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  #1  
Alt 04-02-2009, 22:49
Ring_Lord
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Standard Was machen gegen passiven Gegner ?

Guten morgen,

kennt einer von euch eine effektive Wurftechnik gegen passive Gegner im Judo oder JuJutsu. Unter passiv verstehe ich, dass der Gegner die Arme gestreckt hält und sein Gewicht nach unten verlagert und mich somit immer auf Abstand hält. Im Kampf sehe ich keine Möglichkeit ein Wurf anzusetzen, weil der Partner einfach zu weit weg ist. Vielleicht habvt ihr ja auch einen tollen Trick um das Problem zu lösen.

Danke
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  #2  
Alt 04-02-2009, 23:01
Benutzerbild von captainplanet
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Zitat:
Zitat von Ring_Lord Beitrag anzeigen
Unter passiv verstehe ich, dass der Gegner die Arme gestreckt hält und sein Gewicht nach unten verlagert und mich somit immer auf Abstand hält. Im Kampf sehe ich keine Möglichkeit ein Wurf anzusetzen, weil der Partner einfach zu weit weg ist.
Wenn er sich derart passiv verhält ist er scheinbar nicht auf einen Kampf aus. Warum sollte ich ihn also angreifen? Ich bin doch einer von den Guten!
Ich hoffe doch Du auch....
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  #3  
Alt 04-02-2009, 23:07
Ring_Lord
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ja aber im Wettkampf ist das halt nicht so toll -
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  #4  
Alt 04-02-2009, 23:23
Benutzerbild von --yawara--
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Kampfkunst: Werfen, Hebeln, Würgen mit und ohne Schlagen und Treten
 
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Zitat:
Zitat von Ring_Lord Beitrag anzeigen
Guten morgen,

kennt einer von euch eine effektive Wurftechnik gegen passive Gegner im Judo oder JuJutsu. Unter passiv verstehe ich, dass der Gegner die Arme gestreckt hält und sein Gewicht nach unten verlagert und mich somit immer auf Abstand hält. Im Kampf sehe ich keine Möglichkeit ein Wurf anzusetzen, weil der Partner einfach zu weit weg ist. Vielleicht habvt ihr ja auch einen tollen Trick um das Problem zu lösen.

Danke

Was funktionieren kann ist z. B. Sode-Tsuri-Komi-Goshi.
Wenn der Gegner abgebeugt kämpft, greifst du beide Ärmelenden und ziehst ihn noch weiter nach unten. Wenn er versucht sich aufzurichten und dagegenzuhalten, drehst du dich in Sode-T.K.G. ein.

Oder mal Sumi-Gaeshi bzw. (Yoko-)Tomoe- Nage oder nen anderen Sutemi-Waza versuchen.

Geändert von --yawara-- (04-02-2009 um 23:23 Uhr). Grund: Schraibfähler
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  #5  
Alt 04-02-2009, 23:24
Benutzerbild von Thaiandi
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Kampfkunst: Muay Thai, K-1, Sport Chanbara, Kung Fu, Flexi-Stick-Fight
 
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Beiträge: 1.359
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Zitat:
Zitat von captainplanet Beitrag anzeigen
Wenn er sich derart passiv verhält ist er scheinbar nicht auf einen Kampf aus. Warum sollte ich ihn also angreifen? Ich bin doch einer von den Guten!
Ich hoffe doch Du auch....
im Judo kannst Du für passives Kämpfen bestraft werden

Oder Irre ich???
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  #6  
Alt 04-02-2009, 23:33
Benutzerbild von captainplanet
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Kampfkunst: Aikido
 
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Ort: Steiermark
Alter: 30
Beiträge: 1.160
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Zitat:
Zitat von Ring_Lord Beitrag anzeigen
ja aber im Wettkampf ist das halt nicht so toll -
Du sprichts da etwas an was mir lange suspekt war. Judo hat ja dieselben Wurzeln wie Aikido wovon ich etwas mehr verstehe, also die Techniken sind prinzipiell als Reaktion auf eine gegnerische Aktion ausgelegt (man korrigiere mich sollte ich Blödsinn faseln, ich hab nie Judo gemacht). Also eigentlich irgendwie ein wettkampfuntaugliches System, denn wenn sich zwei gegenüberstehen und jeder wartet darauf daß der andere was macht passiert gar nix. Ich vermute es ist Aufgabe des Besseren (das können ohne weiters alle zwei von sich denken) den anderen mit einer Offensivaktion aus der Reserve zu locken. In vielen Fällen wird das wohl ein Fassen und Zerren sein um den Gegner in eine Wurfposition zu bringen, ein Hebel am Arm oder Handgelenk wäre auch denkbar. In einem regellosen Kampf würde ich persönlich vielleicht einen Yoko oder Mawashi Geri versuchen wenns paßt.

