn er es tut spielt er mit seiner Zukunft und kann nur hoffen dass es bei der Aktion nicht zu schwereren Verletzungen bei der Gegenseite kommt, was letztlich auch mehr durch den Zufall bestimmt wird als durch die persönliche Fähigkeit.
Deshalb wäre ich sehr vorsichtig mit Vorverurteilungen in solchen Fällen.

@ Goshinsatori
Das was du erzählst habe ich schon so oft von Karateleuten gehört. So z.B. von dem Trainer in dessen Schule du ja auch schon als Ausbilder tätig warst. Ich habe heftig mit ihm diskutiert dass diese angebliche Kontrolle schon aus Gründen der Reaktionszeit nicht funktionieren kann. Er hat dies heftig dementiert und gesagt ein guter Karateka kann kontrollieren. Bei seiner nächsten Vorführung im Seepark hat der dann einem anderen Ausbilder den du ebenfalls kennst (ist er nicht gar damals mit dir gegangen) per Kick eine deutlich sichtbare Kopfverletzung zugefügt. Ich finde es witzig dass man nun in realen SV Situationen das abverlangt was schon in einer viel lockereren Atmosphäre einer Vorführung nicht klappt.
Ich behaupte noch mal: Die Wirkung eines Schlages ist gerade unter der Einwirkung von Adrenalin nicht gut einzuschätzen zumal ein normalsterblicher Mensch (dazu zähle ich auch langjährige Kampfsportler) überhaupt nicht die Erfahrung hat die Wirkung abzuschätzen, weil er dies im Trainingsalltag eben gar nicht machen kann.
Woher willst denn du wissen wie stark du ein Gyaku Zuki bei einem beliebigen Menschen schlagen kannst. Weißt du ob sein Darm voll ist oder er eine volle Blase hat und es damit schon bei leichter Interaktion zu schweren Verletzungen kommt? Weist du ob er über perfekte Bauchmuskeln verfügt und du deshalb extrem zuschlagen musst um überhaupt Trefferwirkung zu erzielen. Du hast im SV Fall so gut wie keine Ahnung über die persönlichen Eigenschaften deines Gegenübers aber suggerierst hier alles im Griff zu haben und locker handhaben zu können?
Ehrlich gesagt erscheint mir dein Kommentar in diesem Zusammenhang sehr arrogant aber wenig überzeugend.
Gruß Ralf
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