Kampfkunst-Board



Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #136  
Alt 23-01-2009, 00:40
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: diverse
 
Registrierungsdatum: 12.02.2007
Beiträge: 10
Wink

Schön, daß die Diskussion hier wieder relativ sachlich läuft - und auch eine ganze Menge konkreter Quellenangaben gemacht wurden.
Vielen Dank dafür!

Ist es auch möglich, auf die folgenden drei sachlichen Fragen jeweils eine ebenso sachliche Antwort bzw. - falls möglich - auch eine nachprüfbare Quellenangabe zu erhalten?

Zitat:
Zitat von tom herold Beitrag anzeigen
Kano besaß nachweisbar das "Menkyo Kaiden" (ultimative Lehrer-Lizenz) in der Tenshin Shinyo Ryû und in der Kitô Ryû.
In beiden erhielt er (nachzulesen in "Jûdô Memoirs") die "Denshô", also die geheimen Schriftrollen, die das gesamte Wissen besagter Schulen enthalten.
Worin besteht denn genau der Nachweis, daß Kano auch in der Kitō Ryū das "Menkyo Kaiden" besaß? Ist das ein Rückschluß aus dem Besitz der "Densho"? Oder gibt es auch eine entsprechend lautende Urkunde?

Zitat:
Zitat von tom herold Beitrag anzeigen
Es kommt aber noch ein weiterer trauriger Umstand hinzu: wie man bei Cunningham (und anderen) nachlesen kann, fielen im II. WK jene drei Jûdôka, die Kano zu seinen Nachfolgern bestimmt hatte.
Geben Cunningham (und andere) auch konkret die Namen dieser drei Jûdôka an? Und wenn ja: Wo genau kann man das denn bei Cunningham (und anderen) nachlesen?

Zitat:
Zitat von tom herold Beitrag anzeigen
Ich hatte doch wohl deutlich erklärt, daß das jahr 1992 zwar das Erscheinungsjahr besagter Broschüre war, aber NICHT das Jahr, in welchem Frank Thiele sie geschrieben hatte (das war sehr lange vorher geschehen).
Um hier einmal für Frank Thiele in die Bresche zu springen: Die Broschüre ist doch gar nicht erst 1992 erschienen. 1992 ist bereits die 7. (!) Auflage erschienen - nachdem die Broschüre ja wohl über Jahre hinweg einfach nur immer wieder unverändert vom Verlag nachgedruckt wurde.
Damit verbunden direkt eine ergänzende Frage, um das noch besser zeitlich einordnen zu können: Wann genau ist denn die 1. Auflage erschienen? Und wann genau hatte Frank Thiele sie geschrieben? Läßt sich das noch rekonstruieren? (z.B. durch eine Rückfrage beim Autor...? )

Schöne Grüße,
budonorekishi
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Werbung
  #137  
Alt 23-01-2009, 01:08
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Judo
 
Registrierungsdatum: 08.01.2008
Alter: 32
Beiträge: 98
Standard

Zitat:
Zitat von budonorekishi Beitrag anzeigen
Damit verbunden direkt eine ergänzende Frage, um das noch besser zeitlich einordnen zu können: Wann genau ist denn die 1. Auflage erschienen?
Mit Gewissheit weiß ich es nicht, aber ein schnelles Katalogdurchsuchen ergibt als erstes zu findendes Veröffentlichungsdatum 1965. Das ist also der Terminus ante quem.
Falls es noch jemand sucht: Man findet es recht schnell unter "Kims-nc-Kata" in Gießen. Solche Sachen passieren, wenn man aus verblichenen Zettelkatalogen abschreibt. Die Broschüre ist also wirkich schon recht alt.

Übrigens kann ich die Lehrgänge von Tom auch empfehlen. Man nimmt wirklich jede Menge Anwendbares mit. Ich bin jedesmal wieder erstaunt und habe daher sowohl einen meiner Trainer wie auch junge Wettkämpfer zu den Lehrgängen mitgenommen (ich bin selbst ein unwissender, aber wissbegieriger Anfänger, 4. Kyu DJB), die auch einiges mit nach Hause genommen haben (dieser weite Eingang ist einfach soooo schön, Tom *hach*).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #138  
Alt 23-01-2009, 16:02
tom herold
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard ---

Eine Menge Fragen ...

