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  #16  
Alt 08-09-2004, 07:37
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Äh, ich hatte eben wieder dieses "Anmelde-Problem". Kann es sein, dass es Probleme gibt, wenn man zu lange für einen Text braucht oder sowas ? Glücklicherweise hatte ich ihn diesmal kopiert. (Sonst hätte ich jetzt wohl den Computer zerstört. )
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  #17  
Alt 08-09-2004, 08:07
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Zitat:
Zitat von FireFlea
NEEEEIIIIIN, hab einen ellenlangen Text geschrieben und vergessen mich vorher anzumelden und jetzt ist er weg. AAAARRRRRGGGGHHHH
Das kenn ich
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  #18  
Alt 08-09-2004, 08:50
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hmm... Hi Leute... FireFlea bat ja öfters um Hilfe.. aber irgendwie hab ich beim
Lesen den Faden verloren, welche Probleme gelöst werden wollen/sollen..

Vielleicht kann ich helfen, da ich Japanologie und Sinologie studiere,
vielleicht kann ich aber auch nicht helfen. Mal sehen.. aber ich brauche das
Problem.

Weiß jetzt auch gar nicht, was ich schreiben soll, bzw. wo ich anfangen soll...
hier gibts Drei große Themengebiete... Kempo-Karate, japanische Geschichte und
Verwandtschaft der chinesischen und japanischen Sprache.

Und auf die Schnelle will ich hier nix schreiben, um Mißverständnisse zu vermeiden.
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  #19  
Alt 08-09-2004, 08:55
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Schreib einfach "FireFlea" hat Recht, dann passt das schon.

1. Ist die Japanische (gesprochene) Sprache mit dem Chinesischen verwandt ?
(Kann man als Japaner (komplexere) chinesische Texte lesen und verstehen und umgekehrt ?)

2. Hast Du irgendwelche Kommentare zur Geschichte ?
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  #20  
Alt 08-09-2004, 08:59
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Zitat:
Zitat von FireFlea
Shotoku Taishi führte Buddhismus; konfuzianistische Elemente und ein reformiertes Regierungssystem ein um die Macht des Kaiserhauses zu stärken (--> Einführung chin. Elemente). Daraus folgerst Du, dass die japanische Kultur quasi aufhörte zu existieren um dann etwa 1000 Jahre später wiederbelebt zu werden. Das ist meiner Meinung nach eine, vorischtig formuliert, ziemlich krasse Ansicht.
Falsch! Ich schrieb dieses:
Die o.g. Reformen sollen sehr umfassend gewesen sein und in wie weit die japanische Kultur erhalten blieb, davon habe ich leider nichts gefunden. Ich gehe davon aus, dass sie in den Reformen aufgegangen ist und offenbar, keine größere Rolle gespielt hat. Ich gehe davon aus, dass sich die beiden Kulturen erst mit der befohlenen Abgeschlossenheit, wieder voneinander entfernt haben.

Warum versuchst Du mir was anderes unter zu jubeln?

Im übrigen, die Japaner sind nicht das einzige Volk dieser Erde, dass die Kultur eines anderen Volkes übernommen hat - ob unter Zwang oder aus der Überzeugung spielt dabei letztlich keine große Rolle - und sich später wieder auf einen anderen Weg begeben hat.

Zitat:
Zitat von FireFlea
Der Michael Kann des KKB 3004 schreibt dann sowas wie "Nach der Niederlage Japans im 2. Weltkrieg veranlasste die amerikanische Besatzungsmacht umfassende Reformen des Regierungs- und Rechtssystems nach westlich- demokratischem Vorbild; die japanische Kultur wurde daraufhin wohl von der ameriaknisch/westlichen Kultur verdrängt."
3004 Ansonsten würdest Du für Deine hier genannte Theorie selbst unter den Japanern viel Zustimmung finden. Zumindestens bei denen die ich bei Tauchurlauben kennenlernen durfte. Vermutlich alles Nationalistische Japaner die da auf den Malediven tauchen gehen

Zitat:
Zitat von FireFlea
Ich würde eher sagen; dass die japanische Kultur durch westliche Elemente erweitert und beeinflußt wurde (bzw. damals durch chin. Elemente).
Das kannst Du halten wie Du willst!

Zitat:
Zitat von FireFlea
Die Reformen zielten wie schon erwähnt hauptsächlich auf die Stärkung der Regierung/des Kaiserhauses ab;
Sehe ich auch anders, denn der Einfluß schlug sich ja nicht nur in einer "Staats-"Reform nieder, sondern ebenfalls in den Künsten, Handwerk usw.