Georg
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  #7  
Alt 05-02-2009, 15:57
tom herold
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Ein abgebeugt stehender, "stemmender" Gegner ist viel leichter zu werfen als ein Gegner, der sich locker und aufrecht bewegt.
Schau dir seine stemmenden, meist ziemlich gestreckten Arme an: sie sind stark gegen deine eigenen "Druckkräfte", das stimmt.
Aber sie können nur eine einzige Aufgabe verrichten.
Daher sind sie nicht in der Lage, Druck nach oben oder unten abzufangen.
Was wiederum sehr viele Techniken möglich macht.
Noch einfacher aber wird es, wenn du dies erkennst: der "Druck" der stemmenden Arme des Gegners funktioniert nur gegen den Druck, den du selbst gegen diese Arme ausübst (weil du an ihn "ran" willst).
Laß ihn doch stemmen und geh einfach mal flink zwei, drei Schritte rückwärts - und schau, was dann passiert ...

Ansonsten sind Sutemi-Waza, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann, ein hervorragendes Mittel gegen Leute, die sich "einigeln" - wenn es denn unbedingt eine Wurftechnik sein muß.

In "Mind over Muscle" lesen wir dazu bei Kano, daß eine abgebeugte Haltung extrem unvorteilhaft sei, da man so die Atemi-Waza des Gegners (Tritte, Schläge) nicht mehr abwehren könne und auch keine eigenen Techniken zur anwendung bringen kann ...

Ich freue mich immer über Gegner, die abgebeugt kämpfen und dazu noch stemmen, denn sie sind extrem leicht zu besiegen.

Tom
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  #8  
Alt 05-02-2009, 16:13
Benutzerbild von chris1982
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Im JJ Wettkampf darfst du ihm einfach eine zimmern oder? Judo ist eher problematisch...
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  #9  
Alt 05-02-2009, 17:12
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Im europäischen Kontext gibt es einen Kniff der sich "Auswinkeln" nennt. Gibt es eigentlich überall. Nur den japanischen Namen dafür habe ich vergessen. Nach dem Auswinkeln werfen, wie es sich gerade anbietet. Auch Zug am arm nach vorne-unten klappt recht gut.

Item ein Procedere[grob]:
Uke stemmt und macht sich steif. Beide Griffe sind statisch. Tori steppt nach innen und destabilisiert Uke nach vorne hin [Zug behalten, Fußstellung für die Schreitrichtung schon im Step anlegen]. Dann schreitet Tori an Uke vorbei ünd wirft ihn z.B. über die Hüfte nach hinten.

Nur so ein Vorschlag.
B.m.
__________________
Der Hebel als Exerziezium ist unentbehrlich zur nachhaltigen Manifestation einer didaktischen Maßnahme.
Höchstleistungen haben ihre Basis in der Mittelmäßigkeit.
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  #10  
Alt 05-02-2009, 17:29
Heros
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Zitat:
Zitat von captainplanet Beitrag anzeigen
Du sprichts da etwas an was mir lange suspekt war. Judo hat ja dieselben Wurzeln wie Aikido wovon ich etwas mehr verstehe, also die Techniken sind prinzipiell als Reaktion auf eine gegnerische Aktion ausgelegt (man korrigiere mich sollte ich Blödsinn faseln, ich hab nie Judo gemacht). Also eigentlich irgendwie ein wettkampfuntaugliches System, denn wenn sich zwei gegenüberstehen und jeder wartet darauf daß der andere was macht passiert gar nix. Ich vermute es ist Aufgabe des Besseren (das können ohne weiters alle zwei von sich denken) den anderen mit einer Offensivaktion aus der Reserve zu locken. In vielen Fällen wird das wohl ein Fassen und Zerren sein um den Gegner in eine Wurfposition zu bringen, ein Hebel am Arm oder Handgelenk wäre auch denkbar. In einem regellosen Kampf würde ich persönlich vielleicht einen Yoko oder Mawashi Geri versuchen wenns paßt.