... und ich bin NICHT allwissend (und habe das auch nie behauptet).

Also:

Frank Thiele trat die Rechte an besagter Broschüre an den Verlag ab - ein unkluger Schritt, wie er nicht müde wird zu betonen.
Daher gelang es ihm auch viele Jahre später nicht (als er schon längst ein Jûdô trainierte, welches eben nicht beschränkt war auf die Erfordernisse des Sports), inhaltlich etwas an dieser Broschüre zu ändern, und dies, obwohl er wirklich alles versucht hat ...

@judokanrw:

Lieber Udo, ich habe Kanos Zitate (einige wenige, es gibt diesbezüglich noch viel mehr) zum Thema "Atemi" doch hier eingestellt.
Lies bitte noch einmal folgende Passage:

Zitat:
"... when you consider kata as a martial art, they become even more necessary. If your opponent strikes at you, it will be difficult for you to dodge or evade him as quickly as you would like if you have not regularly practiced doing so.
When your opponent strikes at you, if you stop to consider how to evade his attack before acting, his attack will reach you before you have time to evade it. If you have not practiced so that your body reacts reflexively, on a daily basis, you will be vulnerable to attack."
Kano Jigoro, "Mind over Muscle", S. 141

"... on a daily basis" - klingt das für dich nach einem zu vernachlässigenden "Randbereich" des Jûdô??

Und bitte - es geht darum, WAS DORT STEHT, und nicht um die beliebte Exegese, die das Geschriebene mit dem Sportjudo, so wie es heute ist, in Einklang bringen soll.


So, und damit es jetzt nicht heißt, Kano habe ja "nur gesagt, daß man das Ausweichen üben soll, nicht aber das Schlagen selbst":

Noch einmal jene Passage, die diesbezüglich doch wohl klarstellt, was Kano meint.

Zitat:
"This is also inversely true: if you have not repeatedly practiced kata on a daily basis, your own atemi will be ineffective.
No matter how well you know the vital points or how strong you have become through randori, if you do not practice kata you willnot become skillful, and a lack of skill means an ineffective atemi.
For that reaseon, practice in which you compete in earnest means training your body through randori so that you have full control over your movements.
But at the same time through kata you must learn the body's vital points and practice in order to make your atemi effective."
So, und genau darüber kann man eben NICHT diskutieren.
Dort steht, was dort steht, auch wenn dir, lieber Udo, das nicht so recht gefallen wird.
Kano hat es so gesagt - Ende der Diskussion.
Jedenfalls für mich.
Wer natürlich meint, Jûdô habe sich "... über Kano hinaus entwickelt ...", der darf getrost eigene Interpretationen an die Stelle von Kanos Worten setzen.


Man kann bei Kano übrigens nachlesen, daß das Training zu etwa 30 Prozent aus dem Üben der Kata bestehen soll und zu etwa 60 Prozent aus Randori.
Der Rest soll genutzt werden für Mondo und Vorträge.

DAS ist auch Kanos generelle Einteilung des Jûdô.
Von Wettkampf (Shiai) steht da nichts. Wettkampf war für Kano (lest es nach!) nur eine Sonderform des Randori, und nicht einmal die wichtigste.
Das zu bestreiten hat wenig Sinn.

Zitat:
Ähnlich spärlich ist deren Anteil in allen zur Verfügung stehenden Medien und Büchern. Da ist schon manchmal die Einleitung und das Vorwort länger. Betrachten wir mal Kuatsu - dies war zum Überleben wichtig. Warum wird darüber nicht diskutiert - oder war für viele der hier schreibenden nach der Niederlage alles zu Ende - das hat Kano mit Sicherheit nicht vermittelt.
Wenn man allerdings hier liest, hat man den Eindruck, das Atemi der Hauptbestandteil des Judo ist -
Wo steht das, wer behauptet das und wie ist es nachzuweisen. Es ist und bleibt ein verschwindent kleines Anhängsel, was natürlich nicht vergessen werden soll - ebenso wie "leider" Kuatsu.
Lieber Udo, ich habe nirgends behauptet, Atemi-Waza seien die wichtigsten Techniken des Jûdô.
Sie haben allerdings auch NICHT jenen geringen Stellenwert, denen du ihnen zumessen möchtest.
Ich gehe davon aus (und unsere Debatten der Vergangenheit haben das bewiesen), daß du ausschließlich vom Standpunkt eines Sportjudoka aus urteilst.
Das aber führt dazu, daß du die hier angesprochenen Dinge anders bewertest als ich.
Das ist dein gutes Recht.