Zitat:
Zitat von FireFlea
... die wichtigste Machtlegitimation des Tenno (immerhin das Oberhaupt des Regierungssystems) stellte als Beispiel die Abstammung von Amaterasu Omikami dar (Shinto), ein deutlich japanisches Kulturmerkmal wie ich meine.
Wozu dann die Einführung des Begriffes "Tenno"?

Zitat:
Zitat von FireFlea
Weiterhin musst Du bedenken; dass es zwischen 600 n.Chr. und 1600 n.Chr. weitere, teils tiefgreifende, Änderungen im Regierungssystem gab; mit dem Beamtenstaat nach chin. Vorbild war spätestens mit der Machtübernahme des Kriegeradels im 12. Jhr. Schluß.
Ändert dies etwas an dem Fakt, dass China einen massgeblich Einfluss genommen hat?
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  #21  
Alt 08-09-2004, 09:01
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Zitat:
Zitat von FireFlea
Schreib einfach "FireFlea" hat Recht, dann passt das schon.
Das ist mir schon aufgefallen ... wenn es Dir darum geht, nichts einfacher als das

DU HAST RECHT

Zufrieden?
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  #22  
Alt 08-09-2004, 09:26
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Zitat:
Zitat von Michael Kann
Das ist mir schon aufgefallen ... wenn es Dir darum geht, nichts einfacher als das

DU HAST RECHT

Zufrieden?
Och Michael

Wenn es um Japan geht fühle ich mich aus quasi "berufsbedingtem" Interesse genötigt was zu schreiben, wenn ich mit Japan betreffenden Äußerungen nicht ganz einverstanden bin. Ich hab das Gefühl, dass wir uns bezügl. der Geschichte zu sehr in Wortklauberei verennen. Die Antwort auf Dein letztes Post kommt im Laufe des Tages. Darf ich mal fragen; was Du so bezügl. der Geschichte an Lesestoff hast ?

Ich hab im Moment "Das Japanische Kaiserreich" von J.W. Hall hier, ansonsten ein gewisses Grundwissen aus Vorlesungen. Vielleicht kann ich mir noch "A Brief History of Chinese and Japanese Civilizations" von C. Schirokauer besorgen; wird aber knapp, da ich bald weg bin; scheint aber sehr gut zum Thema zu passen.
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  #23  
Alt 08-09-2004, 09:26
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Zitat:
Zitat von FireFlea
Schreib einfach "FireFlea" hat Recht, dann passt das schon.

1. Ist die Japanische (gesprochene) Sprache mit dem Chinesischen verwandt ?
(Kann man als Japaner (komplexere) chinesische Texte lesen und verstehen und umgekehrt ?)

2. Hast Du irgendwelche Kommentare zur Geschichte ?
Zu 1.: Die japanische gesprochene Sprache ist nicht mit der gesprochenen
chinesischen Sprache verwandt. Das einzige, was verwandt
ist ist die Schrift und damit sind die Kanji/Hanzi, also die chinesischen
Schriftzeichen gemeint. Da aber die Grammatik und Syntax (Satzbau)
verschieden sind, wird es einem Chinesem ohne Kenntnisse der japanischen
Grammatik schwer fallen, einen japanischen Text zu verstehen.

Zumal die Chinesen die japanische Silbenschriften Hiragana und Katakana
nicht kennen, die ein wichtiges Merkmal der japanischen geschriebenen
Sprache sind. Vor allem Hiragana, welches für die Verbendungen und, was noch
wichtiger ist, für grammatikalische Partikel benutzt wird, um die
Funktion bestimmter Wörter zu definieren (was ist Subjekt, Objekt, Angabe
der Zeit, des Ortes.. usw.).

Kein gutes Vergleichsbeispiel, aber ich versuchs trotzdem:
Es wäre wie, als wenn ein Deutscher versucht einen niederländischen Text
zu lesen und zu verstehen. Einige Wörter kann er entziffern, aber ganz
verstehen wird er es nicht.

So wird ein Chinese sich in einer japanischen Stadt vielleicht zurecht finden,
wenn/weil er nur lesen muss. Und sich nur aus Wortfetzen was zusammen-
reimen kann. Da aber die Japaner auch durch andere Sprachen Einflüsse
bekommen haben, vor allem durch die amerikanische Besatzung, wird es
immer schwerer, rein japanische (mit Kanji geschriebene) begriffe zu finden.

Ein Bespiel kann ich erst liefern, wenn ich wieder bei mir zu hause bin, und
japanisch/chinesisch schreiben kann, wird aber grade renoviert.

Es gibt aber auch rein japanische Begriffe, mit Kanji, die es aber in
der chinesischen Sprache nicht gibt. So werden von einem Institut (Namen
reiche ich nach) eingeführte Begriffe in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik usw.
mit einem japanisch-sprachigen Begriff versehen und ein Kanji erfunden.
Jährlich kommt dann ein Nachschlagewerk heraus (Imidas), indem
die ganzen Wortneuschöpfungen drinstehen. Damit wollen einige Wissenschaftler
gegen die steigende Einführung von engl. Begriffen (Anglizismen) ankämpfen.