Georg
Also ich finds schon unterschiedlich zum Aikido. Klar manche Prinzipien ähneln sich, aber Judokas(zumindest das was ich gesehen habe) können durchaus offensiv reagieren und brauchen keine gegnerische Reaktion....
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  #11  
Alt 05-02-2009, 18:12
Benutzerbild von --yawara--
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Zitat:
Zitat von chris1982 Beitrag anzeigen
Im JJ Wettkampf darfst du ihm einfach eine zimmern oder? Judo ist eher problematisch...

sobald gegriffen wurde darf auch nicht mehr geschlagen werden

(meines Wissens nach ist das zumindest in DJJV-Turnieren so ...)
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  #12  
Alt 05-02-2009, 20:16
bluemonkey
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Zitat:
Zitat von captainplanet Beitrag anzeigen
Du sprichts da etwas an was mir lange suspekt war. Judo hat ja dieselben Wurzeln wie Aikido wovon ich etwas mehr verstehe, also die Techniken sind prinzipiell als Reaktion auf eine gegnerische Aktion ausgelegt (man korrigiere mich sollte ich Blödsinn faseln, ich hab nie Judo gemacht).
ich hab mal gehört einige der Wurzeln des Aikido waren nicht so pazifistisch und reaktiv:



Und Ueshiba hat doch auch Judo gelernt?

Zitat:
Zitat von captainplanet Beitrag anzeigen
Also eigentlich irgendwie ein wettkampfuntaugliches System, denn wenn sich zwei gegenüberstehen und jeder wartet darauf daß der andere was macht passiert gar nix.
Daher gibt es ja die Passivitätsstrafen im Wettkampf
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  #13  
Alt 05-02-2009, 21:55
Yasha Speed
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Zitat:
Zitat von captainplanet Beitrag anzeigen
Du sprichts da etwas an was mir lange suspekt war. Judo hat ja dieselben Wurzeln wie Aikido wovon ich etwas mehr verstehe, also die Techniken sind prinzipiell als Reaktion auf eine gegnerische Aktion ausgelegt (man korrigiere mich sollte ich Blödsinn faseln, ich hab nie Judo gemacht).
korrektur: es gibt traditionell eigentlich nur angriffsysteme. was wie konter aussieht, ist lediglich eine manipulation des gegners, genau da hin zu schlagen, wo man will, damit man seine deckung aufbrechen kann, also ganz und gar nicht passiv.

und grade aikido kontert ja nunmal gar nich. da gehts hauptsächlich um gleichzeitigkeit (was beim historischen fechten "indes" und beim karate "deai" heisst).

und warum ist das so? weil kontern zu langsam ist. das geht nur, wenn man vorher weiß wo der gegner hinschlägt (s.o.) und dann isses ncih mehr wirklich passiv.

aber genug off topic *schäm*
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  #14  
Alt 05-02-2009, 23:16
Benutzerbild von captainplanet
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^Interessante Sichtweise, klingt gar nicht so blöd. Da werd ich noch eingehender drüber grübeln ob man das so pauschalisieren kann daß die Aktion letzlich immer vom Tori ausgeht und wo die Grenzen zwischen Reaktion und Berechnung liegen...
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  #15  
Alt 05-02-2009, 23:47
pilgrim
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Zitat:
Zitat von Yasha Speed Beitrag anzeigen
manipulation des gegners, genau da hin zu schlagen, wo man will, damit man seine deckung aufbrechen kann
Das ist eine klassische Methode des Aikido.

Zitat:
... beim karate "deai" heisst
Heißt beim Aikido auch deai.

Zitat:
... geht nur, wenn man vorher weiß wo der gegner hinschlägt (s.o.) und dann isses ncih mehr wirklich passiv.
Aikido ist in dieser Hinsicht - ab einem gewissen level - ganz und gar nicht passiv, sondern sehr aktiv, denn es geht darum den Punkt der Begegnung, also das deai selber zu schaffen, zu kreieren.

Grüße,
Carsten
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