ABER: ich messe das, was auf der Matte passiert, an dem, was Kano darüber schrieb.
(An WEM bitte sollte man das auch sonst messen?)
Und Kanos Texte sind eindeutig.
In ihnen steht, was dort steht - und es ist nicht sinnvoll, Kanos Texte jetzt irgendwie so auslegen zu wollen, daß am Ende herauskommt, daß das Sportjudo genau das ist, was Kano wollte ...
Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.
Und noch etwas: wir befassen uns seit Jahren mit Kuatsu, und das sehr erfolgreich. genauso übrigens wie mit dem, was man allgemein "Körperarbeit" nennt - z.B. mit der Feldenkrais-Methode, die M. Feldekrais nach eigenem Bekunden (mal nachlesen in "Feldenkrais im Überblick" von Russell, dort das Kapitel "Moshe und Jûdô") aus dem Jûdô extrahierte.
Jûdô als "Martial Art", die auch ein hervorragendes pädagogisches System und ein gesundheitssystem ist - eifach großartig, was Kano da auf die Beine gestellt hat.

Und was deinen Hinweis auf die "zur Verfügung stehenden Medien" angeht, so erliegst du einem Zirkelschluß.
Weil es in den allermeisten Büchern - wenn überhaupt - nur am Rande erwähnt wird, ist es also ein "Randgebiet"?
Eine in sich nicht schlüssige Logik.

Sieh dir mal die entsprechenden Veröffentlichungen an. Die dort vermittelten Lehrinhalte reichen fast nie über das hinaus, was bis zum 1. Dan vorausgesetzt werden kann.
Also nichts als Grundschule ...
Lies, was Yokoyama Sakujiro bereits 1915 in "Jûdô Kyohan" dazu schreibt. Er veröffentlichte dieses Buch zu Kanos Lebzeiten und mit dessen Billigung ...
Und vor allem: lies noch einmal, was Kano selbst dazu schrieb. Deine vorstehend gemachte Bemerkung läßt vermuten, daß du die entsprechenden Beiträge nur überflogen zu haben scheinst.
Jûdô ist - zumindest für mich - das, was Kano Jigoro vorgab. Und da er nun einmal vorgab, Atemi-Waza "on a daily basis" zu üben ...
Wenn du das anders halten möchtest, kannst du das gern tun. Dann allerdings begibst du dich in direkten Widerspruch zu Kanos Worten ... und daran ist NICHT zu deuteln.

@budonorekishi:

Die Urkunde für das Menkyo Kaiden in der Tenshin Shinyo Ryû kann man, soweit mir bekannt, im Museum des Kodôkan betrachten (ich kann mich auch irren, es kann sich auch um das Museum der Stadt Tokio handeln, ich muß mich da noch einmal genauer erkundigen).

Zur Kitô Ryû:

Zitat:
"Nevertheless, I did continue to study kata under his guidance and to receive his advice.
Shortly thereafter Iikubo presented me with a license certifying me as a master of Kitô jujutsu together with a jujutsu suit and the densho that a master confers on his student following his gaining master proficiency."
Kano Jigoro "Jûdô Memoirs" S. 37

Ich hoffe, daß deine Frage damit beantwortet ist.

Eine Bemerkung dazu noch: auch im Jûdô gab es die Tradition des "Kuden", der AUSSCHLIESSLICH mündlich weitergegebenen Lehrinhalte.
Dies berichtet Taizo Sone. Auch Watanabe (in Gesprächen mit Frank Thiele) sowie Tokio Hirano (letzterer nicht nur Frank Thiele gegenüber) erwähnen diese Tradition.

So, das erstmal dazu.