Soo.... und nun.. wenn ein Japaner, der sich nicht intensiv mit den Kanji
und den reinjapanischen Schriftweisen auseinander gesetzt hat und keine
Kenntnisse in Chinesich hat, wird er sich ziehmlich verloren vorkommen, wenn
er einen chinesischen Text lesen muss.

Da ist alles in Kanji, für ihn nicht mehr erkennbar, wo Wort/-gruppen aufhören
und anfangen.

Soviel dazu, ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
Jetzt versuch ich mal was zur Geschichte zu schreiben,
wenn jetzt länger kein Post folgt, dann muss ich erst nachlesen,
weil ich nicht alles im Kopf hab.

Zitat:
2. Hast Du irgendwelche Kommentare zur Geschichte ?
Das ist schon ziehmlich grob.
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  #24  
Alt 08-09-2004, 09:28
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Hehe, da hatte ich Recht (ist wirklich nicht böse gemeint !)
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  #25  
Alt 08-09-2004, 09:31
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Ihr verrennt euch da ziehmlich in was.

Klärt doch erstmal, wo eure Fragen sind, dann können wir versuchen sie zu beanworten.
Zur Not schreib ich mir die Fragen auf und gehe in die Bibliothek meines Instituts
und lese nach. Schaden tut es mir jedenfalls nicht, Zwischenprüfung ist
zwar vorbei, aber das kommt ja eh alles zu Magisterprüfung wieder.

Das was ich so gelesen habe, von euch, stimmt irgendwie beides. Aber ihr habt
verschiedene Ansätze, aus meine Sicht. Klärt bitte mal, ob ihr euch über Kultur
und Gesellschaft oder über Politik und Machtstruktur unterhalten wollt. Wenn
über beides, dann handelt bitte erst ein Thema ab, sonst vermischt ihr euch zu sehr.
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  #26  
Alt 08-09-2004, 09:55
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Zitat:
Zitat von FireFlea
Darf ich mal fragen; was Du so bezügl. der Geschichte an Lesestoff hast?
In der Hauptsache Inet und was sich da bzgl. Geschichte usw. finden läßt!
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  #27  
Alt 08-09-2004, 09:57
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@ Daimyo
Also, muß ich doch den Japaner schlagen gehen.

Nachgehakt, es gab also keine gemeinsame Sprache und keine gemeinsame Schrift?
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  #28  
Alt 08-09-2004, 10:07
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Zitat:
Zitat von Michael Kann
@ Daimyo
Also, muß ich doch den Japaner schlagen gehen.

Nachgehakt, es gab also keine gemeinsame Sprache und keine gemeinsame Schrift?
Mensch, doch; die Kanji kommen aus China und sehen in den meißten Fällen noch genauso wie die chinesischen aus; auch die Bedeutung ist sehr oft die Gleiche. Man hat´s halt an die gesprochene Sprache nach und nach anpassen müssen.
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  #29  
Alt 08-09-2004, 16:25
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Zitat:
Zitat von FireFlea
Der Michael Kann des KKB 3004 schreibt dann sowas wie "Nach der Niederlage Japans im 2. Weltkrieg veranlasste die amerikanische Besatzungsmacht umfassende Reformen des Regierungs- und Rechtssystems nach westlich- demokratischem Vorbild; die japanische Kultur wurde daraufhin wohl von der ameriaknisch/westlichen Kultur verdrängt."

3004 Ansonsten würdest Du für Deine hier genannte Theorie selbst unter den Japanern viel Zustimmung finden. Zumindestens bei denen die ich bei Tauchurlauben kennenlernen durfte. Vermutlich alles Nationalistische Japaner die da auf den Malediven tauchen gehen
Zitat:
Zitat von FireFlea
Ich würde eher sagen; dass die japanische Kultur durch westliche Elemente erweitert und beeinflußt wurde (bzw. damals durch chin. Elemente).

Das kannst Du halten wie Du willst!
Das ist doch nicht meine Theorie, sondern Deine. Du bist der Meinung, das nach den Reformen des ST die japanische Kultur größtenteils von der chinesischen Kultur verdrängt wurde, wenn ich das richtig sehe. Deswegen hab ich das Amerika Beispiel gebracht. Natürlich sind im heutigen Japan die westl. Einflüsse sehr stark. Würdest Du jetzt sagen das es kaum noch traditionelle japanische Kultur in Japan gibt. Wohl kaum. Diese Mischung aus traditioneller und westl. Kultur, das IST die jetztige japanische Kultur. Und so stelle ich mir das auch 600 n.Chr. vor. Starke chin. Einflüsse vermischen sich mit der bisherigen jap. Kultur und das war dann die neue jap. Kultur. Kein China Abklatsch sondern was eigenes aus verschiedenen Elementen.

