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  #1  
Alt 12-03-2003, 16:47
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Kampfkunst: JKD, Kali, CQC
 
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Question Rasiermesser im Capoeira

Hi folks,

ist es eigentlich richtig, daß es im Capoeira Messerkampf mit Rasiermessern gibt? Wie sehen denn solche Messertechniken aus? Woher stammen die ursprünglich (gehören die zum ursprünglichen Capoeira oder wurden die später zugefügt)? Wie stehen die Messertechniken zu den waffenlosen im Capoeira? Kann vielleicht mal jemand, der beides kennt einen Vergleich zwischen Messerkampf á la Capoeira und phil. Messerkampf machen?

Bye naugthy dog
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  #2  
Alt 12-03-2003, 17:07
Benutzerbild von Eskrima-Düsseldorf
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Ich habe gehört, daß sich früher die Capoeiraleute Messer an den Füßen befestigt haben. Ob das stimmt und ob dies dann der Capoeira Messerkampf ist, weiß ich nicht.
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  #3  
Alt 12-03-2003, 19:02
arnisador
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Als ich im Seemannsheim gearbeitet habe, war einer meiner älteren Kollegen ein Brasilianer (mit deutschen Wurzeln, ist aber drüben geboren und aufgewachsen). Als ich mit dem über Capoeira unterhalten habe, erzählte er mir auch etwas über Rasiermesser und wie gut die Jungs damit umgehen können. Scheint also in Brasilien in bestimmten "Gesellschaftsschichten" durchaus eine übliche Waffe zu sein.
Gruß
Martin
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  #4  
Alt 13-03-2003, 21:46
Benutzerbild von mat~°~rose
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arnisador ist da voll und ganz zuzustimmen, die unfreiwillige Bekanntschaft mit einem Rasiermesser zu machen ist in Brasilien extrem hoch, und noch höher wohl wenn man Capoeirista ist.

was das Topic betrifft:

es gibt keine Capoeira die mit Messertechniken gespielt wird.

was es gibt bzw. eher gab und auch heute noch selten in Brasilien anzutreffen sein könnte, war eine Spielart der Capoeira, in den C. mit einem Rasiermesser zwischen den Zehen gespielt wurde.
diese Spielart war zuweilen oder frequently damit gekoppelt, dass in der Mitte der Roda ein Geldstück bzw. eine Münze lag, die es mit dem Mund aufzuheben galt.

wer das konnte hatte natürlich das Spiel gewonnen, wenn auch unter evtl. Rasiermesserschnitten.

es gibt einen Berimbau Rhythmus der mit dieser Art Spiel einhergeht, den meisten dürfte er unter "Santa Maria" geläufig sein.

den Geschichten zufolgte dürfte es in der Tat einige Capoeiristas gegeben haben, die extrem gut waren mit Rasierklinge zwischen den Zehen.

Nebenhinweis für Capoeira-Kenner:
schon mal Leute bei der Chamada (Capoeira Angola) gesehen, die ihren Gegner von oben bis unten richtig abtatscheln, wie Leibesvisite? ratet mal was die wohl suchen... klaro, Rasierklingen unterm Hemd

in Europa ist diese Art der Capoeira unbekannt.
dennoch scheint mancher nicht vergessen zu haben, es gibt immer noch (auch sehr erfahrene höhergraduierte Capoeiristas) die nicht vergessen wo sie herkommen und immer ihre Rasierklinge im Handtuch oder Zweit-T-Shirt dabeihaben.
angeblich war das bei einer Streiterei vor 1-2 Jahren in Hamburg so zu sehen, dass die Herrschaften aus heiterem Himmel plötzlich mit Rasierklinge aufeinander losgehen wollten.


soweit sogut
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  #5  
Alt 14-03-2003, 11:55
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Hallo,
Zitat:
Scheint also in Brasilien in bestimmten "Gesellschaftsschichten" durchaus eine übliche Waffe zu sein.
Zitat:
... es gibt immer noch (auch sehr erfahrene höhergraduierte Capoeiristas) die nicht vergessen wo sie herkommen und immer ihre Rasierklinge im Handtuch oder Zweit-T-Shirt dabeihaben.
Wie soll man diese Aussagen verstehen? Ist Capoeira demnach ein "Produkt" der Kriminellen?