Tom

Geändert von tom herold (23-01-2009 um 16:40 Uhr).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #139  
Alt 23-01-2009, 16:27
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Judo
 
Registrierungsdatum: 17.02.2007
Ort: Hamm
Alter: 61
Beiträge: 73
Standard

Zitat:
dass ein gleiches Gewicht im Technikbereich auf Würfe - Bodentechniken gelegt wird. Etwa gleiches Gewicht hat anscheinend der Bereich Kata, auch wenn er sich erst später für viele öffnet. In Büchern, Filmen und Überlieferungen haben diese Bereiche in Verbindung mit Wettkampf in etwa gleiches Gewicht
OK oben hätte ich nicht Wettkampf, sondern Randori schreiben sollen. Mir ging es insoweit darum klar zu machen, dass diese Bereiche in allen Büchern und zur Verfügung stehenden Informationen im Inet überwiegend im Zusammenhang mit Judo zu finden sind. Da muss man nach Atemi und Kuatsu suchen......

Wer - bzw. von wem habt ihr Kuatsu vermittelt bekommen, bzw.
wen könnte man heutzutage als Lehrer für ein Seminar bekommen....
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #140  
Alt 23-01-2009, 16:50
KKB-Userstatus: Intermediate
Kampfkunst: Viet vo dao , Jujutsu ,
 
Registrierungsdatum: 26.03.2006
Ort: Heidelberg
Alter: 27
Beiträge: 366
Standard

@ Tom herold


Stimmt ich hatte wirklich mit noch keinem Gegner zu tun der Mich in Schalg Tritt,Wurf und Boden überall kompleet überfordert hätte.

Ich habe lediglich ausgesagt das Judo (meines Wissens) nicht Primär auf Schlagen und Treten ausgelegt ist wenn ich also einen Judoka der noch Profiboxer ist vor mir hab ist die Situation anders.
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #141  
Alt 23-01-2009, 17:01
tom herold
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard ---

... und noch etwas zu den Wettkämpfen, die ja angeblich das "Ziel" des Jûdô sein sollen ...

Zitat:
"There are two main reasons for the deterioration in the way that judo is practiced today.
First, there is the increasingly competitive nature of present-day judo.
Contest judo events were initially introduced as a means of helping to stimulate a greater interest in judo training among students."
Kano Jigoro "Jûdô Memoirs" S. 38

"... as a means of helping to stimulate a greater interest in judo training ..."

Es ist also anders, als immer behauptet wird: die Wettkämpfe dienten zu Kanos Zeiten dazu, Schwächen im Training aufzuzeigen und die Jûdôka anzuspornen, fleißiger zu trainieren.
Das ist doch aber etwas anderes als wenn man trainiert, um an Wettkämpfen teilzunehmen!

Und ich wiederhole gern noch einmal jene Passage, die man sich als Jûdôka besonders zu Herzen nehmen sollte:

Zitat:
"Because of the recent great proliferation in the number of judo trainees, we do not yet have enough well-trained instructors capable of teaching the correct way of doing randori.
This dearth of instruction is the chief reaseon for the prevalance of wrestling-type judo that I see engaged in by many present-day students.
The correct way to practice randori, which was taught in the early days of the Kodôkan, has not been taught to the majority of today's trainees.
This has resulted in an increase in the 'strength versus strength' or wrestling type of practice, which is contrary to the correct method of randori practice."
Ich kann mich ja irren, aber ich befürchte, daß es (Sport)Jûdôka gibt, die sich den gegenwärtigen Zustand lieber schönreden ("... alles, was wir machen, stimmt mit dem überein, was Kano sagt!") als sich wieder an dem zu orientieren, was Kano vorgab.
Das wäre sehr schade ...

Ansonsten bedanke ich mich fpür die zahlreichen emails und PN zu diesem Thema.

Eine Anmerkung sei mir noch gestattet: ich habe nicht die Absicht, mich auf eine Debatte darüber einzulassen, ob Kano möglicherweise nicht doch etwas ganz anderes gemeint haben könnte als das, was in seinen Texten steht.
Ich persönlich finde, daß Kanos Aussagen eindeutig sind.

Ich finde ebenso, daß sie eine Richtschnur des Handelns für jeden Jûdôka vorgeben.