Und so sehe ich das auch mit der Entwicklung der Urbevölkerung. Neue Einwanderungswelle bedingt nicht zwangsweise die totale Verdrängung sondern die Veränderung zu etwas neuem. Das japanische Volk sind nicht einfach nur eingeanderte Chinesen, wie Anfangs irgenwo gepostet (worauf ja auch die Sprache hindeutet).

Das stört mich halt schon die ganze Zeit; Du ziehst meiner Meinung nach immer so radikale Schlüsse aus den geschichtl. Hintergründen.

Tenno - Himmelssohn - Amaterasu Omikami (oberste Shinto Gottheit); passt doch ! Die jap. Tenno hatten von je her nicht nur eine weltl. Herrschaftsfunktion, sondern auch eine sakrale Funktion als oberste Shinto Priester; quasi eine Mischung aus Kaiser und Pabst, wenn ich das mal so saloppsagen darf.

Zur Abschließung während der Tokugawa Zeit: Da würde ich auch nicht von einer Trennung der jap. und. chin. Kulturelemente sprechen. Die chin. Elemenete waren immerhin schon seit mind. 1000 Jahren Bestandteile der jap. Kultur. Das kann man nicht so einfach trennen. Bspw. bildete der Neo-Konfuzianismus (chin. Element) die geistige Grundlage der Gesellschaft der Tokugawa Zeit (Ganz sicher, genau diese Frage hat ich vor 3 Wochen in meiner Zwischenprüfung). Man hat sich vom Ausland und damit auch von China abgeschottet. Die chin. Elemente waren aber nichts fremdes sondern gehören seit 1000 Jahren dazu, das ist die jap. Kultur !
Da kann man sogar eher später während der Meiji Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges von einer bewußten Hervorhebung der "japanischen Elemente" Sprechen. Stichwort Ultra Nationalismus und Staats Shinto.

Zu Internet Quellen: Da mußt Du aufpassen; viele Internetseiten sind von Leuten wie mir.
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Alt 08-09-2004, 19:14
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Zitat:
Zitat von FireFlea
Das ist doch nicht meine Theorie, sondern Deine.
Lieber FireFlea, bis eben hat es mir wirklich noch Spaß gemacht mich auszutauschen, aber Du verrennst Dich da und zwar mächtig. Die Theorie bzgl. umfassende Reformationen durch die amerikanische Besatzungsmacht usw. usf. kommt von DIR - siehe hier:

Zitat:
Zitat von FireFlea
Der Michael Kann des KKB 3004 schreibt dann sowas wie "Nach der Niederlage Japans im 2. Weltkrieg veranlasste die amerikanische Besatzungsmacht umfassende Reformen des Regierungs- und Rechtssystems nach westlich- demokratischem Vorbild; die japanische Kultur wurde daraufhin wohl von der ameriaknisch/westlichen Kultur verdrängt."
Zitat:
Zitat von FireFlea
Du bist der Meinung, das nach den Reformen des ST die japanische Kultur größtenteils von der chinesischen Kultur verdrängt wurde, wenn ich das richtig sehe.
Ja ... und Du versuchst mir meine Meinung auszutreiben ...

Zitat:
Zitat von FireFlea
Deswegen hab ich das Amerika Beispiel gebracht.
Ach! Doch

Zitat:
Zitat von FireFlea
Natürlich sind im heutigen Japan die westl. Einflüsse sehr stark. Würdest Du jetzt sagen das es kaum noch traditionelle japanische Kultur in Japan gibt. Wohl kaum. Diese Mischung aus traditioneller und westl. Kultur, das IST die jetztige japanische Kultur.
Wenn das Dein Bild ist, ist das o.k. für mich! Es ist aber sicherlich nicht mein Bild und schon gar nicht meine Meinung.

Zitat:
Zitat von FireFlea
Und so stelle ich mir das auch 600 n.Chr. vor. Starke chin. Einflüsse vermischen sich mit der bisherigen jap. Kultur und das war dann die neue jap. Kultur. Kein China Abklatsch sondern was eigenes aus verschiedenen Elementen.
Das ist Dein gutes Recht, spreche ich Dir auch nicht ab ... ich sehe es eben anders.

