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#16
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| Gong Fu hat schon vieles erläutert. Hier einige Ergänzungen: Kara Te bedeutete ursprünglich China Hand. Der Begriff wurde von einigen okinawanischen Lehrern als Karate nach Japan im 20 Jh. kam in "Leere Hand" umbenannt, vorher wurde der Begriff Tode,Todi (Tang Hand) z.B. gebraucht. Dies geschah um im damaligen nationalistischen Japan die chinesischen Wurzeln zu verwischen, sonst wäre Karate nicht als Budo Disziplin von japanischen Organisationen anerkannt worden. Der Begriff Gong Fu/Kung Fu wird mittlerweile auch in China für die chinesischen Kampfkünste verwendet um sie vom modernen sport Wushu zu unterscheiden. Im Alltagsleben werden z.B. in China Handwerker,Taxifahrer........ auch als Shifu/Sifu tituliert. ![]() Geändert von Huangshan (07-10-2009 um 21:42 Uhr). |
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#17
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| Unabhängig von geschichtlichen Hintergründen kenne ich es so: Bei den Shaolin-Schulen nennen die Schüler ihren Lehrer Sifu, auch ohne Meisterschüler zu sein. In anderen Schulen des Wushu oder Taijiquan nennt man seinen Lehrer "Laoshi", solange man kein eigens angenommener Meisterschüler ist. So standen wir z.B. vor GM Sun oder vor Chen Bing in Reihe und die Meister brachten uns jeweils bei, zur Begrüßung die Worte "Laoshi hao" (Sun) oder "ni hao, laoshi" (Chen Bing) zu sagen. Wird man als Meisterschüler angenommen, darf man "Shifu" sagen (z.B. nennt Jan als Linienschüler GM CXW "Shifu") und wird selber vom normalen Schüler zum Tudi. |
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#18
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| Ein Zusatz: Im kantonesischen wird aus dem Shifu der Sifu. Sigong = Sifu des Sifu (und nicht Grossmeister im Sinne von grossartig, sondern eher so wie Grossvater) Simo = Frau des Sifu Sibak = Kungfu-Onkel Sihing = Kungfu-Bruder Sidai = jüngerer Kungfu-Bruder Daisihing = älterer Kungfu-Bruder Simui = Kungfu-Schwester Sidje = jüngere Kungfu-Schwester etc. Wobei sich jünger oder älter nur auf den Eintritt in die Schule bezieht und nicht auf das reelle Alter. |
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#19
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| Was mich mal interessieren würde: Ist es beim 'Sifu' auch so wie beim japanischen 'Sensei', nämlich dass es ein Ehrentitel ist, der einem von anderen "verliehen" wird (d.h. dass die einen halt irgendwann so anreden, wenn sie einen für 'ehrwürdig' genug halten), und dass es ziemlich furchtbarer Stil ist, sich selbst so zu nennen? |
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#20
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| in China ernennst du dich nicht selbst zum Meister, sondern wirst irgendwann sozusagen ernannt oder je nach System geprüft. Danach kannst du dich gegenüber Schülern natürlich auch so nennen. Bei uns ist vieles etwas "verwaschener". |
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#21
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| Eigentlich nicht. Du bist "Sifu" wenn Du jemanden als Schüler annimmst bzw. unterrichtest. Das heisst nicht dass man gut ist oder ein Meister in irgendwas. Damals gab es keinen TÜV und keine Meisterzertifizierung, man brauchte nur den Mut als Meister aufzutreten, oder das Glück dass keiner da war der das angezweifelt hätte. Natürlich ist es schlechter Stil das einfach so zu machen. Nur, wenn man in keinem Kreis ist der irgendeine Form der Autorisierung praktiziert, dann muss man das eh irgendwann selbst machen, oder lassen. Ist man an einem Ort mit etablierten MA-Kreisen, kommt es sicher vor dass einen auch die anderen Leute anfangen so zu nennen wenn man sich als gut aufdrängt. Letzteres ist sicher die beste Lösung. Ich halte auch nichts davon, hier krampfhaft chinesische Termini und Meisterkult einzuführen.