Gruß
Andreas
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  #6  
Alt 14-03-2003, 13:19
arnisador
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Hallo Andreas,

über Capoeira allegemein kann ich nicht viel sagen, ich weiß nur, daß der besagte Brasilianer, mit dem ich mich unterhalten habe, sich in kriminellen Milieus zumindest herumgetrieben hat, auch wenn er selber kein Krimineller war.
Gruß
Martin
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  #7  
Alt 14-03-2003, 18:44
Benutzerbild von mat~°~rose
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@Andreas

versteht sich von selbst dass Capoeira kein Produkt der Kriminellen ist. die Capoeira kommt sogar hervorragend ohne aus

das manch ein Capoeirista (v.a. in den brasilianischen Grossstädten) kein sauberer Zeitgenosse sein dürfte, ist zu diesem Statement auch kein Gegenargument, das wir wohl in jeder KK vorkommen, dass sich einige dunkle Gestalten in ihr bewegen.

das das Rasiermesser in Südamerika sowas wie das Schwert der Armen ist, wundert sicher auch niemanden.

zu von mir beschriebener Spielart nochmals die Aussage, dass es sich um eine Variation gehandelt hat die dazu diente, Geschicklichkeit zu entwickeln.

dass manche Boyz die den ganzen Tag nix tun wie Capoeira spielen und nachts am Strand Leut ausrauben nicht aussterben werden, ist wohl leider anzunehmen.
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  #8  
Alt 14-03-2003, 18:47
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@ mat~°~rose:

Danke für die Antwort. Ich habe gehofft, daß es so ist, wie Du geschrieben hast.

Gruß
Andreas
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  #9  
Alt 28-04-2003, 20:11
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hmm ich mein mich dran zu erinnern dasses n geld schein war den man sogar mit dem mund aufnehmen musste dementsprechend bin ich mir nich sicher ob die rasiermesser piratentechnisch im mund hatten
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  #10  
Alt 01-05-2003, 22:49
Benutzerbild von mat~°~rose
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@fogo
das mit dem Geldschein ist korrekt, Münzen sind wohl mittlerweile etwas wenig wert

von Rasiermessern im Mund hab ich noch niggs gehört, in meinem Post bezog ich mich nur auf Rasierklingen zwischen den Zehen.
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  #11  
Alt 02-05-2003, 22:06
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Beiträge: 21
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Also ich habe im Werner Linds Lexikon der Kampfkünste auch gelesen das es..
.....1530 kam Capoeira nach Brasilien.
1707 verbot das entflohenne sklaven es im Jungel lerhrten und es zum überfallen Plantagen nutzten. jedoch wurde es dan mit Tanz verschlüsselt auch das wurde 1808 verboten .Als die Brasilianer/Afrikaner dan noch mieser behandelt wurden bildete sich ein neuer wiederstand. Capoeira warnun in einer neuen Blütezeit und es wurde angefangen Rasiermesser gegen die Polizisten einzusetzen was heute noch die Hauptwaffe beim Capoeira ist.....
Dies ist kein zitat sondern eine zusammen fassung.Es steht darüber nur sehr wenig im Lexikon und es liegt der schwerpunkt doch ehr auf Karate. Dennoch kan man ihm in dieser Beziehung sehr viel glauben schenken.
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  #12  
Alt 09-05-2003, 09:41
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Beiträge: 25
Standard Maculélé mit Langmessern?!

hallo allerseits,

hier nochmal etwas zur Eingangsfrage:
Neulich hab in ARTE mal einen Beitrag gesehen, der aus verschieden Filmszenen zusammengeschnitten war, da ich erst mitten drin zugeschaltet habe konnte ich den Gesamtzusammenhang nicht ganz erkennen.
In einer kurzen Szene habe ich da ein paar Dunkelheutige mit Langmessern tanzen und fechten sehen. dazu wurde ien Rythmus getromelt der mir sehr bekannt vor kam. Dieser Rythmus und die Art der Bewegung haben mich sehr an Maculélé erinnert, nur das eben mit Langmessern statt mit Kurzstöcken gefochten wurde. Die Szene wurde allerdings in dem Beitrag nicht kommentiert, sodass ich nicht genau wusste was da gezeigt wurde.

