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#16
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| Äh, ich hatte eben wieder dieses "Anmelde-Problem". Kann es sein, dass es Probleme gibt, wenn man zu lange für einen Text braucht oder sowas ? Glücklicherweise hatte ich ihn diesmal kopiert. (Sonst hätte ich jetzt wohl den Computer zerstört. ) |
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#17
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#18
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| hmm... Hi Leute... FireFlea bat ja öfters um Hilfe.. aber irgendwie hab ich beim Lesen den Faden verloren, welche Probleme gelöst werden wollen/sollen.. ![]() Vielleicht kann ich helfen, da ich Japanologie und Sinologie studiere, vielleicht kann ich aber auch nicht helfen. Mal sehen.. aber ich brauche das Problem. ![]() Weiß jetzt auch gar nicht, was ich schreiben soll, bzw. wo ich anfangen soll... hier gibts Drei große Themengebiete... Kempo-Karate, japanische Geschichte und Verwandtschaft der chinesischen und japanischen Sprache. Und auf die Schnelle will ich hier nix schreiben, um Mißverständnisse zu vermeiden.
__________________ Danke und Gruß, René "[...] but to express oneself honestly, not lying to oneself, to express myself honestly, that, my friend, is very hard to do.” |
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#19
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| Schreib einfach "FireFlea" hat Recht, dann passt das schon. 1. Ist die Japanische (gesprochene) Sprache mit dem Chinesischen verwandt ? (Kann man als Japaner (komplexere) chinesische Texte lesen und verstehen und umgekehrt ?) 2. Hast Du irgendwelche Kommentare zur Geschichte ? |
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#20
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Die o.g. Reformen sollen sehr umfassend gewesen sein und in wie weit die japanische Kultur erhalten blieb, davon habe ich leider nichts gefunden. Ich gehe davon aus, dass sie in den Reformen aufgegangen ist und offenbar, keine größere Rolle gespielt hat. Ich gehe davon aus, dass sich die beiden Kulturen erst mit der befohlenen Abgeschlossenheit, wieder voneinander entfernt haben. Warum versuchst Du mir was anderes unter zu jubeln? Im übrigen, die Japaner sind nicht das einzige Volk dieser Erde, dass die Kultur eines anderen Volkes übernommen hat - ob unter Zwang oder aus der Überzeugung spielt dabei letztlich keine große Rolle - und sich später wieder auf einen anderen Weg begeben hat. Zitat:
Ansonsten würdest Du für Deine hier genannte Theorie selbst unter den Japanern viel Zustimmung finden. Zumindestens bei denen die ich bei Tauchurlauben kennenlernen durfte. Vermutlich alles Nationalistische Japaner die da auf den Malediven tauchen gehen ![]() Zitat:
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#21
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DU HAST RECHT Zufrieden?
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#22
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Wenn es um Japan geht fühle ich mich aus quasi "berufsbedingtem" Interesse genötigt was zu schreiben, wenn ich mit Japan betreffenden Äußerungen nicht ganz einverstanden bin. Ich hab das Gefühl, dass wir uns bezügl. der Geschichte zu sehr in Wortklauberei verennen. Die Antwort auf Dein letztes Post kommt im Laufe des Tages. Darf ich mal fragen; was Du so bezügl. der Geschichte an Lesestoff hast ? Ich hab im Moment "Das Japanische Kaiserreich" von J.W. Hall hier, ansonsten ein gewisses Grundwissen aus Vorlesungen. Vielleicht kann ich mir noch "A Brief History of Chinese and Japanese Civilizations" von C. Schirokauer besorgen; wird aber knapp, da ich bald weg bin; scheint aber sehr gut zum Thema zu passen. |
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#23