Tom
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #142  
Alt 23-01-2009, 17:05
tom herold
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von judoka_nrw Beitrag anzeigen
OK oben hätte ich nicht Wettkampf, sondern Randori schreiben sollen. Mir ging es insoweit darum klar zu machen, dass diese Bereiche in allen Büchern und zur Verfügung stehenden Informationen im Inet überwiegend im Zusammenhang mit Judo zu finden sind. Da muss man nach Atemi und Kuatsu suchen......

Wer - bzw. von wem habt ihr Kuatsu vermittelt bekommen, bzw.
wen könnte man heutzutage als Lehrer für ein Seminar bekommen....
Hallo Udo, ich hatte dich wohl komplett falsch verstanden - tut mir leid, da sind mir die Pferde durchgegangen.
Aber nun weiß ich ja, was du sagen bzw. anmerken wolltest - und du hast recht.
Zum Kuatsu kann ich dir im Augenblick keinen Lehrer empfehlen. ich selbst lerne noch, möchte mich da also nicht als Lehrer bezeichnen.
Zu den Atemi und deren Anwendung (Grundlagen) kann ich Yamamoto Sensei empfehlen, der sich gerade in Deutschland aufhält (und nebenbei auch Schwertlehrer ist).


Tom
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #143  
Alt 23-01-2009, 17:15
Benutzerbild von FireFlea
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: Seidō Karate, über den Tellerrand
 
Registrierungsdatum: 23.03.2004
Ort: Hessen
Alter: 33
Beiträge: 7.457
Standard

Zitat:
Zitat von tom herold Beitrag anzeigen
Zu den Atemi und deren Anwendung (Grundlagen) kann ich Yamamoto Sensei empfehlen, der sich gerade in Deutschland aufhält (und nebenbei auch Schwertlehrer ist).

Tom
Und damit die Leute auch wissen wer das ist:

Karatedô Shûshûkan in Deutschland
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #144  
Alt 23-01-2009, 17:17
tom herold
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard ---

Zitat:
Zitat von Blackguard Beitrag anzeigen
@ Tom herold


Stimmt ich hatte wirklich mit noch keinem Gegner zu tun der Mich in Schalg Tritt,Wurf und Boden überall kompleet überfordert hätte.

Ich habe lediglich ausgesagt das Judo (meines Wissens) nicht Primär auf Schlagen und Treten ausgelegt ist wenn ich also einen Judoka der noch Profiboxer ist vor mir hab ist die Situation anders.

Es ist nicht nötig, als traditioneller Jûdôka auch noch Profiboxer sein zu müssen.
Wie Kano schrieb, besteht die "1. Ebene" des Jûdô aus dem Erlernen dessen, was er "defense against attack" nennt.
Zitat:
"In lower-level judothe purpose of training is to learn how to defend against attack.
At this level most of the training use bare hands only, but weapons are sometimes used for kata."
(Mind over Muscle, S. 96)

Das hat mit sportlichem Wettkampf überhaupt nichts zu tun!
Kano schreibt außerdem, daß diese "1. Ebene" das Fundament des gesamten Jûdô ist.

Diese "drei Ebenen" oder "drei Aspekte" stehen laut Kano gleichberechtigt nebeneinander.

"I urge all practitioners of judo to recognize that it consists of these three levels and to undergo their training witout undue emphasis of one aspect over another."

(ebenda)


Um es nochmal kurz anzureißen: die "1. Ebene" ist das Erlernen dessen, was Kano "defense against attack" nennt (und was mit Sport nichts zu tun hat).

Die "2. Ebene" ist das, was Kano "self-perfection of body and mind" nennt, und die "3. Ebene" ist das, was Kano "Embetterment of society" nennt.


Wie kann man die 2. oder gar die 3. Ebene erreichen (und das MUSS man, laut Kano!), wenn man bereits die 1. Ebene (defense against attack) nicht erreicht?
Und damit hat sich auch die Frage beantwortet, ob Jûdô eine Kampfkunst oder ein Sport ist.

Kano lesen ...!

Tom
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #145  
Alt 23-01-2009, 20:56
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Judo
 
Registrierungsdatum: 17.02.2007
Ort: Hamm
Alter: 61
Beiträge: 73
Standard

Wäre das die Antwort - auf gute Lehrer aus Japan, die
beim NWJV zu Gast sind:

NWDK Nordrheinwestfaelisches Dankollegium e.V. - Shiro Yamamoto Sensei beim JC Bushido Westerholt

NWDK Nordrheinwestfaelisches Dankollegium e.V. - Suchen

Er hat hier in den letzten Jahren viele Lehrgänge abgehalten.
Das ist doch auch ein gutes Zeichen, dass es "mittelerweile" auch
mehr als Wettkampf, bzw. eine Rückbesinnung auf weiter Werte des
Judo gibt.