Zitat:
Zitat von FireFlea
Und so sehe ich das auch mit der Entwicklung der Urbevölkerung. Neue Einwanderungswelle bedingt nicht zwangsweise die totale Verdrängung sondern die Veränderung zu etwas neuem.
Zwangsweise habe ich auch nirgends geschrieben - oder?
Bzgl. der Urbevölkerung Japans habe ich nach wie vor aber eine ganz andere Meinung. Im übrigen auch bzgl. der Verdrängung. Dazu kannst Du gerne auch mal die Arbeiten der Wissenschaftler bzgl. der Urbevölkerung anderer Erdteile bedrachten. Viele ehem. Urbevölkerungen wurden nicht nur Verdrängt, sondern sogar ausgerottet.

Zitat:
Zitat von FireFlea
Das japanische Volk sind nicht einfach nur eingeanderte Chinesen, wie Anfangs irgenwo gepostet (worauf ja auch die Sprache hindeutet).
Ich schrieb,
Zitat:
Zitat von Michael Kann
... denn wie die Schrift aufzeigt waren diese Völker vermutlich mal ein Volk! Sprachlich hat man sich auseinanderentwickelt, doch das lesen der Schrift ist beiden fast im vollen Umfang (lt. einem jap. Stundenten der öfter China bereist) möglich!
Zitat:
Zitat von FireFlea
Das stört mich halt schon die ganze Zeit; Du ziehst meiner Meinung nach immer so radikale Schlüsse aus den geschichtl. Hintergründen.
Wie Du meinst ... *kopfschüttel* ...

Zitat:
Zitat von FireFlea
Tenno - Himmelssohn - Amaterasu Omikami (oberste Shinto Gottheit); passt doch ! Die jap. Tenno hatten von je her nicht nur eine weltl. Herrschaftsfunktion, sondern auch eine sakrale Funktion als oberste Shinto Priester; quasi eine Mischung aus Kaiser und Pabst, wenn ich das mal so saloppsagen darf.
Wie kam es zur Schaffung des Begriffes Tenno?
Was war die Intention?

Zitat:
Zitat von FireFlea
Zur Abschließung während der Tokugawa Zeit: Da würde ich auch nicht von einer Trennung der jap. und. chin. Kulturelemente sprechen.
Langsam verstehe ich Dich gar nicht mehr ...

Zitat:
Zitat von FireFlea
Die chin. Elemenete waren immerhin schon seit mind. 1000 Jahren Bestandteile der jap. Kultur. Das kann man nicht so einfach trennen.
Wo habe ich das geschrieben

Zitat:
Zitat von FireFlea
Bspw. bildete der Neo-Konfuzianismus (chin. Element) die geistige Grundlage der Gesellschaft der Tokugawa Zeit (Ganz sicher, genau diese Frage hat ich vor 3 Wochen in meiner Zwischenprüfung). Man hat sich vom Ausland und damit auch von China abgeschottet. Die chin. Elemente waren aber nichts fremdes sondern gehören seit 1000 Jahren dazu, das ist die jap. Kultur !
Hab ich was anderes behauptet

Zitat:
Zitat von FireFlea
Da kann man sogar eher später während der Meiji Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges von einer bewußten Hervorhebung der "japanischen Elemente" Sprechen. Stichwort Ultra Nationalismus und Staats Shinto.
*räusper* genau das hatte ich doch schon anfangs angemerkt
Zitat:
Zitat von Michael Kann
Den Grund dafür hast Du schon benannt, Nationalstolz der Japaner und eine tiefe Abneigung gegen China!
und bezog mich dabei, hatte ich auch schon angemerkt, auf diesen Zeitraum - aber egal ... ich gehe inzwischen davon aus, dass Du eine ganz andere Intention verfolgst, anders kann ich mir Deine Vorgehensweise nicht mehr erklären.

Zitat:
Zitat von FireFlea
Zu Internet Quellen: Da mußt Du aufpassen; viele Internetseiten sind von Leuten wie mir.
*räusper* das ist letztlich bei ALLEN Quellen so ... die Wissenschaft müßte immer selbst korrigieren, leider tut sie das nicht

Die frühesten Aufzeichnungen zur japanischen Geschichte finden sich, neben chinesischen Quellen, in zwei halbmythischen Chroniken: der Kojiki (Aufzeichnung alter Geschichten) und den Nihon shoki oder Nihongi (Chroniken zu Japan). Ersteres stammt aus dem Jahr 712, Letzteres aus dem Jahr 720. Diese Chroniken berichten über Ereignisse aus der Zeit zwischen dem 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr.

Beide Werke sowie andere Legendensammlungen stellen die Grundlage der traditionellen Geschichtsüberlieferung Japans dar.

Wann die erste Besiedlung Japans stattfand, ist bis HEUTE unklar. Es gibt viele Meinungen zu diesem Thema. So sprechen die einen davon, dass vermutlich die ersten Siedler aus dem ostasiatisch-sibirischen Kernland stammden. Diese Siedler trafen, lt. dieser Studie, bereits im Paläolithikum um 30.000 v. Chr. auf dem japanischen Archipel ein.