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chinesischen Sprache verwandt. Das einzige, was verwandt ist ist die Schrift und damit sind die Kanji/Hanzi, also die chinesischen Schriftzeichen gemeint. Da aber die Grammatik und Syntax (Satzbau) verschieden sind, wird es einem Chinesem ohne Kenntnisse der japanischen Grammatik schwer fallen, einen japanischen Text zu verstehen. Zumal die Chinesen die japanische Silbenschriften Hiragana und Katakana nicht kennen, die ein wichtiges Merkmal der japanischen geschriebenen Sprache sind. Vor allem Hiragana, welches für die Verbendungen und, was noch wichtiger ist, für grammatikalische Partikel benutzt wird, um die Funktion bestimmter Wörter zu definieren (was ist Subjekt, Objekt, Angabe der Zeit, des Ortes.. usw.). Kein gutes Vergleichsbeispiel, aber ich versuchs trotzdem: Es wäre wie, als wenn ein Deutscher versucht einen niederländischen Text zu lesen und zu verstehen. Einige Wörter kann er entziffern, aber ganz verstehen wird er es nicht. So wird ein Chinese sich in einer japanischen Stadt vielleicht zurecht finden, wenn/weil er nur lesen muss. Und sich nur aus Wortfetzen was zusammen- reimen kann. Da aber die Japaner auch durch andere Sprachen Einflüsse bekommen haben, vor allem durch die amerikanische Besatzung, wird es immer schwerer, rein japanische (mit Kanji geschriebene) begriffe zu finden. Ein Bespiel kann ich erst liefern, wenn ich wieder bei mir zu hause bin, und japanisch/chinesisch schreiben kann, wird aber grade renoviert. Es gibt aber auch rein japanische Begriffe, mit Kanji, die es aber in der chinesischen Sprache nicht gibt. So werden von einem Institut (Namen reiche ich nach) eingeführte Begriffe in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik usw. mit einem japanisch-sprachigen Begriff versehen und ein Kanji erfunden. Jährlich kommt dann ein Nachschlagewerk heraus (Imidas), indem die ganzen Wortneuschöpfungen drinstehen. Damit wollen einige Wissenschaftler gegen die steigende Einführung von engl. Begriffen (Anglizismen) ankämpfen. Soo.... und nun.. wenn ein Japaner, der sich nicht intensiv mit den Kanji und den reinjapanischen Schriftweisen auseinander gesetzt hat und keine Kenntnisse in Chinesich hat, wird er sich ziehmlich verloren vorkommen, wenn er einen chinesischen Text lesen muss. Da ist alles in Kanji, für ihn nicht mehr erkennbar, wo Wort/-gruppen aufhören und anfangen. Soviel dazu, ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Jetzt versuch ich mal was zur Geschichte zu schreiben, wenn jetzt länger kein Post folgt, dann muss ich erst nachlesen, weil ich nicht alles im Kopf hab. Zitat:
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#24
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| Hehe, da hatte ich Recht (ist wirklich nicht böse gemeint !) |
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#25
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| Ihr verrennt euch da ziehmlich in was. Klärt doch erstmal, wo eure Fragen sind, dann können wir versuchen sie zu beanworten. Zur Not schreib ich mir die Fragen auf und gehe in die Bibliothek meines Instituts und lese nach. Schaden tut es mir jedenfalls nicht, Zwischenprüfung ist zwar vorbei, aber das kommt ja eh alles zu Magisterprüfung wieder. Das was ich so gelesen habe, von euch, stimmt irgendwie beides. Aber ihr habt verschiedene Ansätze, aus meine Sicht. Klärt bitte mal, ob ihr euch über Kultur und Gesellschaft oder über Politik und Machtstruktur unterhalten wollt. Wenn über beides, dann handelt bitte erst ein Thema ab, sonst vermischt ihr euch zu sehr.
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#26
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#27
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| @ Daimyo Also, muß ich doch den Japaner schlagen gehen. Nachgehakt, es gab also keine gemeinsame Sprache und keine gemeinsame Schrift?