Zitat:
Zum Kuatsu kann ich dir im Augenblick keinen Lehrer empfehlen. ich selbst lerne noch, möchte mich da also nicht als Lehrer bezeichnen.
Bisher habe ich nur Instruktoren in der Schweiz gefunden. Ansonsten bisher hier bisher:
http://www.taekwondo-schwerte.de/02T...er/GW15-01.htm
der auch bei meinem Lehrmeister Anton Greven die ersten Schritte im Kuatsu unternommen hat und in den nächsten Wochen in Hamburg ein Siminar hat.
Für Namen weiterer Lehrer wäre ich dankbar.

Geändert von judoka_nrw (23-01-2009 um 21:08 Uhr).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #146  
Alt 24-01-2009, 18:56
tom herold
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard ---

Zum Thema "Atemi-Waza" möchte ich Yokoyama Sakujiro zitieren.
Sakujiro war einer der vier "Shitenno" Kanos, also einer seiner vier engsten Schüler.

Lesen wir, was er über die Atemi-Waza des Jûdô schreibt:

Zitat:
"As how to gain victory over one's enemy was the chief object of jujutsu in the old days, atemiwaza as well as nagewaza and katamewaza were much practiced then.
They were regarded as secret tricks by old schools, and were not taught to beginners."
(Yokoyama Sakujiro "Jûdô Kyohan", 1915, S. 293)

Yokoyama fährt fort:

Zitat:
"Are they, then, os injourious that they must be kept secret?
No, they are not necessarily so. These tricks being very useful for actual combat, they were often, if not always, kept secret from novices as the result of custom then in vogue.
Such being the case, they not only need not be kept secret, but should als be studied more and more the further development of the art.
(ebenda)


Zitat:
"To know how and where to strike or kick is not sufficient for applying atemiwaza effectively as is the case in other tricks.
You must first learn to move abaout freely and unrestrainedly by means of the practice of other branches of jûdô in order to be able to apply these tricks."
(ebenda)

Ich denke, daß damit geklärt ist, WARUM Atemi-Waza nicht von Beginn an vermittelt werden.
Erst laufen lernen, ehe man zu rennen beginnt ....

Yokoyama begründet das so:

Zitat:
"Even if you were able to hit any part of your enemy's body with your hand or foot, it would not be effective, unless you are skilful in striking, poking, and kicking.
Not only, therefore, you must learn where an how to hit and practice it, but also you must try to acquire skill in striking, poking and kicking by constant practice."
(ebenda)

Das klingt doch sehr viel anders als das, was man aus heutigen Jûdô-Büchern kennt, oder?

Zitat:
"But atemiwaza unlike other tricks are very dangerous, and beginners should not attempt the practice of them, before they have developed their muscles and learned how to move about freely by the practice of nagewaza and katamewaza.
(ebenda)

Kleiner Hinweis: wer Yokoyamas Ausführungen gründlich liest, wird wissen, daß "develop the muscles" nicht identisch ist mit "Krafttraining" im heutigen Sinne.
Es geht, wie man auch bei Kano nachlesen kann, um eine "gleichmäßig entwickelte, funktionale Muskulatur".

Yokoyama fährt (auf die Anfänger bezogen) fort:

Zitat:
"They may, however practice these tricks by hitting the wall in their houses or some other objects with their fists, elbows, knees, or feet.
Even beginners can gain benefit by indulding in this practice."
(ebenda)

So.
Yokoyama veröffentlichte dies 1915, mit Erlaubnis Kanos.
Wäre es nun nicht ganz natürlich, sich (endlich) wieder auch diesem Lehrgebiet des Jûdô zuzuwenden??