Nächste Meinung ... das Territorium des heutigen Japan war vermutlich schon vor etwa 150.000 bis 100.000 Jahren bewohnt (Peking- bzw. Java-Mensch). Der Beginn der ständigen Besiedlung der japanischen Inseln, der Verlauf der Einwanderung und die ethnische Herkunft des japanischen Volkes sind bisher noch unbekannt. Die zahlreichen Gegenstände der Kultur, die als Nachweis der damals dort lebenden Jäger, Sammler und Fischer gefunden wurden, lassen jedoch eine Gliederung der vorgeschichtlichen Epoche zu.

Neuere archäologische Funde bezeugen steinzeitliches Leben bereits für die Zeit vor ca. 30.000 Jahren, als es möglicherweise noch eine Landverbindung zum Festland gab. Um 7500 v.Chr. bildete sich die nach dem Schnurmuster ihrer Keramik benannte Jomon-Kultur (dazu später mehr) heraus (jo = Schnur; mon = Muster).

Nächtse Meinung ... linguistische Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass eine Kolonisierung von den polynesischen Inseln ausgegangen sein könnte.

Nächste Meinung ... viele gehen heute davon aus, dass die Ur-Japaner, die lt. Genuntersuchungen, dem mongoliden Völkern angehörten, seit frühester Zeit auf den Inseln dominierten, auch wenn die Ainu vielleicht ebenfalls schon sehr früh den Archipel besiedelt haben. Zeitweise ging man davon aus, dass die Ainu die ersten Besiedler der japanischen Inseln gewesen waren, doch gilt diese Theorie inzwischen als widerlegt.

Dazu noch ein wenig mehr: Die paläolitischen Kulturen des prähistorischen Japan und ihre Nachfolger im Mesolithikum wurden um 10.000 v. Chr. von neolithischen Kulturen abgelöst. Dies ist keine Ausnahme in der Menschheitsgeschichte. Zu diesen Kulturen zählten die Jomon, von denen einige der frühesten Tonwaren stammen. Ihre häufig üppig verzierten und meist handgedrehten Tontöpfe wurden bei niedrigen Temperaturen gebrannt. Man fand diese Tonreste in ganz Japan; seltener wurden auch feine Steingebäude oder Hütten aus dieser Zeit ausgegraben. Die Jomon lebten als Wildbeuter vor allem von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln, eventuell gab es bereits auch eine frühe Form der Landwirtschaft. Ihre Gesellschaftsstruktur scheint egalitär gewesen zu sein, mit einigen nur geringen Statusunterschieden.

Die Jomon mussten einer neuen Kultur weichen, die auf Kyushu entstand, sich langsam nach Osten ausbreitete und allmählich ihre Vorgänger ersetzte. Die Kultur der Yayoi hinterließ deutlichere Spuren; es gab bereits Reisanpflanzungen, Webereien, einfache Tonwaren, die bei hohen Temperaturen gebrannt wurden, und Eisenwerkzeuge.

Die meisten Erfindungen der Yayoi, insbesondere die Eisen- und Bronzestücke, wurden vermutlich aus China über Korea eingeführt, was erstmals auf einen chinesischen Einfluss hinweist. Auch die unterschiedlichen und verfeinerten Riten bei den Beerdigungen sind ein Hinweis darauf, dass die Gesellschaft der Yayoi bereits komplexer zusammengesetzt und effizienter organisiert war als die der Jomon, was typisch für die eher landwirtschaftlich orientierten Kulturen ist. Durch die Einwanderung der Yayoi wurde das kulturelle Leben in weiten Teilen des Landes maßgeblich bereichert.

In offiziellen chinesischen Chroniken wird Japan erstmals während der späten Han-Dynastie erwähnt. Damals wurde aufgezeichnet, dass im Jahr 57 n. Chr. "der Staat der Nu in Wo" Gesandte zum kaiserlichen Hof geschickt habe und ein Goldsiegel erhielt, das später (1748) in Japan gefunden wurde. Nu war offensichtlich eines von den Dutzenden kleiner Reiche auf dem japanischen Archipel, die in den chinesischen Chroniken in ihrer Gesamtheit als Wo bezeichnet wurden.

Die Aufzeichnungen beschreiben eine relativ hoch entwickelte Gesellschaft mit hierarchischer Struktur, Märkte für den Tauschhandel und professionelle Schreiber, die der chinesischen Schrift mächtig waren. Es wird auch eine Königin namens Himiko erwähnt, die ebenfalls in die japanischen Chroniken Eingang gefunden hat. Sie übte ihre Herrschaft in einer Stadt namens Yamatai aus und regierte im Jahr 200 über zahlreiche Staaten. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Yayoi in Japan eine matriarchalische Gesellschaft darstellten, in der priesterliche Königinnen beträchtliche Macht innehatten.

