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#1
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| Hallo zusammen ![]() Die Sache ist folgende: Ich schreibe meine Seminararbeit mit dem Thema "Psychische und physische Aspekte des Judosports". Als Träger des 1. Kyu hatte ich eigentlich gehofft, den großteil der Recherchern durch Selbsterfahrung abdecken zu können. Aber ein paar Fragen bleiben da dennoch offen ![]() Die vorrangigste für mich ist nun: ist Judo nun als Kampfsport oder Kampfkunst zu sehen? In fast allen öffentlichen Quellen ist es als Kampfsport angegeben, aber meiner Meinung nach ist die Kata (die für mich persönlich der wichtigste Teil des Judo ist) eindeutig in die Kampfkunstschublade einzuordnen. Der Grund ist folgender: Auch wenn hier zwei Judoka gegeneinander "antreten", ist das nicht als Kampf oder wettbewerb zu sehen, da sie miteinander und nciht gegeneinader spielen müssen und es keinen "Gewinner" in dem Sinne gibt. Auch wenn Tori natürlich diese Position einnimmt, ist das ja alles ein abgekartetes Spiel ![]() Würdet ihr jetzt sagen, dass Judo als Hybrid angesehen werden, der sowohl Kampfkunst wie auch -sport ist? Freue mich sehr auf eure Meinungen! ![]() P.S.: darf ich eure Beiträge (selbstverständlich ohne Namen) in meiner Arbeit zitieren? Wenn sich hier eine schöne Diskusion entwickelt, wäre das sicherlich sehr schön dort einzubringen ![]() Liebe Grüße, RebornEgo |
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#2
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| Habe früher auch ein paar japanische bücher gelesen (natürlich in deutscher übersetzung) da habe ich auch so was in der richtung gelesen. scheint mir auch sehr vernünftig Judo ? Wikipedia |
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#3
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| Haha jetzt hast du wieder ne Diskussion über die neuen Judoregeln losgetreten Ich glaube ne Sinnvolle Antwort wirst du wahrscheinlich nciht bekommen...SOweit ich weiss ist es als Kampfsport entwickelt worden. |
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#4
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| kampfkunst.
__________________ "The man who is at the peak of his success, and the man who has just failed are in exactly the same position. Each must decide what he will do next." - Jigoro Kano |
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#5
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| Also meines Wissens nach wurde Judo als Kampfkunst entwickelt. Über die Jahre hat sich das Breitensport Judo aber zu einem Kampfsport entwickelt. Denn in den meisten Vereinen wird nur mehr vermittelt was für Wettkampf oder Prüfung gebraucht wird. Es gibt jedoch noch einige die Judo im Sinne einer Kampfkunst unterrichten. Also ist es wirklich einen schwierige Frage wo man Judo einordnen soll. Ich würde es in einzelne Stilrichtungen unterteilen und diese jeweils zuordnen sollte möglich sein. Wobei DJB Judo ganz klar Kampfsport ist.
__________________ gezeichnet Graf von Trausnitz. |
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#6
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| Das kommt ganz drauf an welcher Richtung du folgst. Die DJB-Intepretation ist in manchen Teilen von der Ansicht des Judo als Sport geprägt. Folgt man allerdings der Argumentation der Leute die sich intensivst mit der gesamten Geschichte des Judos beschäftigen, wie z.B. Ohlenkamp oder auch Herold ( ) dann war, ist und soll Judo eine umfangreiche komplette Kampfkunst (gewesen) sein, mit allem was das Kämpferherz begehrt (Werfen, Schlagen, Treten, Hebeln, Würgen, Waffen, Körperschule, Medizinischer Aspekt usw.)Schaut man sich alleine die Zeitlichen Abläufe an so fällt folgendes auf. Der Kodokan wird 1882 gegründet. Erst nach 82 Jahren, nämlich 1964 ist Judo erstmals Olympisch und damit absolut versportlicht. D.H. wir haben 82 Jahre Judo unter einer anderen Stoßrichtung als Olympia und "nur" 47 Jahre Ausrichtung auf Olympia. Was allerdings auch schon viel zu viel ist. Meiner Meinung nach ist Sport-Judo nur ein kleiner Teil des Gesamtkonzepts Judo. Gleichwenn es ein spaßiger Bereich sein kann ![]() Ich würde da nochmal in der einschlägigen Literatur nachlesen. Ruhig auch mal bei Feldenkrais und Kawaishi reinschauen. Anhand derer Beschreibungen des alten Judo kann man die Veränderungen ganz gut ablesen. [Edit] Du kannst deine Frage auch hier posten Das Judo Forum - Foren-Übersicht da tummelt sich der ein oder andere Experte manchmal rum. Geändert von Watt (25-06-2011 um 15:45 Uhr). |
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#7
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| Zitat:
Zitat: "Kata, was wörtlich "Form" bedeutet, ist ein formales System vorbereiteter Übungen, das auch Schläge, Hiebe, Tritte, Stöße usw enthält.... Dieses Training in Schlagen, Treten oder Stoßen wird in Kata, nicht in Randori durchgeführt. Würde es im Randori angewendet, würden häufig Verletzungen auftreten..." Anmerkung: Das zeigt m.E. dass Jigoro Kano seine Kämpfer gesund und fit halten wollte. Nicht fit für den Sport, sondern fit für den Fall, dass sie wirklich einmal kämpfen müssen. Zitat "Das Ziel eines systematischen körperlichen Trainings im Judo besteht ... auch darin... perfekte Kontrolle über den Körper und Geist zu erhalten, und ihn bzw. sie darauf vorzubereiten jedweder Gefahr entgegenzusehen, sie es nur ein Unfall oder aber ein Angriff durch andere." Anmerkung: Auch das zeigt den Kampfkunst-Gedanken des Judos. Man wird fit und wehrhaft für die SV und auch die Judo-Fallschule hat schon vielen den Hals gerettet. Zitat "Geistiges Training kann im Judo sowohl durch Kata als auch durch Randori erreicht werden, erfolgreicher jedoch durch Randori..." Anmerkung: Auch das zeigt den Kampfkunst-Gedanken. Laut Jigoro Kano soll der Gegner im Randori mit den "unwiderlegbaren Gesetzen der Logik" überzeugt werden und nicht mit "überlegener Kraft", was ich ja ein klein wenig schade finde für die Menschen, die Kraft haben, aber als moralischer Appell ja auch absolut Sinn macht. Auch hier zeigt sich m.E. der Kampfkunst-Charatker des Judos, denn gerade in der SV soll man ja in der Tat erstmal mit den unwiderlegbaren Gesetzen der Logik und Worten einen Angriff abzuwehren versuchen und dem Angreifer nicht gleich alle Knochen brechen. Zur Übertragung des Judo-Geists auf den Alltag finden sich in dem o.g. Artikel von Jigoro Kano auch Ausführungen, daher wird sich der Kauf des Buchs von Herrn Glocke für Dich lohnen. Weitere Aspekte, die für den Kampfkunst-Charakter des Judos sprechen: - Die Bekleidung. Ein Judoanzug entspricht der Bekleidigung im Alltag. Sportarten werden eher auch mal halb bekleidet ausgeführt. - Der Trainingssschwerpunkt Stand. Manche Grappling-Sportsysteme verbringen mehr Zeit am Boden. Wenn ich nicht irre war die Vorgabe von Jigoro Kano, 75% der Trainingszeit für den Stand zu nutzen und nur 25% für den Boden, das ist m.E. ein klarer Ausdruck des Kampfkunst-Geistes. - Die Wettkampfregeln. Wenn man es schafft aufzustehen und der Gegner am Boden liegt, wird der Kampf unterbrochen und im Stand weitergeführt. Durch dieses Aufstehen wird man optimal für die SV vorbereitet, wo man ja auch nicht am Boden festkleben soll, sondern lernen sollte, wieder auf die Beine zu kommen. Auch hier zeigt sich das Kampfkunst-Denken von Jigoro Kano. - Die Haltegriffe. Ein hervorragendes Krafttraining für den, der hält und für den, der den Haltenden aushebt. Diese universell nutzbare Ganzkörpertraining ist für die SV viel Wert. - Der Ippon. Ein einziger Judo-Wurf ist auf der Straße oftmals ein KO. Der Ippon-Gedanke für Würfe zeigt m.E. egenfalls eindeutig den Kampfkunst-Charakter des Judos, ein Kampfsport würde nach einem Ippon-Wurf am Boden weiterrollen. Beste Grüße Geändert von Security (25-06-2011 um 18:01 Uhr). |
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#8
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| Ungalublich interessante Ansichten mit durchaus schlüssigen Argumenten! Respekt Leute, vielen Dank und weiter so! ![]() Liebe Grüße, RebornEgo |
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#9
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| Wühl dich im Judo-Forum durch Threads wie diesen: Ist das heutige Judo, das was Kano wollte??? (Seite 2 finde ich ziemlich interessant.) und dann überlege dir von welchen Personen und Quellen du noch mehr Infos bekommen kannst. |
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#10
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| Zitat:
Bei gleicher Kraft, wird sich aber derjenige mit besserer Technik durchsetzen. Und das ist doch das Wesen einer Kampfkunst, dass sich derjenige durchsetzt, der sie kann/trainiert/praktiziert. Wenn es nur um Kraft ginge, dann bräuchte ich die Kampfkunst nicht lernen. Zitat:
Wenn ja, dann bitte eine Quelle. Auch spricht der von dir angesprochene Punkt eben nicht für eine Kampfkunst, sondern für einen Kampfsport! Was ist denn der "Kampfkünsterliche" Sinn dahinter, beim klaren Vorteil eines Beteiligten (des Stehenden) abzubrechen und beide stehen zu lassen? Keiner! Zitat:
Was hat das denn mit Krafttraining zu tun? Dazu wurden Haltegriffe natürlich nicht entwickelt, um die Muskulatur zu stärken. Richtig ist aber wohl, dass Judo eine Kampfkunst ist. Und ich habe es schonmal in einem anderen Thread gesagt: Man soll eine Kampfkunst nicht mit einem Verband verwechseln. |
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#11
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| Sowohl als auch, zwar mehr Kampfsport aber in gewissermaßen auch Kampfkunst ![]() |
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#12
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| Vielen Dank für diesen gutbegründeten, inhaltlich-fragwürdigen Beitrag. |
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#13
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| Ich muss dir zwar Recht geben, dass eine Begründung eindeutig fehlt, aber ich denke, inhaltlich ist dieser Beitrag keineswegs fragwürdig Ist immerhin eine viel vertretene Meinung, wie hier langsam deutlich wird...Aber Marc, es wäre super, wenn du wirklich noch eine Begrüund hinterherschmeißen könntest, warum du so denkst, jedes Argument zählt und bereichert - so denke ich - uns alle ![]() Liebe Grüße, RebornEgo |
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#14
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| Zitat:
), nein Scherz besonders bei den späteren Gürteln wird dassehr gut sichtbar. PS: Wenn ich Scheiße laber, immer nur sagen ![]() |
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#15
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| Die Frage ist daher bei Deiner o.g. Fragestellung: Was ist für Dich eine "Kampfkunst" und was ein "Kampfsport"? Beste Grüße |
![]() |
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