Tom
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #147  
Alt 25-01-2009, 18:20
tom herold
Gast
Kampfkunst:
 
Beiträge: n/a
Standard ---

Ganz kurz noch dies:

Zitat:
“Typical of his culture, the Westerner wo has been introduced to the martial Ways of Japan can be reluctant to accept them uncritically.
The idea that he should simply copy what his teachers are doing - never questioning, never contemplating possible improvements or changes that would benefit him - has probably never even ocurred to him.
Before they were long into their study of budo, many Westerners were already busily making what they believed were modifications and additions to these Ways that would make them better.
Weight training, scientifically examined stretching techniques before class and special cooldown exercises afterward, weight divisions for competitions - all of these are contributions to the budo scene made almost entirely by Western influences.”
(Dave Lowry: “Improve Yourself”, in: Moving Toward Stillness, S. 90)

Ich denke, das erklärt einiges ...

Tom
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #148  
Alt 26-01-2009, 18:58
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: judo
 
Registrierungsdatum: 26.01.2009
Beiträge: 10
Standard Judo allroundfähig?

Ich habe auch in "Judo Kyohan" nachgeschlagen, habe in meiner (nachgedruckten) Ausgabe von 2003 den angegebenen Text auf S. 173 gefunden. Meine Ausgabe hat auch insgesamt nur 175 Seiten. Das heißt, Yokoyama hat dem wichtigen Kapitel "Atemi" nur ganze drei Seiten gewidmet, wovon eine Seite eine Zeichnung mit den empfindlichen Körperstellen, eine Seite Beschreibung der Atemiwaza ist (7 verschiedene Atemi: Uto, Jinchu, Kasumi, Suigetsu, Denko und Tsukiage, Myoyo, Tsurigane) und nur eine Seite mit den Zitaten, die weiter oben für die Bedeutung der Atemi aufgeführt wurden. Hat man in der Neuauflage die knapp 100 Seiten, die bei mir fehlen, über Atemi herausgenommen? Ähnliche Bemerkungen sind ja offensichtlich nicht weit hergeholt...

Denn weiter vorne findet man von Seite 65 bis Seite 148 Beschreibungen der verschiedenen Nage-waza, also 84 Seiten. Von Seite 149 bis Seite 172 (23 Seiten) werden Katame-waza erläutert. Und nur 3 Seiten für die wichtigen Atemi-waza? Fehlen bei da doch die entscheidenden Seiten?

Allerdings werden bei der Vorstellung der "Names of Tricks & Their Classifikation" in Chapter 5 auf den 3 Seiten auch nur 5 Zeilen (25.) auf die Atemi-waza verwendet, werden sich Yokoyama/Oshima auf den restlichen 2 8/10 Seiten über (23.) Classifikation of Nagewaza und (24.) Names of Katamewaza auslassen.

Entweder sind in meiner Neuauflage des Buches von Yokoyama/Oshima von 1915 wesentliche Teile bösartig weggelassen worden oder aber ich kann die Wichtigkeit, die in den vorhergehenden Beiträgen den Atemi-waza für das Verständnis des Judo gegeben wird, nicht richtig nachvollziehen.

Wenn Yokoyama als einer der wichtigsten Schüler Kanos - so wurde er ja dargestellt als Kodokan Shi-tenno (einer der vier Himmelkönige des Kodokan) -den Atemiwaza in seinem von Kano geförderten Buch so wenig Aufmerksamkeit und Seitenzahl zuspricht, dann scheint es mir, als ob Kano und seine Schüler den Wurftechniken ganz besonders viel Bedeutung gegeben hätten, den Katame-waza schon deutlich weniger und die Atemi-waza nur als ein unbedeutendes Randgebiet des Judo angesehen hätten.

Aber vielleicht ist mein Eindruck nach sorgfältigem Studium des Buches von Yokoyama und Oshima von 1915 ja auch völlig falsch, weil meine Quelle beim Neudruck durch Weglassen wichtiger Informationen zu den Atemi-waza verändert wurde. Wer weiß?

MOTs
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #149  
Alt 26-01-2009, 20:11
KKB-Userstatus: Senior
Kampfkunst: 打功夫
 
Registrierungsdatum: 01.03.2006
Beiträge: 1.342
Standard

Na ja, es gibt im Netz auch einen 9-teiligen Mitschnitt zur 12. Internationalen Judo-Sommerschule aus dem Jahre 1966 in den Niederlanden. Stargast: Tokyo Hirano.