Die Konfun-Periode ist nach dem großen konfun (japanisch für Grabhügel) benannt, der die Gräber der damaligen japanischen Herrscher und Adeligen markierte und die Vereinigung der Teilstaaten zu einem einzigen Kaiserreich versinnbildlichte. Nach den Überlieferungen führte Kaiser Jimmu (siehe auch weiter oben), nachdem er seine Herrschaft in Kyushu gefestigt hatte, seine Streitkräfte nach Norden und dehnte sein Herrschaftsgebiet bis nach Yamato aus, einer Provinz im Zentrum von Honshu, die dem Kaiserhaus und wahrscheinlich auch ganz Japan damals seinen Namen verlieh.

Historische und archäologische Forschungsergebnisse widersprechen jedoch den Zeitangaben in den traditionellen Darstellungen für die Einzelereignisse dieser Periode.

Die Herrscher der kaiserlichen Yamato-Familie festigten ihre Macht, indem sie eine frühe Form des Shintoismus (Naturreligion + Ahnenkult - hatten wir aber schon mal) zur allgemeinen Religion erhoben und diese als politisches Instrument verwendeten.

Während der späten Yayoi- und der frühen Konfun-Periode übten die Yamato-Herrscher über verschiedene autonome Clans indirekt die Kontrolle aus, die unter der Bezeichnung Uji bekannt sind. Jeder Uji hatte eigene Götter und einen eigenen Herrschaftsbereich. Die wichtigsten Personen eines solchen Clans waren der Muraji, ein Vasall des Yamato-Hofes, und der Omi, der während der Machteroberung der Yamato die Lehnstreue des Stammes erklärte hatte. Die Regierungsbeamten aller Uji wurden aus beiden Gruppen gestellt. Die großen Gräber der Clanoberhäupter waren oft mit Tonfiguren verziert, die Soldaten, Menschen oder andere Objekte darstellten und den Namen Haniwa trugen. Die Rolle der kaiserlichen Familie, die als oberster Clan galt, war eher symbolischer Natur, obwohl der Hauptgottheit, der Sonnengöttin, landesweit geopfert wurde.

Nach dem Tod ihres Mannes, des Kaisers Chuai – er regierte von 192 bis 200 – übernahm die Kaiserin Jingu, eine legendäre Herrscherin, die später als Göttin angesehen wurde, um das Jahr 200 die Regierung. Die kriegerische Kaiserin soll eine Armee ausgerüstet und einen Teil des heutigen Korea erobert haben. Obwohl sich die Existenz von Jingu historisch kaum nachweisen lässt, deuten einige Inschriften aus dem frühen 5. Jahrhundert tatsächlich auf eine große Expedition hin, die von Wo aus im Jahr 391 durchgeführt wurde. Bis zu dieser Zeit hatte der Yamato-Hof vermutlich eine ausreichende nationale Einheit erreicht und konnte eine Militärexpedition unterstützen, um den japanischen Einflussbereich in Minami auf der koreanischen Halbinsel zu sichern.

Das Königreich Paekche im Südwesten Koreas war ein untergeordneter Verbündeter des Yamato-Hofes. Die koreanische Kultur hatte sich unter starkem Einfluss des angrenzenden China bereits zu einem vergleichsweise hohen Niveau entwickelt; während der folgenden Jahrhunderte beeinflusste die Beziehung zwischen Japan und Korea und damit indirekt auch die chinesische Kultur die kulturelle Entwicklung Japans beträchtlich. Chinesische Literatur und Philosophie wurde am Hof von Yamato bereitwillig aufgenommen. Anfang des 5. Jahrhunderts verwendete man hier bereits die chinesischen Schriftzeichen. Um 430 stellte der kaiserliche Hof die ersten Geschichtsschreiber an, und ab diesem Zeitpunkt entstanden verlässlichere Aufzeichnungen.

Bis zum 6. Jahrhundert verlor der Yamato-Hof zunehmend an Einfluss; er konnte seine Macht über die Uji immer weniger ausüben und sah sich auf dem koreanischen Festland einer Niederlage gegenüber. Der regierende Kaiser war 587 vom mächtigen Soga-Clan ermordet worden. Noch zu Lebzeiten des Yamato-Kaisers fand mit der Übernahme des Buddhismus ein äußerst wichtiges Ereignis statt. Diese wird allgemein auf das Jahr 552 datiert, als der König von Paekche buddhistische Priester nach Japan sandte und damit religiöse Bilder, buddhistische Schriften, der Mondkalender und die Methoden der Zeitrechnung im Land Einzug hielten.