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#28
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#29
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Und so sehe ich das auch mit der Entwicklung der Urbevölkerung. Neue Einwanderungswelle bedingt nicht zwangsweise die totale Verdrängung sondern die Veränderung zu etwas neuem. Das japanische Volk sind nicht einfach nur eingeanderte Chinesen, wie Anfangs irgenwo gepostet (worauf ja auch die Sprache hindeutet). Das stört mich halt schon die ganze Zeit; Du ziehst meiner Meinung nach immer so radikale Schlüsse aus den geschichtl. Hintergründen. Tenno - Himmelssohn - Amaterasu Omikami (oberste Shinto Gottheit); passt doch ! Die jap. Tenno hatten von je her nicht nur eine weltl. Herrschaftsfunktion, sondern auch eine sakrale Funktion als oberste Shinto Priester; quasi eine Mischung aus Kaiser und Pabst, wenn ich das mal so saloppsagen darf. Zur Abschließung während der Tokugawa Zeit: Da würde ich auch nicht von einer Trennung der jap. und. chin. Kulturelemente sprechen. Die chin. Elemenete waren immerhin schon seit mind. 1000 Jahren Bestandteile der jap. Kultur. Das kann man nicht so einfach trennen. Bspw. bildete der Neo-Konfuzianismus (chin. Element) die geistige Grundlage der Gesellschaft der Tokugawa Zeit (Ganz sicher, genau diese Frage hat ich vor 3 Wochen in meiner Zwischenprüfung). Man hat sich vom Ausland und damit auch von China abgeschottet. Die chin. Elemente waren aber nichts fremdes sondern gehören seit 1000 Jahren dazu, das ist die jap. Kultur ! Da kann man sogar eher später während der Meiji Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges von einer bewußten Hervorhebung der "japanischen Elemente" Sprechen. Stichwort Ultra Nationalismus und Staats Shinto. Zu Internet Quellen: Da mußt Du aufpassen; viele Internetseiten sind von Leuten wie mir. |
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#30
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Bzgl. der Urbevölkerung Japans habe ich nach wie vor aber eine ganz andere Meinung. Im übrigen auch bzgl. der Verdrängung. Dazu kannst Du gerne auch mal die Arbeiten der Wissenschaftler bzgl. der Urbevölkerung anderer Erdteile bedrachten. Viele ehem. Urbevölkerungen wurden nicht nur Verdrängt, sondern sogar ausgerottet. Zitat:
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Was war die Intention? Zitat:
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![]() Die frühesten Aufzeichnungen zur japanischen Geschichte finden sich, neben chinesischen Quellen, in zwei halbmythischen Chroniken: der Kojiki (Aufzeichnung alter Geschichten) und den Nihon shoki oder Nihongi (Chroniken zu Japan). Ersteres stammt aus dem Jahr 712, Letzteres aus dem Jahr 720. Diese Chroniken berichten über Ereignisse aus der Zeit zwischen dem 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. Beide Werke sowie andere Legendensammlungen stellen die Grundlage der traditionellen Geschichtsüberlieferung Japans dar. Wann die erste Besiedlung Japans stattfand, ist bis HEUTE unklar. Es gibt viele Meinungen zu diesem Thema. So sprechen die einen davon, dass vermutlich die ersten Siedler aus dem ostasiatisch-sibirischen Kernland stammden. Diese Siedler trafen, lt. dieser Studie, bereits im Paläolithikum um 30.000 v. Chr. auf dem japanischen Archipel ein. Nächste Meinung ... das Territorium des heutigen Japan war vermutlich schon vor etwa 150.000 bis 100.000 Jahren bewohnt (Peking- bzw. Java-Mensch). Der Beginn der ständigen Besiedlung der japanischen Inseln, der Verlauf der Einwanderung und die ethnische Herkunft des japanischen Volkes sind bisher noch unbekannt. Die zahlreichen Gegenstände der Kultur, die als Nachweis der damals dort lebenden Jäger, Sammler und Fischer gefunden wurden, lassen jedoch eine Gliederung der vorgeschichtlichen Epoche zu. Neuere archäologische Funde bezeugen steinzeitliches