Und was sieht man dort: Würfe, Würfe, Würfe und nochmals Würfe. Das aber in begeisternder Spitzenqualität! Ansonsten noch ein bisschen 08/15-Bodenprogramm. Ein bisschen Aufwärmen und andere Belanglosigkeiten.

Und Atemi, SV, Anwendungen ohne Gi ... ? Fehlanzeige.

Ich konnte bisher auch sonst kein derartiges Material finden. Nicht zu Kano, nicht zu Mifune, nicht zu Kimura oder sonst wem. Alle zeigen fast ausschließlich Würfe. Sieht tatsächlich alles aus wie ... tja, wie Judo eben. Wenn anderes wirklich einen hohen bzw. nenneswerten Stellenwert gehabt hätte, müsste sich doch eigentlich auch was anderes finden lassen. Vielleicht war aber das umfassende Judo halt doch eher ein (noch) nicht gelebtes Ideal Kanos, das es in der gewünschten Form in der Realität dann aber nie gegeben hat.

Hat es nachweislich eigentlich überhaupt je ein wirklich umfassendes KK-System gegeben, oder hatte nicht jedes seine Schwerpunkte, wie auch der einzelne Krieger seine Schwerpunkte hat, wenn nicht gar haben muss(te)? Die Samurai waren meines Wissens ja auch nicht die Allrounder: Sie waren doch zuallererst einmal Schwert-Spezialisten ...

Gruß

Freier Geist
__________________
我愛廣府話
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
  #150  
Alt 26-01-2009, 20:23
KKB-Userstatus: Beginner
Kampfkunst: Judo
 
Registrierungsdatum: 17.02.2007
Ort: Hamm
Alter: 61
Beiträge: 73
Standard

Zitat:
Na ja, es gibt im Netz auch einen 9-teiligen Mitschnitt zur 12. Internationalen Judo-Sommerschule aus dem Jahre 1966 in den Niederlanden. Stargast: Tokyo Hirano.Und was sieht man dort: Würfe, Würfe, Würfe und nochmals Würfe. Das aber in begeisternder Spitzenqualität
Das mit der Qualität der Würfe ist ok - was mich dabei ein wenig nachdenklich machte, als ich die Filme mal meinen Schülern (Anfänger so bis grün/blau) gezeigt habe. "Der macht seine Würfe ja ohne Kontrolle zu Uke - wir sollen doch unseren Partner beim Vorführen der Würfe "kontrollieren und sichern" bis er auf dem Boden liegt!!!"

Zitat:
Man kann bei Kano übrigens nachlesen, daß das Training zu etwa 30 Prozent aus dem Üben der Kata bestehen soll und zu etwa 60 Prozent aus Randori.Der Rest soll genutzt werden für Mondo und Vorträge.DAS ist auch Kanos generelle Einteilung des Jûdô.Von Wettkampf (Shiai) steht da nichts. Wettkampf war für Kano (lest es nach!) nur eine Sonderform des Randori, und nicht einmal die wichtigste.
30 + 60 - da man dann in den Büchern doch noch einiges über Kuatsu / Kappo findet, bleibt tatsächlich für Atemi nicht mehr viel übrig.
Wobei Kano den Bereich Mondo und Vorträge sehr ausgiebig gepflegt hat.

Geändert von judoka_nrw (26-01-2009 um 20:33 Uhr).
Google Bookmark this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort


Dieses Thema betrachten zurzeit 1 Personen. (0 registrierte Benutzer und 1 Gäste)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An
[IMG] Code ist An
HTML-Code ist Aus
Trackbacks are Aus
Pingbacks are Aus
Refbacks are Aus

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
SV mit Judo? 눈동자눈동자 Japanische Kampfkünste 187 14-08-2006 13:17
Judo: Judo lernen in 30 Sekunden ;) Seb Japanische Kampfkünste 14 11-07-2006 23:10
Injo Ryu Judo / Hamare Judo Lileu Japanische Kampfkünste 6 08-02-2006 13:34
Judo und du!? Nixon Japanische Kampfkünste 7 14-12-2005 20:07
Judo Markas Offenes Kampfsportarten Forum 1 09-08-2002 19:21



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:44 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.0 ©2009, Crawlability, Inc.