Die importierte Kultur verwurzelte sich bald fest auf dem Archipel, und während sich die Kontakte zwischen den beiden Ländern nach der japanischen Vertreibung aus Korea im Jahr 562 abschwächten, hatte dies keinen Einfluss auf die religiöse Entwicklung in Japan. Bis zum Beginn des 7. Jahrhunderts wurde der Buddhismus zur japanischen Staatsreligion.

Die so genannte Asuka-Periode nahm mit der Thronbesteigung von Kaiserin Suiko ihren Anfang; sie regierte von 593 bis 628 und errichtete ihren Palast im Asuka-Tal in der Provinz Yamato (der heutigen Präfektur Nara). Ihr Neffe und Regent, Prinz Shotoku (hatten wir ja bereits), initiierte ein Reformprogramm, das aufgrund des Verlusts von Minami (der japanischen Gebiete in Korea) und wegen innenpolitischer Unruhen notwendig geworden war.

604 entwarf er die erste japanische Verfassung, die aus 17 Artikeln bestand und ein einfaches Regelwerk enthielt, das das soziale und sittliche Leben der Bevölkerung bestimmte. Diese Entwicklung folgte dem Muster der Zentralregierung in China.

Das Land wurde einheitlich aufgeteilt in Provinzen, Distrikte und dörfliche Einheiten, die wiederum in Gruppen aus jeweils fünf Bauernfamilien als den kleinsten Einheiten des Staates unterteilt waren. Die ursprünglichen zwölf und späteren acht hierarchischen Ebenen des höfischen Adels wurden eingerichtet. Die Versuche Shotokus, den Buddhismus im ganzen Land zu verbreiten, halfen auch bei der Verbreitung der kontinentalen Zivilisation in Japan.

Die Reformen Shotokus wurden von Prinz Naka no Oe, dem späteren Kaiser Tenji, sowie von Nakatomi Kamatari (der spätere Fujiwara no Kamatari) fortgeführt, dem Begründer der Fujiwara. Dieser war maßgeblich an dem Staatsstreich von 645 beteiligt, in dem die herrschenden Soga entmachtet und die so genannten Taika-Reformen eingeführt wurden, die eine Stärkung des Kaiserhauses und die Schwächung der Uji zum Ziel hatten.

Die Ländereien der Adelsfamilien wurden zum staatlichen Eigentum erklärt, das an das Volk verteilt werden konnte. Ein großer Rat, der so genannte Dajokan, regierte das Kaiserreich mit Hilfe lokaler Gouverneure, die von der Hauptstadt ausgesandt wurden – auch hierbei lehnte man sich deutlich an das chinesische Modell an.

Die Niederlage Japans im Jahr 663 bei seinem letzten Versuch, in Korea Fuß zu fassen, beendete diese Expansionsbestrebungen für mehrere Jahrhunderte und forderten von Kaiser Tenji weitere Reformen zur Zentralisierung. Er hatte seine neuen Maßnahmen im so genannten ritsu-ryo-System formuliert, welches sich in die ritsu (Gesetze zur Verbrechensbekämpfung) und die ryo (Gesetze für das zivile Leben und die Verwaltung) unterteilte. Dadurch entstand eine ausgearbeitete staatliche Struktur im ganzen Land, wodurch die Bedeutung der lokalen Adelsfamilien immer geringer wurde.

Traditionell wurden die kaiserlichen Hauptstädte in Japan verlegt, sobald ein Herrscher gestorben war, um die im Shintoismus mit dem Tod verbundene Verunreinigung zu vermeiden.

Kaiserin Gemmei, die von 707 bis 715 herrschte, verlegte die Hauptstadt von Asuka nach Heian-kyo (heute Nara), das damit zur ersten ständigen japanischen Hauptstadt wurde.

Später in der Nara-Periode verfiel die Sitte der Verlegung allmählich. Unter Kaiser Shomu – er regierte von 724 bis 749 – und seiner Fujiwara-Gattin erlebte Japan eine kulturelle Blütezeit. Der Große Buddha (752 fertig gestellt) wurde in dem Tempel Todaiji untergebracht, der auch heute noch als größtes Holzgebäude der Welt gilt, und symbolisierte die Verpflichtung des Japans der Nara-Zeit an den Buddhismus. Man nahm Verbindungen zur weit entfernten Tang-Dynastie in China auf und Japan wurde zur östlichen Endstation der Seidenstraße.

In einer weit reichenden Reform wurde das ritsu-ryo-System im Jahr 743 geändert, um die Erschließung neuen Ackerlandes voranzutreiben, indem man den jeweiligen Personen, die das Land landwirtschaftlich bebauten, das volle Besitzrecht über das bewirtschaftete Gebiet zusprach. Mit dieser Einführung privaten Landbesitzes öffneten sich für die