Leben bereits für die Zeit vor ca. 30.000 Jahren, als es möglicherweise noch eine Landverbindung zum Festland gab. Um 7500 v.Chr. bildete sich die nach dem Schnurmuster ihrer Keramik benannte Jomon-Kultur (dazu später mehr) heraus (jo = Schnur; mon = Muster). Nächtse Meinung ... linguistische Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass eine Kolonisierung von den polynesischen Inseln ausgegangen sein könnte. Nächste Meinung ... viele gehen heute davon aus, dass die Ur-Japaner, die lt. Genuntersuchungen, dem mongoliden Völkern angehörten, seit frühester Zeit auf den Inseln dominierten, auch wenn die Ainu vielleicht ebenfalls schon sehr früh den Archipel besiedelt haben. Zeitweise ging man davon aus, dass die Ainu die ersten Besiedler der japanischen Inseln gewesen waren, doch gilt diese Theorie inzwischen als widerlegt. Dazu noch ein wenig mehr: Die paläolitischen Kulturen des prähistorischen Japan und ihre Nachfolger im Mesolithikum wurden um 10.000 v. Chr. von neolithischen Kulturen abgelöst. Dies ist keine Ausnahme in der Menschheitsgeschichte. Zu diesen Kulturen zählten die Jomon, von denen einige der frühesten Tonwaren stammen. Ihre häufig üppig verzierten und meist handgedrehten Tontöpfe wurden bei niedrigen Temperaturen gebrannt. Man fand diese Tonreste in ganz Japan; seltener wurden auch feine Steingebäude oder Hütten aus dieser Zeit ausgegraben. Die Jomon lebten als Wildbeuter vor allem von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln, eventuell gab es bereits auch eine frühe Form der Landwirtschaft. Ihre Gesellschaftsstruktur scheint egalitär gewesen zu sein, mit einigen nur geringen Statusunterschieden. Die Jomon mussten einer neuen Kultur weichen, die auf Kyushu entstand, sich langsam nach Osten ausbreitete und allmählich ihre Vorgänger ersetzte. Die Kultur der Yayoi hinterließ deutlichere Spuren; es gab bereits Reisanpflanzungen, Webereien, einfache Tonwaren, die bei hohen Temperaturen gebrannt wurden, und Eisenwerkzeuge. Die meisten Erfindungen der Yayoi, insbesondere die Eisen- und Bronzestücke, wurden vermutlich aus China über Korea eingeführt, was erstmals auf einen chinesischen Einfluss hinweist. Auch die unterschiedlichen und verfeinerten Riten bei den Beerdigungen sind ein Hinweis darauf, dass die Gesellschaft der Yayoi bereits komplexer zusammengesetzt und effizienter organisiert war als die der Jomon, was typisch für die eher landwirtschaftlich orientierten Kulturen ist. Durch die Einwanderung der Yayoi wurde das kulturelle Leben in weiten Teilen des Landes maßgeblich bereichert. In offiziellen chinesischen Chroniken wird Japan erstmals während der späten Han-Dynastie erwähnt. Damals wurde aufgezeichnet, dass im Jahr 57 n. Chr. "der Staat der Nu in Wo" Gesandte zum kaiserlichen Hof geschickt habe und ein Goldsiegel erhielt, das später (1748) in Japan gefunden wurde. Nu war offensichtlich eines von den Dutzenden kleiner Reiche auf dem japanischen Archipel, die in den chinesischen Chroniken in ihrer Gesamtheit als Wo bezeichnet wurden. Die Aufzeichnungen beschreiben eine relativ hoch entwickelte Gesellschaft mit hierarchischer Struktur, Märkte für den Tauschhandel und professionelle Schreiber, die der chinesischen Schrift mächtig waren. Es wird auch eine Königin namens Himiko erwähnt, die ebenfalls in die japanischen Chroniken Eingang gefunden hat. Sie übte ihre Herrschaft in einer Stadt namens Yamatai aus und regierte im Jahr 200 über zahlreiche Staaten. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Yayoi in Japan eine matriarchalische Gesellschaft darstellten, in der priesterliche Königinnen beträchtliche Macht innehatten. Die Konfun-Periode ist nach dem großen konfun (japanisch für Grabhügel) benannt, der die Gräber der damaligen japanischen Herrscher und Adeligen markierte und die Vereinigung der Teilstaaten zu einem einzigen Kaiserreich versinnbildlichte. Nach den Überlieferungen führte Kaiser Jimmu (siehe auch weiter oben), nachdem er seine Herrschaft in Kyushu gefestigt hatte, seine Streitkräfte nach Norden und dehnte sein Herrschaftsgebiet bis nach Yamato aus, einer Provinz im Zentrum von Honshu, die dem Kaiserhaus und wahrscheinlich auch ganz Japan damals seinen Namen verlieh. Historische und archäologische Forschungsergebnisse widersprechen jedoch den Zeitangaben in den traditionellen Darstellungen für die Einzelereignisse dieser Periode. Die Herrscher der kaiserlichen Yamato-Familie festigten ihre Macht, indem sie eine frühe Form des Shintoismus (Naturreligion + Ahnenkult - hatten wir aber schon mal) zur allgemeinen Religion erhoben und diese als politisches Instrument verwendeten. Während der späten Yayoi- und der frühen Konfun-Periode übten die Yamato-Herrscher über verschiedene autonome Clans indirekt die Kontrolle aus, die unter der Bezeichnung Uji bekannt sind. Jeder Uji hatte eigene Götter und einen eigenen Herrschaftsbereich. Die wichtigsten Personen eines solchen Clans waren der Muraji, ein Vasall des Yamato-Hofes, und der Omi, der während der Machteroberung der Yamato die Lehnstreue des Stammes erklärte hatte. Die Regierungsbeamten aller Uji wurden aus beiden Gruppen gestellt. Die großen Gräber der Clanoberhäupter waren oft mit Tonfiguren verziert, die Soldaten, Menschen oder andere Objekte darstellten und den Namen Haniwa trugen. Die Rolle der kaiserlichen Familie, die als oberster Clan galt, war eher symbolischer Natur, obwohl der Hauptgottheit, der Sonnengöttin, landesweit geopfert wurde. Nach dem Tod ihres Mannes, des Kaisers Chuai – er regierte von 192 bis 200 – übernahm die Kaiserin Jingu, eine legendäre Herrscherin, die später als Göttin angesehen wurde, um das Jahr 200 die Regierung. Die kriegerische Kaiserin soll eine Armee ausgerüstet und einen Teil des heutigen Korea erobert haben. Obwohl sich die Existenz von Jingu historisch kaum nachweisen lässt, deuten einige Inschriften aus dem frühen 5. Jahrhundert tatsächlich auf eine große Expedition hin, die von Wo aus im Jahr 391 durchgeführt wurde. Bis zu dieser Zeit hatte der Yamato-Hof vermutlich eine ausreichende nationale Einheit erreicht und konnte eine Militärexpedition unterstützen, um den japanischen Einflussbereich in Minami auf der koreanischen Halbinsel zu sichern. Das Königreich Paekche im Südwesten Koreas war ein untergeordneter Verbündeter des Yamato-Hofes. Die koreanische Kultur hatte sich unter starkem Einfluss des angrenzenden China bereits zu einem vergleichsweise hohen Niveau entwickelt; während der folgenden Jahrhunderte beeinflusste die Beziehung zwischen Japan und Korea und damit indirekt auch die chinesische Kultur die kulturelle Entwicklung Japans beträchtlich. Chinesische Literatur und Philosophie wurde am Hof von Yamato bereitwillig aufgenommen. Anfang des 5. Jahrhunderts verwendete man hier bereits die chinesischen Schriftzeichen. Um 430 stellte der kaiserliche Hof die ersten Geschichtsschreiber an, und ab diesem Zeitpunkt entstanden verlässlichere Aufzeichnungen. Bis zum 6. Jahrhundert verlor der Yamato-Hof zunehmend an Einfluss; er konnte seine Macht über die Uji immer weniger ausüben und sah sich auf dem koreanischen Festland einer Niederlage gegenüber. Der regierende Kaiser war 587 vom mächtigen Soga-Clan ermordet worden. Noch zu Lebzeiten des Yamato-Kaisers fand mit der Übernahme des Buddhismus ein äußerst wichtiges Ereignis statt. Diese wird allgemein auf das Jahr 552 datiert, als der König von Paekche buddhistische Priester nach Japan sandte und damit religiöse Bilder, buddhistische Schriften, der Mondkalender und die Methoden der Zeitrechnung im Land Einzug hielten. Die importierte Kultur verwurzelte sich bald fest auf dem Archipel, und während sich die Kontakte zwischen den beiden Ländern nach der japanischen Vertreibung