__________________ "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes) |
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#22
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| na ja, siehe oben, hängt von der KK ab. Im Tjq bist Du Laoshi, Shifu erst, wenn Du Meisterschüler annimmst. Und auch wenn einen keiner verurteilen könnte, wenn man es doch tut- in den Stilen, in denen es offizielle Prüfungen und Qualitätsmerkmaled gibt, sollte schon irgendwas da sein- Erfolge, ein hoher Duan, eine Meisterurkunde oder die Ernennung durch den eigenen Meister. Gute Übergangslösung: Nennt euch "trainer" oder "Kursleiter" ![]() |
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#23
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| Danke für die Antworten, ich meinte aber eigentlich etwas anderes. Es gibt ja sowohl in chinesischen als auch in japanischen Stilen Leute, die zwar durchaus eigene Schüler haben, die sich dann aber sozusagen selber mit Ehrentitel 'anreden': Hallo, ich bin Sifu Soundso, oder sie unterschreiben Briefe mit Hans Müller Sensei. Und ich meinen nun (und im Falle des Sensei bin ich mir einigermaßen sicher), dass das mindestens schlechter Stil ist. |
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#24
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| mein ich auch. |
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#25
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| Zitat:
__________________ Political language is designed to make lies sound truthful and murder respectable, and to give the appearance of solidity to pure wind. George Orwell |
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#26
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| Ich habe es im Chinatown von Paris erlebt, das die Leute auf der Strasse (Asiaten!) unserern Lehrer alle mit Sifu anreden, nie mit seinem Namen. |
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#27
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| P.S. Die meisten frz Schüler sagen Meister (Maître), ich fühle mich bei dem "Sifu" (wie oben genannt, väterlicher Lehrer) wohler… |
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#28
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| Ja, das ist ja auch nicht ungewöhnlich. Das wird es nur, wenn er sich selbst auch als Sifu bezeichnet.
__________________ Political language is designed to make lies sound truthful and murder respectable, and to give the appearance of solidity to pure wind. George Orwell |
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#29
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| Von einem italienischen KK-Lehrer hatte ich mal gehört, dass die Italiener dazu neigen, Lehrpersonen sehr oft mit teils übertriebenen Bezeichnungen anzureden, d.h. der Lehrer in der Schule ist dann gleiche "Professore", der KK-Lehrer immer gleich "Maestro" usw., auch wenn er das selbst für sich gar nicht beansprucht. Wir Deutschen und manche anderen (nord)europäischen Kulturen wie z.B. Engländer neigen dazu, die Sache stets ziemlich genau und offiziell zu nehmen. Die Chinesen stehen irgendwo dazwischen, d.h. ihnen ist der Ausdruck von Respekt noch wichtiger als uns Deutschen, aber bei der Genauigkeit und Offizialität sind sie ggf. wiederum ungenauer. Es gibt also viele Gründe und Möglichkeiten für Missverständnisse und Verwirrungen.
__________________ chin. "Jin"="physische Energie". Dass sich durch langsame Bewegungen mit der Zeit eine mystische "Jin-Flüssigkeit" ansammeln würde, ist Unsinn. |
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#30
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| ich hatte mich auch mal mit dem Begriff "Shi" (Meister) bei den Shaolins befaßt, auch in Zusammenhang mit sifu, und habe gelesen, daß dieses Wort für "Meister" nicht nur für KK-Meister verwendet wird, sondern z.B. auch für Handwerksmeister u.ä...... Aber ich denke, letztendlich ist Sinn der Sache (bei uns) ja der Ausdruck von gegenseitigem Respekt und Achtung und eine Art angemessene Unterteilung untereinander, die dem Können und Leistungsstand entspricht, ohne gleich in allzu starres Kategorien- und Schubladendenken zu verfallen, oder? |
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