Für uneingeweite: Maculélé ist eine Stockfechtkunst, die zu einem getrommeltem Rythmus gespielt wird, allerdings ohne das im Capoeira üblich Hauptinstrument Berimbau. Sie ist vor etwa einem Jhdrt. in Brasilien entstanden. Sie soll unabhängig von Capoeira in einer anderen Region Brasiliens entstanden sein, wird aber heute auch in einigen Capoeira- Schulen gelehrt. Einen eventuellen Zusammenhang mit vielleicht philipinischen oder indischen Waffenkünsten würde ich nicht grundsätzlich anzweifeln.
Wenn ich Unfug erzählt haben sollte
lass ich mich gern belehren.

alles Gute
Stefan
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  #13  
Alt 09-05-2003, 14:20
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soweit ich weiss war maculele ursprünglich sowieso mit Macheten und wurde erst später (vielleicht wegen der Verletzungsgefahr beim Training) auf Holzstöcke umgestellt.
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  #14  
Alt 09-05-2003, 15:11
arnisador
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Zitat:
Original geschrieben von CCFly
soweit ich weiss war maculele ursprünglich sowieso mit Macheten und wurde erst später (vielleicht wegen der Verletzungsgefahr beim Training) auf Holzstöcke umgestellt.
Sowas habe ich auch irgendwo mal gesehen, hielt es aber irrtümlich für Escrima, welches man in einer "Capoeira-Umgebung" trainiert hat.
Gruß
Martin
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  #15  
Alt 10-05-2003, 12:21
Benutzerbild von mat~°~rose
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Zitat:
Maculélé ist eine Stockfechtkunst, die zu einem getrommeltem Rythmus gespielt wird, allerdings ohne das im Capoeira üblich Hauptinstrument Berimbau. Sie ist vor etwa einem Jhdrt. in Brasilien entstanden. Sie soll unabhängig von Capoeira in einer anderen Region Brasiliens entstanden sein, wird aber heute auch in einigen Capoeira- Schulen gelehrt
moin moin

da muss der Forum Chefé kurz mal Anmerkung mache weil das nur teilweise stümmt ...

Maculélé ist definitiv keine ! Stockfechtkunst, UND: hat auch wie ungelenk korrekt schreibt überhaupt nichts mit Capoeira zu tun, zumindest nicht ursprünglich.

Maculélé ist nichts anderes als ein Tanz "just 4 fun" der früher zur Erntezeit quasi "nach einem langen Arbeitstag" von den Bauern mit ihren Macheten getanzt wurde bzw. der auf Jahrmärkten oder anderen festlichen Anlässen Teil der Party im Rahmen von Wein Weib und Gesang war. jetzt mal ganz frei formuliert.
das heute Stöcke genommen werden, mag verschiedene Gründe haben, bsp. die durchaus wohl erhebliche Verletzungsgefahr.

auch hat Maculélé mit der Berimbau so viel zu tun wie eine Fischsemmel mit einem Autoreifen.. sie gehören und gehörten niemals in einen Topf

der einzige Zusammenhang mit der Capoeira besteht meines Informationsstandes nur darin, dass er von Capoeira-Lehrern nach Europa importiert wurde, einerseits weil es ein cooles Aufwärmtraining sein kann und andererseits weil es sich im Rahmen von Shows sehr gut eignet, eine weitere Spielart der brasilianischen Folklore zu demonstrieren.

in diesem Sinne
matrose

Geändert von mat~°~rose (10-05-2003 um 12:26 Uhr).
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