aus Korea im Jahr 562 abschwächten, hatte dies keinen Einfluss auf die religiöse Entwicklung in Japan. Bis zum Beginn des 7. Jahrhunderts wurde der Buddhismus zur japanischen Staatsreligion. Die so genannte Asuka-Periode nahm mit der Thronbesteigung von Kaiserin Suiko ihren Anfang; sie regierte von 593 bis 628 und errichtete ihren Palast im Asuka-Tal in der Provinz Yamato (der heutigen Präfektur Nara). Ihr Neffe und Regent, Prinz Shotoku (hatten wir ja bereits), initiierte ein Reformprogramm, das aufgrund des Verlusts von Minami (der japanischen Gebiete in Korea) und wegen innenpolitischer Unruhen notwendig geworden war. 604 entwarf er die erste japanische Verfassung, die aus 17 Artikeln bestand und ein einfaches Regelwerk enthielt, das das soziale und sittliche Leben der Bevölkerung bestimmte. Diese Entwicklung folgte dem Muster der Zentralregierung in China. Das Land wurde einheitlich aufgeteilt in Provinzen, Distrikte und dörfliche Einheiten, die wiederum in Gruppen aus jeweils fünf Bauernfamilien als den kleinsten Einheiten des Staates unterteilt waren. Die ursprünglichen zwölf und späteren acht hierarchischen Ebenen des höfischen Adels wurden eingerichtet. Die Versuche Shotokus, den Buddhismus im ganzen Land zu verbreiten, halfen auch bei der Verbreitung der kontinentalen Zivilisation in Japan. Die Reformen Shotokus wurden von Prinz Naka no Oe, dem späteren Kaiser Tenji, sowie von Nakatomi Kamatari (der spätere Fujiwara no Kamatari) fortgeführt, dem Begründer der Fujiwara. Dieser war maßgeblich an dem Staatsstreich von 645 beteiligt, in dem die herrschenden Soga entmachtet und die so genannten Taika-Reformen eingeführt wurden, die eine Stärkung des Kaiserhauses und die Schwächung der Uji zum Ziel hatten. Die Ländereien der Adelsfamilien wurden zum staatlichen Eigentum erklärt, das an das Volk verteilt werden konnte. Ein großer Rat, der so genannte Dajokan, regierte das Kaiserreich mit Hilfe lokaler Gouverneure, die von der Hauptstadt ausgesandt wurden – auch hierbei lehnte man sich deutlich an das chinesische Modell an. Die Niederlage Japans im Jahr 663 bei seinem letzten Versuch, in Korea Fuß zu fassen, beendete diese Expansionsbestrebungen für mehrere Jahrhunderte und forderten von Kaiser Tenji weitere Reformen zur Zentralisierung. Er hatte seine neuen Maßnahmen im so genannten ritsu-ryo-System formuliert, welches sich in die ritsu (Gesetze zur Verbrechensbekämpfung) und die ryo (Gesetze für das zivile Leben und die Verwaltung) unterteilte. Dadurch entstand eine ausgearbeitete staatliche Struktur im ganzen Land, wodurch die Bedeutung der lokalen Adelsfamilien immer geringer wurde. Traditionell wurden die kaiserlichen Hauptstädte in Japan verlegt, sobald ein Herrscher gestorben war, um die im Shintoismus mit dem Tod verbundene Verunreinigung zu vermeiden. Kaiserin Gemmei, die von 707 bis 715 herrschte, verlegte die Hauptstadt von Asuka nach Heian-kyo (heute Nara), das damit zur ersten ständigen japanischen Hauptstadt wurde. Später in der Nara-Periode verfiel die Sitte der Verlegung allmählich. Unter Kaiser Shomu – er regierte von 724 bis 749 – und seiner Fujiwara-Gattin erlebte Japan eine kulturelle Blütezeit. Der Große Buddha (752 fertig gestellt) wurde in dem Tempel Todaiji untergebracht, der auch heute noch als größtes Holzgebäude der Welt gilt, und symbolisierte die Verpflichtung des Japans der Nara-Zeit an den Buddhismus. Man nahm Verbindungen zur weit entfernten Tang-Dynastie in China auf und Japan wurde zur östlichen Endstation der Seidenstraße. In einer weit reichenden Reform wurde das ritsu-ryo-System im Jahr 743 geändert, um die Erschließung neuen Ackerlandes voranzutreiben, indem man den jeweiligen Personen, die das Land landwirtschaftlich bebauten, das volle Besitzrecht über das bewirtschaftete Gebiet zusprach. Mit dieser Einführung privaten Landbesitzes öffneten sich für die |